Full text: Das Petroleumgebiet der galizischen Westkarpathen

Weiter bei der Ortschaft Kamionka-Wielka hört der massige Sand 
stein auf und es erscheinen großplattige, feinkörnige Sandsteine mit braunen 
Schiefern, in denen ein Tunnel angelegt ist. 
So gelangen wir nun bis nach Ptaszkowa, wo wir die geologischen 
Verhältnisse bereits früher kennen gelernt. Wir wissen, daß beim Bahn 
höfe die rothen Thone mit den Sandsteinen alterniren, daß sie nachher 
beim Wächterhause Nr. 59 ausschließlich dominiren, und eine Antiklinale 
älterer Schichten anfangen. 
Auf solche Weise haben wir nun die Verbindung mit dem O. her 
gestellt und erkennen daraus, daß dieser ganze Sandsteinzug zwischen Neu- 
Sandez und Ptaszkowa eigentlich auf den rothen Thonen aufruht. 
Ueber die Tektonik dieses Zuges läßt sich nicht viel sagen. Wir haben 
da mehrere parallele fast ganz regelmäßige Falten, die an der Grenze des 
Dunajec- Thales mit einer Synklinale endigen. Wenn auch in unserem 
Profil (Nr. 5) sämmtliche eocene Schichten bis Bobköw in einer und der 
selben Richtung fallen, so darf man nicht glauben, daß dieselben etwa sammt 
und sonders die Hälfte einer einzigen Falte bilden, — im Gegentheil — 
diese Erscheinung hat ihren Grund in der schiefen NO.-Neigung der Falten, 
so daß dadurch beide Flügel jeder Falte in einer und derselben Richtung 
fallen. 
Wenn wir uns von Neu-Sandez mit der Poststraße gegen N. 
in der Richtung nach Zbyszyce begeben, so finden wir hinter Zabctcze 
folgendes. 
Unweit von der Ortschaft Wielopole sieht man in einem Querein 
schnitt unmittelbar hinter und unter bcm eocenen Sandsteine die rothen 
Thone, weiter die strzolkaartigen Gesteine und andere Felsarten der 
Ropianka-Schichtcn in einer ziemlich schwachen Entwicklung. Es ist das 
ein kleiner und sehr isolirtcr Aufbruch älterer Schichten, denn dieselben 
verschwinden bald unter dem eocenen Sandstein. Ihre Lagerung ist sehr 
complicirt und gestört und dabei wegen Mangel an Aufschlüssen wenig 
sichtbar. Die rothen Thone fallen in der südlichen Partie concordant 
unter die eocenen Sandsteine ein, in der nördlichen aber gegen NO., so daß 
wir es hier wahrscheinlich mit einem kleinen Sattel zu thun haben (cf. 
das Profil). 
Hinter den rothen Thonen erstreckt sich gegen WNW. eine Menilit- 
Schiefermulde — als eine Fortsetzung des Menilitschieferzuges: Gryb«>w- 
Mogilno-Koniuszowa, — endlich der große Aufbruch älterer Schichten: 
Stara-Wieä-Mogilno-Librantowa rc. Die beiden letzteren Züge sind uns 
bereits zur Genüge bekannt. 
Wir wollen noch hinzufügen, daß der Gryböwer Menilit-Schieferzug 
sich bei Wielopole stark erweitert, so daß er mit seinem südlichen Theile
	        
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