untern Arbeitnehmer. Artikel erschienen in der Presse, worin
angedeutet lourde, „daß man die Arbeiter nicht zu Handlungen
herausfordern solle, die besser unterblieben". Eine
Unzahl Gerüchte zirkulirte über beabsichtigte Massendemonstrationen.
Der Vorstand des Fabrikstickerverbandes winkte
aber energisch ab. In einer öffentlichen Erklärung vom
24. Januar mahnte er die Mitglieder, „sich doch ja nicht
verfrühten Demonstrationen anzuschließen". „Wenn demonstrirt
werden soll" — lautete der Schluß der Erklärung —
„so schrecken auch wir nicht zurück. Sollte je eine Jnteressentengrnppe
den großen Verband (dem die Fabriksticker
nicht angehörten) sprengen wollen, dann loaren wir im Stande,
eine würdige Demonstration zu veranstalten, an der sich
Tausende von Arbeitern betheiligten."
Es wäre ungerecht, allen jenen Mitgliedern der Arbeit
geberschaft, welche diese Bewegung durch ihr Auftreten hervvrriefen,
die Tendenz zu unterschieben, als hätten sie damals
den Verband sprengen lvollen. Bei den Meisten war Mangel
all Ueberlegung die Ursache ihres Auftretens, zu dem sie sich
wohl nie würden entschlossen haben, wenn sie eine blasse Ahnung
von deli sich daran knüpfenden Stürmen gehabt hätten. Ein
Theil derselben freilich hätte dein Verbände keine Thräne
nachgeweint, denn für ihn wäre dessen Auflösung die will
kommene Rückkehr nach dem Lande Canaan früherer Ungebundenheit
gewesen.
Die rein sachliche Seite der Bewegung faild ihren Ausdruck
in einer Eröffnungsrede des Präsidenten der Sektion
St. Gallen an deren Jahresversammlung am 10. Januar 1889.
Früher eifriger Wortführer der Klassifikation, trat er in jener
Rede unter die Führerschaft der Opposition. Die Rede versuchte
den Nachweis, daß die fünf Monate, in welchen die
Zuschlagstaxen bestanden, dargethan Hütten, daß sie ebenso
unhaltbar als schädlich seien. Nach jenen Ausführungen
Hütte sich gezeigt, daß' die Klassifikation sich einem Preis-