fullscreen: Statische oder dynamische Zinstheorie?

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„Vergleicht man jetzt miteinander die Produktionserträge, 
die aus einem Arbeitsmonat aus dem Jahre 1888, einem solchen 
aus dem Jahre 1889 usw. hervorgehen,:so wird sich nicht mehr 
sagen lassen, daß die ältere Produktivmittelmenge für jeden 
denkbaren Bedürfniskreis, zu dessen Gunsten sie verwendet 
werden kann, mehr Befriedigungsmittel zur Verfügung stellt 
als die jüngere, woraus sich dann ein Plus an Wert ergeben 
müsse. Denn 100 ist zwar größer als 0, 200 größer als 100 usw., 
bis 500 größer als 470. Aber handelt es sich z. B. um einen 
Vergleich zwischen dem 1888er und dem 1889er Arbeitsmonat, 
so kommen noch (für 1896) hinzu auf der einen Seite 0, auf 
der anderen Seite 500. Das Resultat, zu dem man auf diese 
Weise gelangt, wäre also, sofern man über die Wertbeziehungen 
zwischen den zeitlich auseinanderliegenden Genußgütern nichts 
weiß, ein non liquet“. 
„Es steht aber frei, die Vergleiche anders, nämlich diagonal- 
weise absteigend auszuführen. Dann kommt man immer auf 
gleich große Produktmengen, die aber in verschiedene Zeiten 
Fallen. Es fragt sich, ob diese zeitlichen Unterschiede für die 
Wertbemessung etwas ausmachen, und es ist klar, daß die Ant- 
wort auf die so gestellte Frage davon abhängt, ob man die 
Gründe, welche nach v, Böhm-Bawerk eine Wertdifferenz 
zwischen gegenwärtigen und künftigen Genußgütern bedingen, 
anerkennt öder nicht. Man sieht sich m. a. W. veranlaßt, 
auf die beiden ersten Gründe des Kapitalzinses zurück- 
zugreifen“. 
„Daß dem so ist, darf nicht wundernehmen. Empfangen 
doch die Produktivmittel, der Grenznutzentheorie gemäß, ihren 
Wert von dem Wert der Genußgüter, zu deren Herstellung 
sie dienen; sind also zeitlich auseinanderliegende Produktiv- 
mittel gegeben, so liegt es nahe, anzunehmen, daß Wertdiffe- 
renzen zwischen ihnen sich nur insofern herausstellen können, 
als die Genußgüter, die aus ihnen hervorgehen, in verschiedenen 
Zeiten zur Herstellung gelangen. Setzt man aber for the sake 
of argument die Zeit als Wertfaktor für die Genußgüter außer 
Kraft, so verliert dieses Moment auch für die Produktivgüter 
seine Bedeutung als Wertfaktor. Das sieht man sofort ein, 
wenn man den Vergleich zwischen den betreffenden Produkt-
	        
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