Full text : Das Petroleumgebiet der galizischen Westkarpathen

Allem  die  Antiklinale  wählen,  da  erfahrungsgemäß  das  Naphta-Vorkommen
  sowohl  in  den  Ost--  als  auch  in  den  Westkarpathen  nur  auf  diese
tektonische  Form  beschränkt  ist.
Wenn  man  nun  auf  diese  Weise  mit  seinem  Schacht  die  naphtaführende
  Schichte  angetroffen  hat,  so  soll  man  die  übrigen  Schächte  theils
im  Vorstächen  der  Schichten,  theils  in  der  Richtung  der  Antiklinale  anlegen. ­
  Diese  Richtung  ist  leicht  zu  finden,  wir  haben  übrigens  in  unserer
Beschreibung  erschöpfende  Angaben  darüber  geliefert.
Wenn  wir  nun  gegenwärtig  sämmtliche  Lokalitäten  unseres  Terrains,
die  entweder  schon  jetzt  ausgedehnte  Naphta-Bergbaue,  oder  Bedingungen
dazu  besitzen,  einer  flüchtigen  Musterung  unterwerfen,  so  wird  sich  das
Ganze  folgendermaßen  darstellen:  In  Ropica  ruska  soll  man  die
Schächte  in  der  Richtung  des  M^cina-Baches  anlegen,  da  dort  die  naphtaführenden
  Sandsteine  in  einem  schönen  Ropianka-Sattcl  sichtbar  sind.
Richt  minder  schöne  Aussichten  hat  das  Terrain  des  H.  Tarasiewicz
oberhalb  der  Schlucht,  weil  durch  diese  Gegend  gerade  der  Rücken  der
Antiklinale  läuft.  *)
Es  ist  aber  nicht  rathsam  weit  hinauf  zu  steigen,  da  mau  sonst
mächtige  Massen  der  eocenen  Thone  und  Sandsteine  durchteufen  müßte.
S^kowa  hat  unserer  Ansicht  nach  eine  große  Zukunft,  besonders  in
der  Gegend  an  der  Schlucht  oberhalb  des  Wirthshauses.
Das  Bergwerk  von  Siary  ist  in  seiner  gegenwärtigen  Lage  ziemlich
erschöpft.  Es  wäre  aber  sehr  angezeigt  oberhalb  des  Bergbauterrains
gegen  SW.  Versuche  anzustellen,  da  hier  der  Hauptsattel  streicht.  Obwohl
man  hier  auch  einen  Theil  des  Eocens  durchteufen  müßte,  so  würde  sich
das  auf  jeden  Fall  lohnen,  da  hier  die  naphtaführenden  Schichten  mächtig
entwickelt  ftitb. i)  2 )
Ju  íidêfi  hat  man  keine  guten  Aussichten  auf  Erfolg,  und  wenn
man  überhaupt  hier  etwas  erwarten  soll,  so  kann  man  es  nur  durch  Tiefbohrungen
  erreichen,  wie  das  bereits  früher  auseinandergesetzt  wurde.
Dasselbe  gilt  von  Macina  mata.
Der  Bergbau  von  Macina  wielka  ist  sehr  erschöpft.
Es  bleibt  nur  noch  das  Terrain  längs  der  Schlucht,  die  die  östliche
Grenze  des  gegenwärtigen  Bergbaues  bildet,  wo  man  Proben  anstellen  könnte.

i)  Die  polnische  Ausgabe  der  gegenwärtigen  Arbeit  war  bereits  im  I.  18H1
fertig.  Seit  jener  Zeit  hat  sich  unsere  Annahme  bestätigt,  denn  der  H.  Bergwerksdirector
  Winiarski,  der  den  ganzen  Bergbau  mit  Sachkenntniß  leitet,  ist  hier
Ihatsächlich  zu  befriedigenden  Resultaten  gekommen.
Es  gereicht  uns  zur  großen  Genugthuung,  daß  unsere  theoretische  Annahme ­
  sich  praktisch  glänzend  bewährt  hat.  Die  Schächte,  die  in  der  von  uns
angezeigten  Richtung  angelegt  werden  liefern  bedeutende  Quantitäten  an  Naphta.
            
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