Full text : Die Volkswirthschaftslehre

90  Buch  2.  Kap.  1.  Produktionsmittel.
Die  Oberfläche  der  Grund  und  Boden  gebenden  Erdkruste
scheidet  sich  in  Meeresgrund  und  Land.  Ihrer  Contnrform
nach  sind  die  Länder  entweder  Continente  oder  Inseln,  und  erscheinen ­
  ferner  entweder  als  ungegliedert,  geschlossen,  oder  als
gegliedert,  je  nachdem  die  Küsten  mehr  gleichmäßig  verlaufen  oder
vermöge  verschiedenartiger  Ein-  und  Ausbiegungen,  durch  größere
Meerbusen  iinb  kleinere  Buchten,  Halbinseln,  Landzungen  und
Landspitzen  abgelenkt,  in  beträchtlich  ein-  und  ausspringenden
Winkeln  abwechselnd  ganz  verschiedene  Richtungen  verfolgen.  Der
Oberflächengestaltuug  oder  Reliefbildung  nach  erscheint  das  Land
dagegen,  je  nachdem  seine  mittlere  Höhe  eine  bedeutende  oder
geringe  ist,  als  Hochland  oder  als  Tiefland,  iinb  je  nach  Gleichmäßigkeit ­
  oder  Ungleichmäßigkeit  der  vergleichsweisen  Höhe  seiner
einzelnen  Punkte  (Specialhöhen)  als  ebenes  Flachland  oder  als
unebenes  Bergland.  Tiefländer  sind  meist  zugleich  Flachländer,
enthalten  höchstens  Hügelland  und  welliges  Land,  ziehen  sich
entweder  an  der  Küste  hin,  folgen  deur  Laufe  eines  Stromes
oder  verbreiten  sich  in  größerer  Ausdehnung  über  weite  Landstriche, ­
  während  Hochländer  theils  Hochebenen,  theils  Bergland
haben  und  deshalb,  je  nachdem  ihre  Erhebung  gleichniäßig  oder
sehr  ungleichmäßig  und  beständig  wechselnd  ist,  entweder  einförmiges ­
  Plateauland  oder  mannigfaltig  geformtes  und  in  sehr
verschiedener  Weise  gegliedertes  Gebirgsland  bilden.
Das  Meer  trennt  und  verbindet  die  Länder  zugleich.  Es
begünstigt  die  Seefahrt  in  ungleichem  Maße,  je  nachdem  Wellenschlag, ­
  Meeresströmungen,  herrschende  Windrichtungen,  Tiefenverhältnisse, ­
  Tauglichkeit  der  Häfen,  stete  oder  unterbrochene  Eisfreiheit ­
  dieser,  Ebbe  und  Flut  an  ben  Küsten  re.  jene  überhaupt
nebst  dem  Ein-  und  Auslaufen  von  Schiffen  erleichtern  oder
erschweren.  Für  den  überseeischen  Berkehr  ist  dabei  ein  Land  um
so  zugänglicher,  je  weniger  dessen  Rumpf  die  Ausdehnung  der
vorgestreckten  Glieder  überwiegt,  je  bedeutender  also  die  Küsten
länge  im  Verhältniß  zum  Flächenraum  des  festen  Landes  ist*).
Die  Zugänglichkeit  für  bon  Festlandsverkehr  hängt  dagegen  ab:

*)  Durchschnittlich  soll  z.  B.  Afrika  auf  152,  Asien  auf  105,  Südamerika  aus  94,
Nordamerika  ohne  Grönland  auf  56,  Europa  ohne  die  zugehörigen  Inseln  auf  37,
die  Türkisch-Griechische  Halbinsel  auf  il  und  der  Peloponnes  allein  auf  3  Quadratmeilen
  je  1  Meile  Strand  haben,  wonach  sich  Europa  im  Ganzen  als  das  für
den  überseeischen  Verkehr  zugänglichste  Land  erweist.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.