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Anhang.
E. Entwurf eines Projects zur Reform des Zunftwesens,
verfasst zwischen 1679—1688.
Stadt-Arch. in Riga (Aeuss. Arch. d. Raths), Convolut TU, 13, Schrägen
darin ein Papierheft von 22 Blättern, von denen 3 unbeschrieben sind; auf der ers
Seite: Reformation in den Rigiscken Handtwercken und Zünften, und weiter un
Aemter, Lit. A. Nr. 1. Die Schrift ist von einer Hand und vielfach durchstric^^^
Das Ganze macht den Eindruck eines Brouillons, weshalb von den zahlreichen u^^^^
strichenen Worten und Sätzen nur die wichtigsten wiedergegeben sind.
der auf der ersten Hälfte der Seite geschriebenen Artikel sind mit einer K
umschlossen, an deren Spitze extradatur steht. Diesen Vermerk haben nicht er a
folgende Artikel: Vorrede bis Cap. i, Abschnitt NB. in Art. 5, Art. 6; '
Abschnitt cortra bis Verhöhungen\ Cap. 4, Abschnitt NB. bis contn
kontent Cap. 5, Abschnitt Notetur\ Cap. 6, Abschnitt III bis Folgendesz und
alles Folgende von dem NB. in Abschnitt 4. Nach Anton Buchholtz’ ^nsichb
trefflichen Kenners rigischer Handschriften, stammt dieser Entwurf von der
des rig. Rathsherrn Johann v. Schnitzen, der von 1666-1688 dem Rathe ange
(vergl. Böthführ, Die Rigische Rathslinie, Nr. 612) und nach Buchholtz’
von Mich. 1676 bis Mich. 1679 Münsterherr gewesen ist. Da der Verf.
Wurfs sich auf eine Zeit, wo er Münsterherr gewesen war, beruft, so ist der En
nach 1679 verfasst.
Reformation in den rigischen Handtioercken und Zimfften.
Vorrede:
Uber die schwere Handt Gottesz, die Liefflandt von etlicie^
hundert Jahren her durch Kriegk, innerliche Unruhe und schwer^
Seuchen deszen gerechten Zorn nach vielialtigk und heftigk ë ^
drucket, sein auch unterschiedliche politische Ursachen, die in de ^
selben dieser unser geliebten Vaterstadt an dero W achsthunib
Uffnahm mercklich gehindert, denn obgleich dieselbe dergest»^
gelegen, dasz sie nach überstandnen Kriegk und andren
Plagen alsz eine vornehme See- und Handelszstadt, so viel
die vorher erlittne Ungelegenheit haben zugeben mögen,
Handel und Wandel zu redressiren und an sich zu ziehn, also
hatt bemüht sein können, worinnen esz deroselben auch
zimlich gelücket (davon vor diszmahll weitleufftigk zu schrei
mein Vornehmen nicht ist)', so hatt doch dasz ander Stuck
liehen Wachsthumbs, nemlich die Vermehrungk der Wercken ^ ^
Zünfften, nicht anders denn gar langsam und schwer kisz '
folgen wollen.
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Man hat zwar der Zünfften Schrägen und Verfaszungei
eine Ursach solcher Hindernisz gehalten, allein wann Wi«"
1 Die Klammern ohne Stern fanden sich schon in der Vorlage ciR
Klammern mit einem Sterne umschliessen ausgestrichene Worte und Sätze,
Umschliessung ausgefallener Buchstaben mit Klammern erfordert die Editions:
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