nicht in der Lage, seine wirkliehe Stellung in der Volkswirth-
schaft zu hegreifen-, er hat einen einzigen festen Glaubenssatz:
Dass das Bestehende ahgeschafft werden müsse.“ Wirth-
schaftliehe und politische Umsturzpläne finden daher leicht bei
ihm Sympathie und Unterstützung, da er durch dieselben sieh
keinen Schaden zuziehen zu können vermeint, wohl aber hofft
seine Lage dauernd zu verbessern.
Diese Erscheinungen treten bei der Landbevölkerung in
derselben Weise nicht auf; die Einfachheit der ländlichen
Sitten, der vertrautere Umgang zwischen Arbeiter und Arbeits
geber sind mildernde Umstände. Der ländliche Arbeiter lebt
nicht wie der städtische in constantem Verkehr mit seinen Be
rufsgenossen, er bleibt dem Club- und Vereinswesen fern, er
hat nicht fortwährend das Schauspiel des Luxus der höheren
Classen vor sich. Auf dem platten Lande ist auch noch zum
Theil in dem Bauernstände ein vermittelndes kräftiges Glied
erhalten worden, welches zugleich Grundbesitzer, Capitalist und
Arbeiter ist. Alle diese Umstände bewirken, dass die geschil
derten Erscheinungen auf dem platten Lande in einer solch
crassen Form wie in der Stadt nicht auftieten.
6. Yerhältniss der Einkommenszweige zu einander.
Bevor wir zu den Mitteln übergehen, die der Staat an
wenden sollte, um die Lage der wirthschaftlichen Classen zu
heben, müssen wir eine kurze, vergleichende Betrachtung an
stellen über das heutige Verhalten der Einkommenszweige der
Production und der Vertheilung der wirthschaftlichen Güter
gegenüber. Aus einem solchen Vergleiche nur können wir er
sehen, in welcher Weise die wirthschaftliche Harmonie gestöit
worden ist.
Dieses Verhalten nun gestaltet sich folgendermaassen:
1. In Beziehung zur Production, wovon die Höhe
• des Gesammteinkommens abhängt:
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