Abschn. 32. Zahlung eiç òvoina, ôvóiaaToç.
151
die aus besonderen Gründen die an jene beiden Leute gezahlten
Summen für drei Monate zusammenfaßt, oder besser vielleicht ein
Auszug aus dem Konto der Staatsbauern.
Die Wendung eiç óvo^aroç wird man sich in der Weise
zu erklären haben, daß der Speicherbeamte, der in schlechtem
Griechisch den Auszug fertigte, bei *eiç’ das Konto des Melas
und des Pikiolis im Auge hatte, in das hinein er die Zahlungen
als Gutschrift übertrug, bei ‘ôvôparoç’ jedoch die Überschrift,
die jedes Konto trug. Die Gutschrift geschah „auf“ das Konto
und „unter“ dem Kamen des Giroempfängers.
Finden wir ôvópaxoç ohne eiç, so kann ôvópaTOç sowohl den
Zahler als auch den Zahlungsempfänger hinter sich haben. Der
Speicherbeamte kann eine Girobuchung sowohl „namens des Zahlers“,
als auch „namens des Zahlungsempfängers“ vornehmen; für ge
wöhnlich aber hat ôvôpaToç in den Speicherquittungen den Zahler
hinter sich. So lautet z. B. Ostr. II 966 (190 n. Chr.):
Me|Lié(TpriTai) 0ri(craupiij) Y€vn(|iiaToç) X (ërouç) Koppóòou
’Avtuuvivou Kaíaapoç toû Kupíou, TTaö(vi) irf, uTr(èp) X(ápa-
Koç) ôvó(iLiaTOç) Xev(paTppo(uç) 7rp(e(T6uTépaç) Yevravoú-
pio(ç) (iTupoú) TpÍTo(v) íp, T{íveTai) (nupoO) f iß. Km ôv{ó-
paroç) TTavap(éujç)’A(TKXdTo(ç) (irupoO) n, T(íveTai) (nupoO)
rj, Ktti òvó(paToç) ¥av(Tv(ÚJT0Ç?) 00oufjí(vioç) (irupoO)
iß, T(íveTai) (TTupoO) iß. TTe.( ) (j(e(y)ri(peíuJiLim).
Hier empfängt der Staatsspeicher als Charax-Steueri „namens“
der Senphatres Vs V12, „namens“ des Panameus Vs und „namens“
des Psansnos V12 Artabe Weizen. Das sind drei kleine Haufen. Wie
im Ostrakon Zereteli Kr. 16 (s. oben S. 142 f.), so ist es auch hier
möglich, daß die Urkunde eine Giroquittung ist, die bei irgend
einem der drei Zahler aufbewahrt wurde ; ebensogut aber dürfen
wir vermuten, daß die Urkunde eine Giromeldung ist, die dem
Giroempfänger, d. h. dem Erheber, vom Speicher zugesandt wurde.
Statt der Wendung ôvôparoç findet man öfter die Wendung
ÚTrèp ôvôpaToç in derselben Bedeutung. So quittieren z. B. in
Ostr. II 2722 (JÍ0 Geldsteuerheber: òiéTpaipev GiveaéTrriç Ticrâriç
Tiptj(ç) òrifiujcríou qpéviKOÇ Tevtí()naTOç) iq (êrouç) ôvó(|LiaToç) ’Avvíou
Bácrcrou (ópaxpqv) a (ößoXouq névie), Kai U7r(èp) ôvó(|uaToç) ’At«-
0uubúipou Ktti Bá(T(To(u) Ka0’ éauTÒv pépoç (ößoXoug Trévie). Dieses
‘ Siehe oben S. 140 Anna. 2.
» vgl. Ostr. II 267.