Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

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Anhang.

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Situation  deroselben  betrachten,  wie  sie  keine  ordinaria  passagie
und  Durchzugk  ist,  auch  weit  von  Deutschlandt,  ausz  welchem  sie
dennoch  mehrentheils  populeuse  gemacht  werden  musz,  abgelegen,
so  sein  solchene  Schrägen  an  sich  Selbsten,  insoweit  sie  die  Erhaltungh
  gemeiner  Ehrbahrkeit,  der  Jungen  Lehre,  der  Gesellen
Gebühr  und  Wanderschafft  und  die  Communication  hiesiger  Wercken
niitt  den  deutschen  ...  concerniren  und  dasz  Ambt  uff  etliche  gewisze
Personen  nicht  restringiren,  zu  mehrem  Wachstumb  und  Zunahm
der  Wercken  hoch  nothigk.

Allermaszen  auch  dasz  Exempel  von  Schweden,  Dennemarck,
Pohlen  etc.  diesesz  klärlich  darthutt,  dann  dieselben,  wenn  sich  nur
anfangks  so  viel  deutsche  Meister  in  ihren  Städten  einfinden,  dasz
sie  eine  Zunffte  und  Wercke  bestellen  kennen,  sie  denenselben
gern  die  Schrägen  nach  Art  der  deutschen  ertheilen,  damitt  sie
dadurch  mehr  und  mehr  die  deutsche  Gesellen  zu  sich  locken  und
also  Meistere  und  Gesellen  bei  ihnen  so  wenigk  alsz  mitten  in
^Deutschland  bescholten  sein  mögen  etc.,  welchesz  denn  in  Sonderheit
l^ey  den  deutschen  Kriegen  den  Städten  Stockholm,  Copenhagen,
Krakau,  Posen,  M  ilda  etc.  zum  stadtlichen  Uffnahm  gediegen,  zuniahlen
  auch  sie  nebest  unsz  dergestalt  betjuem  nicht  situiret,  dasz
Sie  gleich  Hollandt  ausz  Franckreich,  Englandt,  Schottlandt  mit
schragenlosen  Leuten  besetset  werden  megen.

Die  rechte  und  warhafftige  Hinderungsmitteln  aber  sein  biszero
  bey  unsz  diese  3  Miszbreuche  in  den  Schrägen  gewesen,  deren
(1)  ist  die  schwere  Eindienungk  zu  2,  3  und  mehren  Jahren  in
ein  Ambt;
(2)  die  schwere  Ambtskosten,  die  Wenigen  zu  erreichen  vorhin
müglich  gewesen,  dasz  also,  wenngleich  die  Eindienungk
einen  und  den  andren  gütten  Pursen  von  hiesiger  Meisterschafft ­
  nicht  abgeschrocken,  dennoch  die  schwere  Kosten
denselben  mehrentheils  von  hinnen  getrieben;
(3)  die  Heschrenckungk  einiger  Ambter  uff  gewisze  Personen  etc.
Von  dieser  3  Puncten  Reformation  und  von  einigen  andren
Sitten  Ordnungen,  von  Vermittelungk  en  general,  redet  diesz  erste
^heil  in  7  Capitteln.

i)  So  wirdt  auch  in  dem  ersten  Tehel  daneben  dahingesehen,
^^sz  dennoch  dasz  wenige,  wasz  die  Jungen,  (iesellen  und  Meistere
l^^ch  dieser  Reduction  alsz  eine  Ambtsbeschwerde  endtlich  ein-^ringen
  müszen,  beszer  denn  vorhin  angewandt  werden  mege.
            
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