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Anhang.
Meistern verfertiget, darbey vorlauflfen, hiemit gäntzlichen
abgeschafft verbleiben, weszhalb dan auch den jungen
Meistern zur Verfertigung deszelben lenger nicht dan ein
Vierteljahr oder, nach dem dasz Werck ist, etzliche Wochen
drüber Zeit gesetzet wird.
5) Wan aber einer, der Meister werden will, eines Meisters
Tochter oder Wittfraw freyen solte, soll derselbe, wans auch
gleich eines Meisters Sohn were, nicht allein, wie oben er
wehnet, gewandert haben, sondern auch ein gleiches Meister
stuck, wie ein Frembder vor ihm gemacht, verfertigen,
sonsten aber nicht mehr dan die Helffte aller solcher darbey
auffgehenden Unkosten zu tragen schuldig sein.
6) Solte sich nun unter allen Handwerckern einer e. e. und
hochw. Rahts Gesetz und Ordnungen zu übertreten und ein
Mehres zu spendiren sich unterwinden, so soll derselbe, der
über dasz Gesetz gehandelt, 20 Rthal., und der Elterman, der
es im Ampt zugelaszen und zugegen gewesen, imgleichen
20 Rthal., und ein jeglicher, der solches genoszen, 10 Rtha
Straff ohn einige Auszrede oder Gnade geben, und da sics
nicht gestehen solten, soll ein jedweder, dasz er nicht darbe)
gewesen noch viel weniger in etwasz darvon genoszen, sic
mit einem cörperlichen Eide zu purgiren schuldig sein.
7) Sollen Meister und Gesellen bey ihrer gewöhnlichen Zusarnmea^
kunfft alten Gebrauch nach, wie noch alsz vor, wan sie ‘
Amptslahde öffnen, die Verbrechere straffen und in al
Handwercksgebrauch halten.
8) Wan nun solches alles, wie vorgeschrieben, der junge Meist^*^
entrichtet, soll er die Bürgerschafft, so ein Leidliches ist, ë
winnen und nach Gelegenheit freyen.
9) Trüge sichs aber zu, dasz etwa einer, der anderswo
Meisterstück gemachet, dasz Ampt gewonnen und sonst
auch Feur und Rauch gehalten, so soll derselbe, wan ^
nur nicht einer Ubelthat halber von daselbsten vertriebe ^
nicht allein nichtes desto weniger bey unsz sich niederzulas«^^
und dasz Ampt zu gewinnen die Freyheit haben, son
auch obgedachter Spesen fast gantz überhoben sein,
das er die Hirgerschafft gewinne und das Gelt allen er e
1 Der letzte Satz von einer anderen Hand.