Object : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Dünnsaft,  Dicksaft,  Sirupe,  Melassen,  Füllmassen,  Rohzucker  usw.  611

fest,  aber  leicht  lösbar  mit  der  Gleitplatte  verbunden,  welche  gemeinschaftlich  mit  anderen
Führungen  die  senkrechte  Verschiebung  der  verbundenen  Röhren  II  und  III  sichern.  Der
Grad  dieser  Verschiebung  wird  an  der  Rückseite  des  Stativs  mittels  Indikators  an  einer
Millimeterskala  abgolesen,  deren  Bruchteile  noch  geschätzt  werden  können.

Das  Farhenglas  besteht  aus
zwei  verbundenen  Glasscheiben;
die  so  hervorgebrachte  Färbung  ist
als  Normalfarbe  mit  100  bezeichnet.
Außerdem  sind  dem  Instrumente
zwei  einfache  Farbengläser  beigegehen, ­
  die  an  Stelle  des  Normalglases ­
  benutzt  werden  können;
man  erhält  so  die  halbe,  anderthalbfache ­
  oder  doppelte  Normalfarhe
zur  Benutzung  bei  sehr  hellen  oder
sehr  dunklen  Flüssigkeiten.  Außerdem ­
  befindet  sich  an  dem  Instrumente ­
  ein  matter,  weißer
Spiegel,  der  das  gleichmäßig  zerstreute ­
  Licht  in  passendem  Winkel
Von  unten  in  die  Böhren  wirft,
und  über  den  Röhren  eine  Augenkapsel ­
  V.  Letztere  enthält  eine
optische  Vorrichtung,  infolge  derer
die  beiden  gleich  oder  ungleich
gefärbten  Sehfelder  als  unmittelbar
uneinanderstehende  Halbkreise  (wie
heim  Polarisationsinstrumente)  erscheinen ­
  ;  die  Einstellung  wird
dadurch  wesentlich  erleichtert  und
genauer  gemacht.  Bei  der  einfacheren ­
  Form  des  Instrumentes
ist  nur  eine  Kapsel  ohne  optischen
Apparat  vorhanden;  die  zu  vergleichenden ­
  Farben  stellen  sich
dann  als  zwei  nebeneinander
liegende  Kreise  dar.
Man  stellt  das  Instrument
80  gegen  das  Licht  und  gibt  dem
Spiegel  eine  solche  Neigung,  daß
beim  Hineinsehen  durch  die  Augenkapsel
  und  nach  Entfernung  des
Parbenglases  die  Sehfelder  beider
Böhren  hell  erscheinen.  Nun  legt
Ulan  das  Farbenglas  mit  seiner
Passung  auf  die  Röhre  II  und  füllt  Fig-  268.  Stammers  Farbenmaß.
die  Flüssigkeit,  deren  Farbe  gemessen
  werden  soll  und  die  vollkommen  klar  (also  hei  wahrnehmbarer  Trübung  durch  doppeltes
Pütrierpapier  filtriert)  sein  muß.  in  die  Saftröhre  I,  welche  ebenso  wie  die  Maßröhe  III  mit  ihrer
Glasscheibe  und  Schraubenkapsel  vollkommen  dicht  verschlossen  wird.  (Die  Verschlußschraube ­
  bestreicht  man  zweckmäßig  mit  etwas  Talg.  Nun  verschiebt  man  die  verbundenen
Maß-  und  Farbenröhren  II  und  III  so  weit,  bis  die  Farbe  der  zwischen  den  beiden  Deckgläschen ­
  der  beiden  Röhren  I  und  II  befindlichen  Flüssigkeitsschicht  derjenigen  des
Parbengläschens  entspricht,  indem  beide  von  oben  bei  dem  Lichte  betrachtet  werden,
welches  von  dem  Spiegel  aufwärts  durch  die  Röhre  reflektiert  wird.  Der  Nullpunkt  der
            
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