§ 183. Größe der Consumtion.
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in civilisirten Ländern von mächtigerer Ausdehnung durch Geburts-
Überschüsse thatsächlich erreicht werde. Das Geburtenverhältniß,
d. h. das Verhältniß der Geburten zur Gesammtbevölkerung,
könnte an sich, falls die im gebährensfähigen Alter stehenden
weiblichen Individuen ein Fünftheil der Bevölkerung ausmachen,
so beträchtlich werden, daß jährlich 1 Neugeborener auf je 10
gleichzeitig Lebende käme. In der Wirklichkeit bleibt aber dieses
Verhältniß hinter seiner physiologisch möglichen Höhe erheblich
zurück, indem es in den meisten Ländern, in denen obige Voraus
setzung rücksichtlich der Frauenzahl zutrifft, neuerlich nicht einmal
halb so groß und in den bedeutenderen Staaten Europas durch
schnittlich nur etwa wie 1 : 29 gewesen sein soll. Auf die
jeweilige örtliche Höhe desselben wirkt namentlich auch die Leichtig
keit zurück, mit welcher sich gegebenen Falls die Gründung einer
neuen Familie ermöglichen läßt, woraus sich zugleich erklärt,
weshalb selbiges je nach der bereits erreichten Dichtheit der
Bevölkerung sowie je nach Art der vorherrschend betriebenen
Erwerbszweige ein einigermaßen verschiedenes ist, und inwieweit
die Anzahl der Geburten durch diejenige der wieder Anderen die
Verehelichung gestattenden Todesfälle bedingt ivird. Das Sterb
lichkeitsverhältniß, d. h. das Verhältniß der Todesfälle zu den
gleichzeitig Lebenden, würde hingegen, wenn alle Menschen das
natürliche, zwischen dem 70. und 80. Lebensjahre liegende Ziel
des menschlichen Lebens erreichten, was völlig unmöglich ist,
wie 1 : 75 sein. Es könnte nach den hierüber angestellten
Berechnungen unter den denkbar günstigsten Voraussetzungen,
falls nämlich möglichst Wenige in ihrem ersten Lebensjahre
abstürben und alle die Schwäche der Kindheit Ueberstehenden keiner
anderen Todesursache als der Altersschwäche unterlägen, sich
selbst bei jährlich einer Geburt auf schon 25 Lebende so gestalten,
daß alljährlich erst auf 57 bis 58 Lebende ein Todesfall käme.
Wie weit jedoch die wirkliche Sterblichkeit diese möglich niedrigste
übertrifft, zeigt der Umstand, daß in Folge des Hinzutretens
anderweiter Todesursachen sich das Sterblichkeitsverhältniß jetzt
z. B. in einer Mehrzahl europäischer Staaten ungefähr auf
1 : 86 stellt. Dasselbe ist in verschiedenen Ländern sehr viel
abweichender und überhaupt schwankender als das Geburten
verhältniß, wird vorerst wiederum überwiegend durch letzteres
beeinflußt, weil die Kindersterblichkeit selbst günstigsten Falls
ungemein beträchtlich bleibt (indem z. B. bei hochkultivirten