§ 195. Consumtionsverbesserungen. 373
Konsumtion gewinnt, es mit der Prodnctionstheilung gemein,
daß sie ebenfalls erst bei entwickelterer Ausbildung des Tausch
verkehrs und nachdem der Bedarf sowohl größer als verschieden
artiger geworden ist, allgemeiner eintreten kann. Mit deren
fernerweiter Ausdehnung aber wird es jedenfalls fortwährend
möglicher, einerseits abweichend gesteigerte Bedürfnisse mittels
thunlichst anpassend hergestellter Güter und somit zusagender zu
befriedigen, andererseits letztere selbst bei nun um so viel mannig
faltiger gestaltetem Bedürfe der ihrer Beschaffenheit nach ent
sprechendsten Benutzung zuzuführen, und für jeden besonderen
Gütertheil, z. B. sogar für Abfälle, eine Gelegenheit zu geeigneter
Verwendung aufzufinden, vermöge welcher sich die Ausnutzung
noch mehr oder weniger wesentlich vervollständigen läßt.
Gebrauchsvereinigung endlich ist in allen Fällen möglich, in
denen ein Gut entweder gleichzeitig oder nacheinander ebenso
füglich mehreren es gemeinschaftlich Benutzenden, als einem aus
schließlichen Benutzer zu dienen vermag. Dieselbe kann jedoch
nur daun umfänglicher eintreten, wenn das durch ein derartiges
Gut zu befriedigende gleichartige und bezüglich gleichgradige
Bedürfniß bereits allgemein und stark genug empfunden wird,
um hinlänglich Viele zu gemeinschaftlicher Benutzung gewisser,
entweder von Genossen für den eigenen Bedarf gemeinsam
beschaffter oder von selbständigen Unternehmungen dargebotener
Befriedigungsmittel bereit zu machen.
Auf Gebrauchsvereinigung beruhende Veranstaltungen, die
sonach entweder von den sich dazu vereinigenden Benutznngs-
lustigen selbst getroffen oder als selbständiges Erwerbsgcschäft
voir Dritten unternommen werden können, und rücksichtlich deren
jede bedürfilißreicher gewordene Zeit eigenartige Beispiele aus
zuweisen hat, stub z. B., abgesehen von Maschinenhaltnngs-
Genossenschaften re., auch die öffentlichen und Leih-Bibliotheken,
die Eisenbahnen re. Solche Einrichtungen befriedigen, insofern
bei Vermehrung der Benutzung die benutzten Güter nicht in
gleichem Verhältnisse vermehrt und beziehentlich verstärkt zu
werden brauchen, das Bedürfniß jedes Einzcliien vielfach besser
rind vermittelst geringeren Aufwandes, als dies ohnedem möglich
wäre. Dieselben entstehen deshalb am mannigfachsten auf den
höheren Kulturstufen, weil sich da ohnehin das Streben nach
qualifieirterer Bedürfnißbefriedigniig reger geltend macht, unb cs