Full text : Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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Gewaltthätiges  an  sich  haben;  aber  wir  sind  nicht  die  An
■greiser,  sondern  die  Angegriffenen  nub  befinden  uns  auf  dem
Standpunkte  der  Nothwehr.  Es  fragt  sich,  ob  Einzelne  auf
Kosten  der  Gesammtheit,  zum  Schaden  Aller  sich  unrechten
Nutzen  verschaffen  dürfen.  Es  fragt  sich,  ob  der  Einzelne
ans  Eigennntz  das  Gemeinwohl  einer  ganzen  Landesgegend
gefährden  darf,  oder  ob  nicht  die  Allgemeinheit  die  Pflicht
hat,  gegen  ein  solches  Treiben  mit  aller  Kraft  aufzutreten.
Ich  glaube,  wir  haben  nicht  nur  das  Recht,  sondern  auch
die  Pflicht  dazu,  denn  wir  schützen  damit  nicht  blos  nus,
sondern  die  ganze  Landesgegend.  Man  darf  nicht  vergessen,
daß  die  durch  die  Berbaudsauflösuug  herbeigeführte  Katastrophe ­
  in  der  Stickerei  auch  von  verheerenden  Folgen  auf
laudwirthschaftliche  und  gewerbliche  Werthe  in  den  industriellen ­
  Landesgegenden  wäre.  Wir  toolkit  diesen  Firmen  noch
eine  letzte  Frist  gewähren.  Kehren  sie  zurück,  soll  Alles
vergeben  und  vergessen  sein;  bleiben  sie  hartnäckig,  soll  der
erbarmungslose  Krieg  Aller  gegen  sie  losbrechen!"
Die  einstimmig  gefaßten  Beschlüsse  lauteten  im  Ganzen
gleich  lote  jene  vom  Juni  1887,  ein  wesentlicher  Unterschied
bestand  nur  darin,  daß  die  diesmaligen  Schlußnahmeu  den
Boykott  znm  bleibenden  Verbandsinstitut  erhoben,  indent
bestimmt  wurde,  daß  derselbe  von  min  an  alle  Nichtverbandsfirmen ­
  treffen  solle  vom  Tage  ihres  Austrittes  oder
ihres  Ausschlusses  an  bis  zum  Tage  ihres  Wiedereintrittes.
Den  Nichtverbands  firmen  wurde  eine  letzte  Frist  bis  znm
24.  Dezember  Abends  4  Uhr  eingeräumt.  Sie  benützten
dieselbe  nicht,  in  der  Hoffnung,  beim  herrschenden  allgemeinen
Arbeitsmangel  und  der  theilweisen  Deroute  int  Vorarlberg
erfolgreichen  Widerstand  leisten  zu  können.  Der  Boykott
begann  mit  dem  26.  Dezember.  Die  Hülfsindustrielleu
hatten  sich  bis  auf  den  letzten  Kistenmacher  demselben  angeschlossen; ­
  auch  die  Banken  beschlossen  Sperre  gegen  die
Gei,naßregelten.  Bezeichnend  für  die  allgemeine  Stimmung
            
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