Full text: Die Volkswirthschaftslehre

340 SM 5. Gap. 1. 8c#(ím%niü&igkit ber Gonfwutiou. 
beim Unterliegen im Kampfe ums kümmerliche Dasein so oft 
erwachende Neigung zur Verübung von Gewaltthätigkeiten 
zugleich auch das Leben Anderer vielfach gefährdet. Außerdem 
kommen zuvorkommend wirkende, vorbeugende Hindernisse („prä 
ventive Gegentendenzen") hinzu, welche die menschliche Fort- 
pflanzung zurückhalten und dadurch das Eintretenkönnen einer 
nachhaltig zu starken Volkszunahme verhüten helfen, die bei der 
natürlichen Fruchtbarkeit der Menschen an sich keineswegs 
unmöglich wäre. Solche entspringen theils der Sinnlichkeit, theils 
der Sorglichkeit der Menschen, und ergeben sich einerseits aus 
den die Fruchtbarkeit zerstörenden Folgen geschlechtlicher Aus 
schweifungen, andererseits aus der Besorgnis;, Nachkommen 
entweder überhaupt nicht oder doch nur in beschränkter Anzahl 
und bezüglich nicht ohne Einschränkung des eigenen Bedürfniß 
inaßes standesgemäß ernähren zu können, die ihrerseits nun 
freilich soivvhl zu sittlich achtbarer Enthaltsamkeit bestimmen als 
zu verwerflichen Naturwidrigkeiten verleiten kann. Dagegen 
veranlaßt bei der Stärke, in welcher die Geschlechtsliebe und die 
Kinderliebe überall wirksam sind, im Allgemeinen jede zufolqe 
Gnoeitcrung ber emerbageícgcnSeitcn, befonberë reifer 
Grnten zc. eingetretene 861^01118 ber UnterMtëmittel ein 
entMenbcë %8a#n ber #0%# bur# ^un^rne ber 
Trauungen unb Geburten, während umgekehrt Geschäftsmangel 
Mißernten ,c. bie Gtcrb(i#it bergrößern. Gbcn be^aib werben 
"uch stets die durch Epidemien, Kriege, Auswanderung re. 
entftanbenen Üüden in ber Bcboífcrung, insofern babur# bie 
zugänglichen Unterhaltsquellen nicht etwa unwiederbringlich 
geschwächt morden sind, bald wiederausgefüllt. DieBevölkerungs 
dichte kann sonach zwar mittels natürlichen Zuivachses oder 
Zuzugs von Außen niemals dauernd die sich aus der Menge 
der verfügbar zu machenden Unterhaltsmittel ergebende Schranke 
übersteigen, rüñt dieser jedoch im Ganzen stets inöglichst nahe 
m iutürü#en beffen 8ctrö#i#it non bem 
pcrWtmß ber Geburten gu ben @tcrbcfällen unb bou bem 
Maße abhängt, in welchem erstere während eines bestimmten 
Zeitraumes letztere überwiegen, vermehrt sich demgemäß die 
Bevölkerung jederzeit weit langsamer, als es iiach der physischen 
Natur des Menschen ivohl möglich wäre. Gewöhnlich ivird sogar 
angenommen, daß innerhalb längerer Perioden eine durchschnitt-- 
li#e Äermebrung bon 3 Ißrocent jüßrii# bie ßö#e fei, wel#e
	        
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