11. Kapitel. Beeinflussung der Arbeitsbedingungen durch Koalitionen. 269
59 691, Baugewerbe 58 779 entfielen usw. Von den Vereinen unter
hielten viele besondere Stellenvermittelungsbureaus. Fachbibliotheken,
Streik- und andere Unterstützungskassen sind im übrigen die Haupt
arten der Betätigung, nur selten finden sich Pensions-, Darlehns-,
Unfallversicherungskassen.
An Verbänden (Unionen) von gewerblichen Arbeitersyndikaten
waren Anfang 1903 vorhanden:
Vereine
Mitglieder
39
Lokal- und Bezirksverbände
368
55 501 je desselben Berufs
49
71 77 17
753
211898 „ verschiedener Berufe
45 Landesverbände
1071
252770 „ desselben Berufs
1
Landesverband
32
164 598 „ verschiedener Berufe.
Auch von den Verbänden unterhält eine ansehnliche Zahl Ar
beitsvermittlungsstellen, wobei zu beachten ist, daß in Frankreich
über Mißbräuche der zu Erwerbszwecken betriebenen privaten Arbeits
vermittlungsstellen seit Jahren lebhafte Klagen geführt worden sind.
In Italien sind Anfang 1903 von sozialistischer Seite — die Be
rufsvereine stehen dort überwiegend unter dem Einfluß der sozia
listischen Partei— festgestellt 27 Zentralorganisationen mit 2768 Zweig
vereinen und 480 689 Mitgliedern.
Noch geringer ist die Zahl der in Berufsvereinen organisierten
Arbeiter in anderen Ländern. In Österreich waren 1902 der Gewerk
schaftskommission angeschlossen 47 Zentralorganisationen mit 302
Landes-oder Lokalverbänden, 1397 Ortsgruppen und 135 178 Mitgliedern;
dazu treten noch „allgemeine“, d. h. nicht beruflich gegliederte Ge
werkschaften mit 91 Landes- oder Lokal vereinen, 43 Ortsgruppen und
4450 Mitgliedern. Das Newyorker Arbeitsamt schätzt für 1902 die
Zahl der in Berufsvereinen organisierten Arbeiter auf:
in Dänemark . 96000 in der Schweiz . . . 54000
„ Belgien . . 89000 „ den Niederlanden . 12 000
„ Schweden . 67 000
In Spanien waren der 1888 begründeten Union general de Tra-
bajadores Anfang 1903 angeschlossen 29 Zentralberufsvereine mit 282
Zahlstellen und 46896 Mitgliedern. In Kanada schätzt die Soziale
Praxis die Zahl der in Berufsvereinen organisierten Arbeiter Anfang
1903 auf 100 000; in Australien beträgt die entsprechende Zahl für
1902 nach dem Newyorker Arbeitsamt 250 000.
Das sind alles bescheidene Ziffern, und selbst in England, dem
Vorbilde für diese ganze Entwicklung, ist — wie erwähnt — nur ein
kleiner Teil der Arbeiterschaft zu Gewerkschaften zusammengeschlossen.
Daß auch die Arbeitgeber sich vielfach in Vereinen und Ver
bänden organisiert haben, ist selbstverständlich. In diesem Zusammen
hänge kommen nur solche Arbeitgebervereine in Betracht, die als