Full text: Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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Abschlüsse fördernd an die Hand zu gehen, ohne daß man 
dem einzelnen Staate eine eigentliche Initiative hierin zn 
mnthen kann. Die modernen Verhältnisse drängen mit ganzer 
Gewalt dahin, daß die sozial-wirthschaftliche Gesetzgebung des 
Staates je länger je weniger einseitig sich blos auf national 
wirthschaftliche Gesichtspunkte steift, sondern daß sie sich in 
dem Maßstabe den Gesetzen der Weltwirthschaft anzuschmiegen 
sucht, in welchem diese Gesetze von bestimmendem Einfluß ans 
die nationale Wirthschaft sind. Mit andern Worten: Die 
wirthschaftliche Gesetzgebung der einzelnen Staaten wird weit- 
maschig genug sein müssen, um zn gestatten, daß gesunde 
wirthschaftliche und soziale Anknüpfungspunkte jeglicher Art 
ohne zu große Schwierigkeiten zmn verbindenden Knoten ge 
schürzt werden können. So z. B. läßt sich eine staatliche 
Sanktion solcher Kartellverträge denken. Wir leben schon jetzt 
hit Zeitalter internationaler Abmachungen und völkerrechtlicher 
Codifikation i» den verschiedensten wirthschaftlichen Gebieten. 
Man täuschte sich aber mit der Annahme, diese Abmachungen 
wären das Produkt einer klugen Berechnung kommender Ver 
hältnisse zum Voraus gewesen, das Resultat eines Geistes, 
der die Marksteine für ein kommendes Zeitalter aufstellt. Die 
Dinge machten sich unendlich prosaischer. Die zunehmend 
engere Gliederung der Nationalwirthschaften zur Weltwirth 
schaft stellt eben stets neue und gebieterische Forderungen auf, 
welche nur aus dem Wege der völkerrechtlichen Codifizirnng 
gelöst werden können. Man war darin w enger schiebend als 
geschoben. 
Derselbe mächtige Faktor, der zum Abschlüsse einer ganzen 
Anzahl derartiger Uebereinkünfte führte, wird dem Gedanken 
eine Zukunft sichern, der im Uebereinkommen des schweizerischen 
und sächsischen Stickereiverbandes lag. Hier gelten die Worte, 
welche Kaiser Wilhelm II. Generalpostmeister Stephan im 
Januar 1891 widmete. Sie lauten: „Die Welt am Ende 
des 19. Jahrhunderts steht unter dem Zeichen des Verkehrs;
	        
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