Object: Die Zucker-Industrie auf Cuba

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Wendung der Diffusion auf Zuckerrohr und Sorghum. Darin wird vor 
weg historisch erwähnt, daß das landwirthschaftliche Departement im 
Jahre 1883 bereits Versuche angeordnet habe. Im folgenden Jahre 1884 
habe der Congres; zu deren Fortsetzung in größerem Umfange die Geld 
mittel bewilligt. Im Jahre 1885 seien die Versuche fortgeführt worden 
„unter vielen Schwierigkeiten aber mit einem gewissen Grade von Erfolg"; 
es sei dann eine Diffusionsbatterie in Ottawa eingerichtet worden. Weiteres 
über die Art der Erfolge wird nicht angegeben, dagegen ausführlich be 
richtet über eine Informationsreise, welche zur Besichtigung von Diffnsions- 
anlagen in verschiedenen Fabriken in Frankreich, Spanien u. s. w. gemacht 
worden. In Paris traf der Berichterstatter einen Abgesandten aus Java, 
der ihm über die Versuche zur Einführung der Diffusivi; in Java im 
Jahre 1885 Mittheilungen machte, die natürlich nicht schlecht lauteten. 
Gelegentlich erwähnt der Berichterstatter auch, das; die Messer, welche in 
Java zum Rohrscheiden bei den beschriebenen Versuchen gebraucht wurden, 
von „der Sudenburger Maschinenfabrik in Magdeburg" gefertigt seien. 
Schließlich werden dann die Kosten einer Diffusionsbatterie nach den Gut 
achten Europäischer Fabrikanten angegeben, und zwar bei 16 Diffuseuren 
und ebensoviel Vorwärmern auf 15 674 Dollar (b. t. auf rund 67 000 Mk.) 
bei Baarzahlung; bei nur 12 Diffuseuren verringerten sich die Kosten um 
5000 Dollar (21 500 Mk.). 
Von Cuba's Diffusions-Anlagen ist in diesem Berichte nichts gesagt, 
was man wohl hätte erwarten dürfen, wenn sie damals dort bereits einige 
Ausdehnung erlangt hatten. Auch im Uebrigen muß man nach diesen 
Berichten annehmen, das; vor anderthalb Jahren die Einführung der 
Diffusion in Amerika und den Antillen noch nicht weit vorgeschritten war. 
12. Zuckergehalt des Rohres. 
Im Jahre 1885 brachte die Zeitschrift sugar cane die Mittheilung 
eines „Pflanzers mit 38jähriger Erfahrung", wonach die Pflanzer, 
welche Muskovadenzucker bereiten, nicht mehr als 60% des im Rohr 
enthaltenen Zuckers zur Verarbeitung bringen; Jedermann wisse, das; 
die Rüben erheblich weniger Zuckergehalt besitzen als das 
Rohr, und doch seien sie wirthschaftlich doppelt so produktiv als das 
letztere. Hiermit wird in der That nur die allgemeine Ansicht wiederholt,- 
welche auch heute, trotz der erheblich verbesserten Beschaffenheit der Rüben, 
als selbstverständlich eine natürliche Ueberlegenheit des Rohres über die 
Rübe anzunehmen pflegt. Die gewöhnliche Angabe kounnt darauf hinaus, 
dem Zuckerrohr einen Zuckergehalt von 18 bis 22% zuzuschreiben, also 
einen Durchschnitt von etwa 20 %. 
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