Full text : Das Petroleumgebiet der galizischen Westkarpathen

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Was  nun  die  subkarpathische  Ebene  in  der  Gcgeird  von  Wojtowa,
Libusza,  u.  s.  w.  anbelangt,  so  wollen  wir  uns  in  die  Erörterungen  der
dortigen  Erdölverhältnisse  gar  nicht  einlassen,  da  dieses  Gebiet  s.  Z.  von
Herrn  Szajnocha  aufgenommen  wurde,  von  dem  auch  bereits  vor  mehreren
Jahren  eine  detaillirte  Monographie  darüber  in  Aussicht  gestellt  wurde.
Wir  werden  uns  somit  in  den  nächstfolgenden  Ausführungen  nur  auf
das  eigentliche  Gebirge  den  Westkarpathen  beschränken.
Der  dritte  und  wichtigste  Naphta-Horizont  des  westkarpathischen
dirges  liegt  unter  den  rothen  Thonen  in  den  Ropianka  Schichten.
Dieser  Horizont  zerfällt  in  mehre  Subhorizonte,  denn  die  naphtaführenden
  Schichten  wiederholen  sich  oft  einige  Male.  Das  Erdöl,  das
hier  vorkommt  ist  grünlich,  im  durchfallenden  Lichte  rubinroth,  paraffinreich, ­
  hochgrädig  (nie  unter  35 0  oft  aber  über  50".)
Somit  haben  wir  auch  die  erste  Bedingung  des  Naphta-Vorkommens
kennen  gelernt,  es  ist  das  die  Anwesenheit  von  Ropianka-Schichten.  Der
Bergbauunternehmer,  der  auf  seinem  Gebiete  keine  Ropianka-Schichten
besitzt,  hat  auch  fast  gar  keine  Aussichten  alls  Erfolg  seiner  Schürfungen.
Wie  man  diese  Schichten  erkennen,  und  auffinden  soll,  wo  sie  that
sächlich  vorkommen,  das  wurde  bereits  im  ersten  Theil  eingehend  besprochen,
und  auf  unserer  Karte  dargestellt.
Man  darf  jedoch  nicht  glauben,  daß  sämmtliche  Gesteine  der  Ropianka
Schichten  naphtaführend  sind,  im  Gegentheil  diese  Eigenschaft  ist  aus
einige  wenige  Felsarten,  vor  Allem  aber  auf  den  bereits  früher  erwähnten
grobkörnigen  Sandstein  beschränkt.  Außerdem  findet  man  das  Oel  in
Hellen,  grauen  Thonschiefern,  die  mit  andern  Schichten  alterniren.  Am
besten  ist  es,  wenn  diese  Schiefer  das  Liegende  des  naphtaführenden
Sandsteines  bilden,  denn  in  diesem  Falle  kann  man  sicher  auf  sehr
günstige  Resultate  rechnen.
Es  ist  eine  ausgemachte  Thatsache,  daß  so  lange  man  sich  mit  dem
Schacht  in  dem  Sandstein  selbst  befindet,  man  keinen  Naphta  Zufluß  erwarten
darf,  und  erst  im  untersten  Theile  des  Sandsteines,  nämlich  an  der
Grenze  der  Thonschiefer  erscheinen  die  ersten  Zuflüsse,  und  auf  diese  Weise
wird  jede  ölführende  Schichte  von  unten  abgezapft.
Die  zweite  Bedingung  zu  einer  rationellen  Naphta-Gewinnung  ist  somit ­
  die  Auffindung  dieser  Schichten.  Wir  machen  aber  darauf  aufmerksam,  daß
man  keineswegs  unmittelbar  dort  Schächte  anlegen  soll,  wo  Naphta-Spnren
vorkommen,  denn  dieselben  zeigen  sich  geivöhnlich  in  den  Punkten,  wo  die
Schichten  auf  die  Oberfläche  kommen,  und  es  läuft  somit  bei  solcher
Anlage  die  Gefahr,  daß  man  mit  seinem  Schacht  die  gewünschten  Schichten
verfehlt.
Man  soll  den  ganzen  geologischen  Bau  berücksichtigen,  und  dabei  vor
            
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