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zahlreiche »ülfsindnstrien betheiliget sind. Zu erwähnen ist
sodami, daß in dieser Industrie ein schöner Prozentsatz des
ostschweizerischen und vorarlbergischen Nationalvermögens an
gelegt ist. Mit der Nennung eines Betrages von 150 Millionen
Franken an Liegenschafts- und Maschincnwcrthen der Gesammt-
industrie wird man kanm zu hoch greifen. Einschließlich der
sämmtlichen Hülfsindnstricn dürfte die Stickerei zirka 70,000
Personen mehr oder weniger ausschließlich beschäftigen, itnb
sie kann demgemäß als Erwerbsquelle einer Bevölkerlmg von
rund 150,000 Seelen betrachtet werden. Ein Hanptvorzug
derselben besteht darin, daß sie, inklusive der ^nlssindnstrien,
für ein unendlich verschiedenartiges Arbeitermaterial Verwen
dung besitzt, für physisch imb intellektuell wenig bevorzugte
Individuen, wie für solche, welche hierin zu den bevorzugtesten
gehören.
Arbeitgeber Ter eigentliche Arbeitgeber in der Stickerei ist der Kauf-
Arbeitnehmer mann oder Exporteur: der Arbeitnehmer oder Lohnarbeiter
dagegen ist der Einzelsticker nnd Fabrikant. Der Kanfmann
gibt den beiden letztem seine Aufträge nach bestimmten, von
ihm erstellten Mustern nnd zu festen Lohnansätzen in Arbeit;
er liefert ihnen auch gleichzeitig meistens den nothwendigen
Rohstoff. Einzelsticker nnd sogenannter Fabrikant unterscheiden
sich nur darin, daß der erstere blos eine oder hie nnd da zwei
ihm gehörige Maschinen besitzt, während der letztere eine größere
Anzahl derselben hält nnd durch Arbeiter, sogenannte Fabrik
sticker, betreiben läßt. Zn diesen eigentlichen Arbeitnehmern
gesellen sich als dritte Grappe die sogenannten Fergger. Es
sind dies eine Art Arbeitsvermittler zwischen den Kaufleuten
einerseits nnd den Einzelstickern nnd kleineren Fabrikanten
anderseits. Den Lanflenten würde ein direkter Verkehr mit
dem einzelnen Sticker zu zeitraubend sein; ein solcher würde
zugleich unvermeidliche Inkonvenienzen für eine rasche Unter-
bringnng nnd Ausführung größerer Aufträge besitzen. Ander
seits würde der direkte Verkehr auch für den Sticker ziemliche