thumbs: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

auszugeben, die er nach Belieben in Gold oder Silber 
wieder ‚einlösen konnte, Die Auswirkung dieses Ge- 
setzes war unheilvoll. Es gab.zuviel Silber und daher 
wurde dieses Metall unerwünscht. Die Geldmakler 
zogen Gewinne daraus, daß sie das schlechtere Metall 
gegen das bessere eintauschten und das Gold ins Aus- 
land sandten. Nach 3 Jahren (Juni 1893) wurde das 
Gesetz wieder für ungültig erklärt, aber inzwischen 
hatte das Schatzamt fast 150 Millionen in Gold 
verloren. Doch die Ungültigkeitserklärung jagte wieder 
den Kapitalisten Schrecken ein. Sie fürchteten, daß 
man sie zwingen werde, in Silber zurückzunehmen, 
was sie in Gold hergegeben hatten, Die im Kongreß 
heftig verfochtene Ansicht, ein Metall sei so gut (re- 
lativ gesprochen) wie das andere und die Staatsschul- 
den könnten in Gold oder Silber gezahlt werden, ließ 
diese Befürchtungen nicht ganz ungerechtfertigt er- 
scheinen. Und hinter den Vorkämpfern dieser Ansicht 
standen die silbererzeugenden Staaten der Union und 
versuchten mit allen Mitteln. ihre Interessen zu 
wahren. 
Im Westen las jedermann ‚„Coin's School of 
Finance‘, ein Buch von Harvey, das in schulmeister- 
lichem Tone die Nachteile der Goldwährung ausein- 
andersetzte, und Karikaturen gingen von Hand zu 
Hand, auf denen die Farmer als eine Kuh dargestellt 
waren und Wall Street als der eifrige Melker, der aus 
dem: treuen Tier den letzten Tropfen Milch heraus- 
zupressen sucht. In den Zügen sah man die Leute 
nichts anderes lesen oder ansehen, und man hörte sie 
die „Goldkäfer” in den schönsten Kraftausdrücken 
verfluchen, Die wilde Agitation der Silberanhänger 
und der drohende Niedergang der wirtschaftlichen 
Lage kamen zusammen und ‚erzeugten eine doppelt 
wirksame Panik, Und als ob die Schwierigkeiten im 
‘10
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.