Full text: Das Petroleumgebiet der galizischen Westkarpathen

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Außer den unteren Ropianka-Schichten erscheinen hier übrigens im 
Hangenden und alternirend ' mit ihnen auch die oberen in Gestalt von 
dunklen schieferigen Mergeln und plattigen Sandsteinen, und so geht es bis 
Cieniawa fort, wo die rothen Thone immer mehr und mehr an Mächtig 
keit zunehmen, bis sie endlich auf einmal unter den mächtig entwickelten 
eocenen Sandsteinen verschwinden. 
Dasselbe Profil erhalten wir, tvenn wir von Grybów die Eisenbahn- 
trace verfolgen oder den Bach „Pajgka", der beinahe parallel mit dem 
Strzylawka-Bache fließt, hinaufgehen. 
Besonders interessante Durchschnitte sehen wir bei den Wächterhäuseru 
Nr. 59 und 57. Bei Nr. 59 endigen die rothen Thone, jedoch ist da 
keine scharfe Grenze vorhanden, im Gegentheil der Uebergang ist ganz 
allmählig, so daß man die Wechsellagerung der Thone mit den eocenen 
Schiefern und Sandsteinen beobachten kann. Nicht weit vom Wächter 
hause Nr. 57 liegt ein Steinbruch, in dem mächtige Bänke eines Sand 
steines mit kleinen Hieroglyphen entblößt sind. In den Zwischenlagen 
sieht man harte, branngraue, gelblich verwitterbare Schiefer. 
Beim Bahnhöfe in Ptaszkowa erscheinen zum letzten Male die 
rothen Thone, mit den glasigen Sandsteinen, ihr Liegendes d. i. die Ro- 
Pianka-Schichten sind erst unten im Bache zu sehen, während längs der 
Trace nur ihr Hangendes d. i. eocene Sandsteine entwickelt sind. Der 
mit dem Namen „Gorki" bezeichnete Gipfel, auf den die Eisenbahn in 
einem großen Bogen hinaufsteigt, ist aus dünnplattigen grobkörnigen Sand 
steinen, von wahrscheinlich obereocenem Alter aufgebaut. 
Hinter dem Ptaszkowa-Bahnhofe verschwinden die rothen Thone 
gänzlich, und an ihrer Stelle erscheint ein äußerst mächtiger Zug eoceuer 
Sandsteine, der sich bis Neu-Sandec in das Flußgebiet des Dunajec- 
Flusses hinzieht. Unsere Beschreibung der westlichen und südwestlichen 
Umgebung von Grybów wollen wir noch dahin ergänzen, daß die 
höheren Partieen der Gebirgszüge fast ausschließlich aus einem harten 
eocenen Sandsteine mit Hieroglyphen aufgebaut sind. 
Ta die ganze Stadt Grybów auf Menilit Schiefern ruht, die ein 
wenig Oel enthalten und deshalb stark bituminös sind, so äußert sich dieser 
Umstand in einer sehr ungünstigen Weise ans alle Brunnen in Grybów, 
indem das Trinkwasser überall mit Naphta verunreinigt ist und einen un 
angenehmen bituminösen Geschmack annimmt. Diese Schichten sind, 
ähnlich wie es sonst überall der Fall ist, sehr reich an Gasen, die in den 
Brunnen und Schächten stark fühlbar werden, so daß sie einmal —, beim 
Abteufen einer Cisterne, die Veranlassung zu einer gewaltigen Explosion 
waren, die sogar einem Arbeiter das Leben kostete. 
Auf diese Weise haben wir den ganzen südwestlichen Theil der
	        
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