Full text : Die Volkswirthschaftslehre

166  Buch  2.  Kap.  2.  Zusammenwirken  der  Produktionsmittel.
minder  vielfach  zertrennbaren  und  nicht  so  leicht  auf  Gleichartiges
beschränkbaren  Erwerbsarten,  too  bei  den  Unternehmungen,  welche
fortdauernd  verschiedenartige  Producte  gleichzeitig  hervorbringen,
doch  wenigstens  die  eine  oder  andere,  durch  verfügbare  Produc
tionsmittel  und  eingetretene  Marktverhältnisse  begünstigste  Pro
duction  schließlich  zur  Hauptsache  wird,  z.  B.  in  der  Landwirthschaft,
deren  Hauptzweige  sich  unmittelbarst  gegenseitig  ergänzen  und  in
engster  Wechselbeziehung  zu  einander  stehen,  dort  und  da  entweder ­
  Ackerbau  oder  Viehhaltung,  Getreide-  oder  Futterbau,
Woll-  oder  Milchproduckion,  Aufzucht  oder  Mästung  k.
Landstrichweises  Lokalisiren  der  gänzlich  von  Bodenverhältnissen, ­
  klimatischer  Lage  rc.  abhängigen  Productionszweige,  z.  B.
des  Berg-  und  Weinbaues  rc.  in  für  ihre  Productionszwecke
geeigneten  Oertlichkeiten  ist  unumgänglich.  Bei  an  sich  in  mehreren
Gegenden  nicht  unmöglichen,  dabei  zugleich  von  Ausdehnung  der
lokalen  Comsumtion  ziemlich  unabhängigen,  und  demnach  rücksichtlich ­
  der  Wahl  ihres  Standortes  minder  beengten  Richtungen  und
Arten  der  Production,  z.  B.  dem  Handelsgewächsbaue,  der
Runkelrübenzuckerfabrikation,  Baumwollenspinnerei  rc.,  wird  dasselbe ­
  durch  die  Gleichartigkeit  der  geschäftlichen  Bedürfnisse  herbeigeführt. ­
  Diese  futbcii  dort  am  ehesten  Befriedigung,  wo  viele
Erwerbswirthschaften  das  Nämliche  bedürfen  und  beziehentlich
gleicher  Ergänzung  durch  andere  Erwerbsgeschäfte  bedürftig  sind,
sich  daher  bereits  eine  der  betreffenden  Productionsthcilung
entsprechende  Productionsvereinigung  heranzubilden  vermochte,
Hopfen-  und  Tabaksbau  z.  B.  lokalisiren  sich  schon  deshalb,  weil
der  Handel  mit  deren  Rohproduct  sich  nur  dort  recht  entwickeln
kann,  wo  es  allgemeiner  geivonneu  wird,  und  weil  solche  umständlichere ­
  Pflanzenknlturen  da  an:  leichtesten  aufzunehmen  sind,
lvo  sich  dafür  eingeübte  oder  durch  ähnliche  Pflanzungen  an  sorgfältigere ­
  Bodenbearbeitung  rc.  gewöhnte  Arbeitskräfte  darbieten.
Ebenso  lassen  sich  Zuckerfabriken,  Flachsspinnereien  rc.  da  am
leichtesten  einrichten  und  betreiben,  wo  bereits  dergleichen  Unternehmungen ­
  vorhanden,  Handelsbeziehungen  für  Bezug  und  Absatz
angeknüpft,  und  taugliche  Fabrikarbeiter  herangezogen  sind,
Straßenweise  dagegen  lokalisiren  sich  in  größeren  Städten  gewisse.
Geschäfte  zwar  aus  verschiedenen  Gründen,  hauptsächlich  aber
wohl  vorerst  des  leichteren  Erlangenkönnens  von  Kundschaft
halber.  Wo  eine  Waare  infolge  schon  bestehender  Läden  gesucht
zu  werden  pflegt,  da  kann  am  ehesten  ein  neu  hinzugekommener
            
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