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(Schlesien) u. s. w. constatirt haben. In allen den genannten Localitäten \
haben wir thatsächlich in einer und derselben kaum ein paar Meter hoher
Wand Jnoceramen und Nummuliten gesammelt.
Die rothen Thone bilden somit eine ausgezeichnete Leitschicht, denn
obwohl man in derselben nicht immer die nummulitenführende Sandsteine
eingeschaltet findet, so unterliegt es nicht dem mindesten Zweifel, daß sie
überall in unserem Gebiet dieselben d. i. von eocenen Alter sind. x ) Man
soll sich im Gegentheil wundern, daß wir den nummulitenführenden Sand
stein, der doch so eine geringe Mächtigkeit besitzt (gewöhnlich nur einige
Decimeter) in so vielen Punkten anstehend fanden"), denn wie leicht könnte
derselbe ausgewaschen, oder von den losen Thonmassen überschüttet werden.
Es steht soweit fest, daß das untere Eocen das unmittelbare Hangende
der Ropianka-Schichten bildet.
Bei der Erklärung dieser Thatsache drängt sich vor Allem die An
nahme auf, daß wir es hier ähnlich wie stellenweise in Schlesien mit einer
großartigen Transgression zu thun haben, vorausgesetzt natürlich, daß wir
die Ropianka-Schichten als Neocom betrachten. Diese Annahme scheint uns
jedoch wenig plausibel zu sein, indem hier keine Transgressionserschei-
nungen sichtbar sind. Die rothen Thone liegen nicht nur ganz concordant
auf den Ropianka-Schichten,' sondern sie alterniren sogar in den unteren
Partieen mit den letzteren, so daß wir uns in Folge dessen zu der An
nahme gezwungen sehen, die Ropianka-Schichten in unserem Gebiete als
obere Kreide zu betrachten.
Wie wir in unserem Anhang zum ersten Theile ausführlich besprochen
haben, liegen unsere echten strzolkaartigen Gesteine bei Guloszków unweit
von Kamesznica (Schlesien) auf dem Cenoman, so daß unsere Annahme
durch diese Thatsache wahrscheinlich wird.
Wir wollen gerne zugeben, daß es nur stratigraphische Gründe sind,
die uns zu dieser Ansicht berechtigen. Diese ganze Frage ist jedoch rein
theoretischer Natur, und ob man sich nun in der Zukunft für die eine oder
andere Annahme entscheidet, so werden dadurch weder unsere Karten noch
unsere Profile in irgend einer Weise alterirt, denn eines steht fest und
wird sich nie bestreiten lassen, nämlich die Thatsache, daß in
') Wir bemerken ausdrücklich, daß wir nur diese rothen Thone für einen wich
tigen geologischen Horizont betrachten, die unmittelbar den Ropianka-Schichten
ausruhen. Denn anderseits läßt es sich gar nicht läugnen, daß ähnliche Thone
sich in höheren Horizonten wiederholen.
*) Erwähnenswerth ist der Umstand, daß wir ganz denselben grünen breccien-
artigen Sandstein mit Nummuliten aus Moinesti (Rumänien) erhalten haben,
der dort in den rothen Thonen unterhalb der Menilite-Schiefer liegt. Es scheint
somit, daß unsere Schichten eine große Verbreitung in den Karpathen besitzen,
und wir können nicht umhin die Geologen darauf aufmersam zu machen. -s