Full text : Die Volkswirthschaftslehre

g  85.  86.  Bestimmgründe  des  Preises.

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sichtigttng  etwaiger  Ungleichheiten  in  Bezug  auf  Güte  k.,  mit
dem  Gesammtbetragc  der  dafür  gelösten  Preise,  und  nicht  blos
die  Summe  der  Einzelpreise  mit  der  Anzahl  der  Tauschfällc
vergleicht.

Scstlmmgrunde  de»  Meistñ.
5  85.
Der  Preis  wird  bestimmt  durch  die  beim  Tausche  seitens
der  Nachfrage  und  des  Angebotes  sich  geltend  machenden
Rücksichten  und  Bestrebungen,  und  durch  das  gegenseitige
Verhältniß  von  Angebot  und  Nachfrage,  durch  die  Concurrenzverhältnisse.

Die  Preisbildung  ist  das  Ergebniß  entgegengesetzter  Bestrebungen, ­
  indem  beim  Tausche  in  der  Regel  Jeder  eine  möglichst
hohe  Gegengabe  zu  erlangen,  und  möglichst  wenig  für  das  Einzutauschende ­
  hinzugeben  wünscht.  In  diesem  Widerstreite  bleibt
nun  offenbar  die  Stellung  dessen  am  ungünstigsten,  der  am
dringendsten  des  fremden  Gutes  bedarf,  und  dagegen  die  Stellung
desjenigen  am  überlegensten,  dem  am  wenigsten  an  der  Waare
des  Anderen  liegt.  Meist  stehen  jedoch  nicht  nur  zwei  Tauschlustige,
  sondern  mehrere  einander  gegenüber,  welche  die  nämliche
Waare  anbieten  und  begehren,  wodurch  herbeigeführt  wird,  daß
sowohl  unter  den  Anbietenden  als  unter  den  Nachfragenden  selbst
wieder  Concurrenz  eintritt,  die  ihrerseits  deshalb  ausgleichend
zurückwirkt,  »veil  jeder  zu  viel  Fordernde  und  zu  wenig  Bietende
befürchten  muß  von  seinen  Concurrenten  mit  besserem  Erfolge
unterfordert  und  bezüglich  überboten  zu  werden.
Uebrigens  ist  Jeder  beim  Tausche  vorerst  Anbietender  und
Nachfragender  oder  nachher,  bei  Abschluß  des  Tauschgeschäfts,  Verkäufer ­
  und  Käufer  zugleich.  Der  sein  Tauschgut  Anbietende  ist
Nachfragender  nach  demjenigen  eines  Anderen,  sowie  derjenige,
welcher  nach  einem  fremden  Gute  nachfrägt,  dafür  auch  sein
eigenes  Gut  anbietet.  Der  Käufer  kaust  die  Waare  des  Verkäufers ­
  und  verkauft  gleichzeitig  seine  Waare  an  diesen.  Ebenso
verkauft  zwar  der  Verkäufer  seine  Waare  an  den  Käufer,  kauft
aber  auch  wieder  dessen  Waare  von  diesem.
            
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