31
t fort»
n Jn-
i, was
' zahlt
Gläu-
n den
-ch die
nchkeit
geben,
Mig-
t, Er-
nliften
Waren
ätiger
allsten
1 Bei
zn be-
r 23 er»
)as ist
mheit,
ir das
gstens
r war.
ptelenJ
beiter,
2 Kon-
tultur
er sie
schätze I
lit der
lieber
voller
es sich
sofort
e den
aderen
es sich
macht.
;rkstatt
nn ab,
über»
„Das ist recht einfach," erwiderte Wilhelm, „das haben wir erst kürz
lich in der Handelsschule gelernt. Das macht man so: Zum Preis des Roh
materials wird ein Betrag für die Äbnsitzung der Maschinen und Baulich
keiten und ferner der Betrag der Löhne geschlagen. Zu dieser Summe wird
der gewöhnliche Profitprozentsatz gerechnet, und so ergibt sich der Verkaufs
preis. Wenn ich zum Beispiel den Preis wissen will, um den ich einen Anzug
verkaufen darf, dann rechne ich den Preis von Stofs, Futter, Zwirn u. s. w..
dazu kommt die Abnutzung der Nähwaschinen, ein kleiner Teil der Werkstatt
miete ynb der Arbeitslohn. Macht das alles zusammen, sagen wir, 30 Mk.
aus, so schlage ich noch 20 Prozent dazu, das sind 6 Mk.; ich kann also den
Anzug mit 36 Mk. verkaufen. Vorsichtshalber werde ich seinen Preis freilich
in der Regel mit 40 Mk. ansetzen, wenn ihn nicht die Konkurrenz mit 38
oder gar mit 36 Mk. anbietet. Niedriger darf ich aber nicht gehen."
„Das ist ja alles ganz schön," meinte Karl nachdenklich, „aber ich ver
stehe nicht recht, warum du gerade 20 Prozent dazuschlägst und nicht 50 Pro
zent. Da würdet ihr doch noch mehr verdienen."
„Das geht eben nicht," erwiderte Wilhelm, „denn wir können nicht
teurer verkaufen als die Konkurrenz, sonst liefen uns die Kunden davon.
So rechnen alle den gleichen Profit von 20 Prozent."
„Das verstehe ich aber noch immer nicht," wandte Karl ein. „Haben
denn alle Kleiderhändler und Schneider eine Vereinbarung getroffen, daß
sie den gleichen Profit von 20 Prozent machen? Und warum haben sie denn
nicht alle lieber mehr festgesetzt?"
„Das ist wahr," bemerkte Wilhelm etwas verlegen, „daran habe ich
noch gar nicht gedacht. Eine Vereinbarung besteht nicht, und doch hat der
Profit eine bestimmte Höhe. Von der Willkür der Meister kann diese nicht
abhängen, ober es rechnen doch alle mit ihr. Wovon sie abhängt, das weiß ich
nicht; aber das ist sicher, daß die Preise so zustande kommen, wie ich dir
cs geschildert habe."
„Das ist schon richtig," warf ich ein, „aber ist diese Rechnung die
Antwort auf Karls Frage? Du gehst zum Beispiel vom Preis des Roh
materials aus: aber da entsteht ja gleich wieder die Frage, wovon denn
dieser abhängt. Dann rechnest du den. Ilrbeitslohn dazu. Aber wie groß ist
beim dieser?"
„Das hast du uns selber schon einmal auseinandergesetzt," erwiderte
Wilhelm. „Erinnere dich, als wir von der Entstehung des Proletariats
sprachen, da zeigtest du uns, daß das Kapital die Arbeiter immer auf einen
Lohn beschränken will, der gerade zum Leben hinreicht, und wie die Arbeiter
immerfort kämpfen müssen, um bessere Löhne durchzusetzen. Im großen und
ganzen muß es also doch so sein, daß die Slrbeitcr so viel Lohn bekommen,
daß sie davon leben können. Der Lohn muß daher mindestens so hoch sein,
daß der Arbeiter sich alle notwendigen Lebensrnittel kaufen kann."
„Da hast du sehr richtig kalkuliert," erwiderte ich, „aber da siehst du erst
recht wieder, daß der Lohn abhängt vom Preis der Lebensmittel. Wir wissen
also jetzt, daß sich der Preis des Slnzugs, den du vorhin als Beispiel gewählt
hast, aus vielen anderen Preisen zusammensetzt. Wir wissen also eigentlich
darüber, wovon denn die Preise abhängen, nicht viel mehr als früher."
„Das kann ich nicht einsehen," gab Wilhelm zurück. „Wenn ich zum
Beispiel gefragt werde, wie lang ein Stoff ist, so werde ich antworten, er hat
soundso viele Meter; da habe ich doch auch nur gezeigt, daß seine Länge sich
aus anderen Längen zusammensetzt. Und gerade so gut ist es auch eine ge-