fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Limonade 
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Liniment 
das aus den Fruchtschalen von Limetta- 
arten gepreßte ätherische Öl, wird -nach der 
Herkunft in zwei Sorten geschieden: Westindi 
sches L. von Citrus medica var, acida be 
sitzt goldgelbe Farbe, ein spez. Gew. von 0,878 
bis 0,901 und eine Drehung von -(-32 bis +38°. 
Sein wichtigster Bestandteil ist Zitral, das zu 
etwa 6—g 0/0 vorhanden ist. Italienisches 
L. von Citrus limetta (Risso) ist bräunlich 
gelb und enthält erhebliche Mengen Limonen, 
C 1( yH 16 , neben Linalool und Linalylazetat. Das 
spez. Gew. beträgt 0,872, die Drehung —58 °. 
Das L, wird zu Parfümeriezwecken verwandt, 
im Kleinhandel aber meist durch Zitronenöl 
ersetzt. 
Limonade. Der von Limone (Zitrone) abge 
leitete Name bezeichnet Mischungen von Frucht 
saft, Zucker und Wasser. Mit Kohlensäure her 
gestellte L., die allein einen Gegenstand des 
Handels bildet, ist unter Brauselimonade be 
sprochen. 
Linaloeholz (Linalue, Linanue), das Holz 
verschiedener Burserazeen, wie Bursera 
aloexylon, Delpechiana Poiss., ferner von 
Elaphrium graveolens, nach anderen von 
Amyris Linaloe, ist sehr reich an ätherischem 
Öl und besitzt deshalb einen starken, sehr 
angenehmen Geruch. Das in frischem Zu 
stande gelblichweiße, nach mehrjähriger Lage 
rung hellbräunlich und geruchlos werdende 
Holz wächst in den heißen Tälern der west 
lichen mexikanischen Kordilleren, namentlich 
in der Gegend von Misteca bei Matamoros. 
Eine andere Sorte von Linaloeholz kommt 
neuerdings auch aus Kayenne, wo es gleich 
falls zur Destillation von Linaloeöl benutzt 
wird. Dieses Holz stammt aber nicht von 
einer Burserazce, sondern wahrscheinlich von 
der zu den Laurazeen gehörigen Ocotea cau- 
data ab. 
Linaloeöl (Lignaloeöl, lat. Oleum linaloes, 
frz. Essence de bois de Linaloö, engl. Oil of 
Linaloes wood), das ätherische Öl desLinaloe- 
holzes, wird durch Wasserdampfdestillation 
aus letzterem gewonnen. Mexikanisches Holz 
liefert bis zu 2,5 0/0 eines wasserhellen oder 
schwach gelblichen Öles, das sich in zwei 
Teilen 700/oigem Alkohol auflöst und ein spez, 
Gew. von 0,875—0,891 und eine Drehung von 
— 3 bis — 14 0 zeigt. Vereinzelt kommt auch 
rechtsdrehendes Öl (bis etwa +8°) in den 
Handel. Kayenne-Linaloeöl, das in einer Aus 
beute von 0,6—1,60/0 erhalten wird, ist von 
gleicher Farbe und Löslichkeit wie das mexi 
kanische Öl, hat ein spez. Gew. von 0,870 bis 
0,880 und eine Drehung von —10 bis —19 0 . 
Das L. besteht im wesentlichen aus Linalool, 
C 10 H lg O, dem Ausgangsmaterial für Maiglöck- 
chenparfüm, zu dessen Herstellung es Verwen 
dung findet. Daneben sind noch Terpineol so 
wie geringe Mengen von Methylheptenon und 
Geraniol vorhanden. 
Lindenbast (frz. Tille, engl. Bast of linden 
tree) dient zur Herstellung von geflochtenen 
Matten, die hauptsächlich von Rußland in sehr 
großer Menge geliefert werden und zum Ver 
packen von Kaufmannsgütern besonders gesucht 
sind sowie zur Anfertigung von Körben und 
Decken. Der Bast wird in der Saftzeit geschält 
und ähnlich wie Flachs behandelt. 
Lindenblüten (lat. Flores tiliae, frz. Fleurs de 
tilleul, engl. Linden flowers). Die duftigen 
Blüten unserer Linden, Tilia ulmifolia s. 
parvifolia, T. platyphyllos s. grandifolia, 
bilden getrocknet, aber dann fast geruchlos, 
einen Gegenstand des großen und kleinen Kräu 
terhandels. Man sammelt die Blütenstände teils 
mit, teils ohne die Brakteen (cum seu sine 
bracteis), das sind die mit dem gemeinsamen 
Blütenstiel bis zur Hälfte verwachsenen, hell 
gelblichgrünen, trocken erscheinenden Deck 
blätter und verwendet sie als schweißtreibendes 
Mittel und zu Bädern. Zur Abscheidung des 
Aromas destilliert man die L. im frischen Zu 
stande mit Wasser, welches die geringe Menge 
ätherisches- Öl (0,040/0) aufnimmt und so das 
Lindenblütenwasser (lat. Aqua tiliae, frz. 
Eau distillöe de tilleul, engl. Linden flowers 
water) bildet. Nach mehrfacher Destillation des 
selben Wassers über neue Mengen von Blüten 
unter Zusatz von Salz sammeln sich beim 
Stehen des Destillates Öltröpfchen auf der Ober 
fläche an, welche mit Äther ausgeschüttelt 
werden. Das in den Blüten nur etwa zu 0,040/0 
enthaltene Lindenblütenöl ist farblos, leichter 
als Wasser und von starkem Geruch. 
Lindenholz (lat. Lignum tiliae, frz. Bois de 
tilleul, engl. Linden wood), das Holz der ver 
schiedenen Lindenbäume, stammt am häufig 
sten von der kleinblättrigen oder Winter 
linde,Tilia parvifolia, die über ganz Europa 
verbreitet ist und namentlich in Rußland so 
wie im gemäßigten Asien große Wälder bildet, 
während die großblättrige oder Sommer 
linde (Tilia grandifolia) einen viel be 
schränkteren Verbreitungsbezirk hat und haupt 
sächlich in Süddeutschland und Österreich an 
getroffen wird. Das L. ist weiß, etwas ins 
Graue und Rötliche spielend, sehr weich und 
leicht, aber doch auch zähe, dicht und von sehr 
gleichmäßigem Gefüge. Es besitzt wenig her 
vortretende Jahresringe, spaltet leicht, aber nicht 
eben, läßt sich nach verschiedenen Richtungen 
hin leicht bearbeiten, ohne auszubröckeln, und 
eignet sich daher vorzüglich zu Bildhauer 
arbeiten. L. nimmt, wenn auch schwierig, eine 
schöne Politur an und steht im Trocknen sehr 
gut, geht aber bei Feuchtigkeit bald zugrunde 
und ist dem Wurmfraße sehr ausgesetzt. Es 
wird auch zu Zeichenbrettern, als Modellier 
holz, von Instrumentenmachern, Drechslern und 
Tischlern viel benutzt. Das Holz der Winter 
linde ist etwas dunkler, zäher und härter als 
das der Sommerlinde. Die aus L. bereitete 
Holzkohle (lat. Carbo tiliae, frz. Charbon 
de tilleul, engl. Lindenwood charcoal), wird 
als Zahnpulver benutzt. 
Liniment (Linimentum) nennt man äußer 
lich anzuwendende Heilmittel von schwerflüssi 
ger bis halbfester Beschaffenheit, die wirksame 
Stoffe wie Alkaloide, Ammoniak, Kampfer, 
Kapsikum, Schwefel usw. im Gemisch mit Sal 
ben und teilweise verseiften Fetten enthalten. 
Besonders bekannt sind flüchtiges L. (Lini 
mentum ammoniatum) aus Olivenöl, Mohnöl 
oder Sesamöl mit Ammoniak; Kampfer-L.
	        
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