Lassate bewegt, auf jenem Durchschnittsloh», „der zum notti
wendigsten Lebensunterhalt ausreicht, znr Fristung der im
Volke üblichen Existenz ltitb znr Fortpflanzung". Es gibt
Lagen, wo dies erreicht zu haben schon ein großer Fort
schritt ist; anderseits wird man gut thun, ohne zwingende
Nothwendigkeit auf ein derartiges Korrektiv zu verzichten. Je
weniger man freilich für die Organisation der Produktion thut,
je länger die jetzigen Zustände fortdauern, desto mehr wird
man zu den Minimallöhnen Zuflucht nehmen müssen.
Von der Einführung eines staatlichen Lohnminimums,
für alle Berufe wird im Ernste Niemand reden wollen. Ein
solches wäre vom Standpunkte des Arbeitnehmers ans am
meisten zu beklagen. Die Doppclwirknng des Minimallohnes,
auf der einen Seite wohl die 'Löhne unter ihm zu sich herauf
zuziehen, aber anderseits die Löhne über ihm viel und oft zu
sich herabzureißen, dermaßen sich zum Normallohn gestaltend,
würde sich für die Arbeitnehmer um so empfindlicher fühlbar
machen, als ein staatliches allgemeines Lohnminimnm ans das
Lohnniveau der untersten Arbeitsklassen greifen würde und
müßte und damit die allgemeine Lohnlage wesentlich ver
schlechterte. Auch davon wird der Staat Umgang zu nehmen
haben, den einzelnen Berufsgenossenschaften ein Lohnminimum
zu diktiren, falls die Verhältnisse der Branche derart gewor
den sind, daß sie zu einem solchen greifen müssen. Es soll
beit Bernfsgenossenschaften überlassen bleiben, einen Minimal
lohn einzuführen und dessen Höhe zu bestinnne». In Fällen,
in welchen es zu Differenzen innert den einzelnen Gruppen
einer Berufsgenossenschaft über die Höhe des Lohnminimnms-
käme, könnte der Staat das Schiedsrichteramt übernehmen.
Hat man nach den geinachten Erfahrungen schon an sich
mit einer gewissen Reserve der Einführung von Minimallöhnen
trotz ihrer Lichtseiten entgegen zu treten und kann man nur
beim Vorhandensein gewisser Verhältnisse ihre Einführung
vom Standpunkte des Arbeitnehmers aus wünschen, so