Full text : Ueber die Möglichkeit einer volkswirthschaftlichen Harmonie

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2.  Die  wirthscliaftliche  Harmonie.
Die  dauernde  Besserung  der  Lage  aller  wirthscbaftlichen
Classen  muss  gesucht  werden  in  der  Verwirklichung  einer  volkswirthscluiftlichen
  Harmonie,  einer  Harmonie,  welche  die  drei
Einkommenszweige  im  Gleichgewicht  hält  dadurch,  dass  sie
sich  gegenseitig  controliren,  so  dass  kein  Stand  den  anderen
libervortheilt,  und  dass  ein  jedes  Individuum,  indem  es  für  sich
selbst  arbeitet,  zugleich  das  Interesse  der  Gesammtheit  fördert.
Nur  eine  solche  Harmonie  kann  den  grossen  volkswirthschaftlichen
  Gedanken  realisiren,  welcher  darin  besteht  dass
1.  die  Summe  der  hervorgebrachten  Güter  grösser  sei  als
die  Summe  der  dringenden  Bedürfnisse  der  bei  der  Production
betheiligten  Individuen;  und  dass
2.  ein  jeder  der  bei  der  Production  Betheiligten  den  seiner
Mitwirkung  entsprechenden  Antheil  am  Ertrage  der  gemeinschaftlichen ­
  Arbeit  erhält.
1.  Die  erste  dieser  Bedingungen  wird  erfüllt:
a)  Dadurch,  dass  die  drei  Productionsfactoren  in  einem
zweckmässigen  Verhältniss  sich  an  der  Production  betheiligen.
Dieses  Verhältniss  ist  kein  absolutes  ;  es  hängt  vielmehr  dasselbe ­
  ab  von  dem  jeweiligen  Culturzustande  einer  Volkswirthschaft
  und  von  ihrer  besonderen  Produktionsweise.  Die  Factoren
Arbeit  und  Capital  nehmen  in  einer  fortschreitenden  Volkswirthschaft
  meistentheils  in  grossem  Massstahe  zu,  während  es  mit
jedem  Tage  schwieriger  und  kostspieliger  wird,  neue  Naturkräfte
zur  Production  heranzuziehen.  Daraus  entstehen  Missverhältnisse,
welchen  nur  dadurch  abzuhelfen  ist,  dass  man  eine  neue  Productionsweise
  einführt,  bei  welcher  die  Natur  weniger  als  früher
betheiligt  ist,  —  oder  dadurch,  dass  der  in  Missverhältniss  gcrathene
  Factor  aus  wandert,  um  in  der  Fremde  ein  günstigeres
Feld  für  seine  Thätigkeit  aufzusuchen.  Es  existiren  in  der
Welt  noch  vielfach  unbenutzte  Naturkräfte,  und  solange  diese
nicht  in  Anspruch  genommen  sind,  sollte  ein  grelles  Missver-
            
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