Full text : Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

61

vorkam,  ein  Resultat,  welches  die  Grundlosigkeit  solcher  Befürchtungen ­
  darzuthun  geeignet  ist.  Anderseits  zeigte  sich  aber
auch,  wie  falsch  Jene  rechnen,  welche  meinen,  mit  solchen  Gerichten ­
  sei  der  Arbeitnehmer  gegen  alle  Chicanen,  Abzüge  rc.
geschützt,  sic  seien  die  Zuflucht  gegen  alle  Unbill  und  Härten.
Die  IWfnc#  bmcijei,  dien,  bei'  ddieibiebee  tmü
«enc^  biiê  bicfeie  línbe  in  ben  ,^110^  Ohne  ihnen
¡eben  positiven  Werth  absprechen  zu  wollen,  der  eben  darin
besteht,,  daß  Arbeitnehmer  und  Arbeitgeber  im  Falle  des
Prozessen  eine  billige,  schnelle  und  fachmännische  Rechtsinstanz
lesltzen,  wird  man  an  Hand  der  Erfahrung  diesem  Institute
lem  givge  soziale  und  wirthschaftliche  Bedeutung  nicht  zneninn
  lumen,  welche  ihm  in  der  Gegenwart  von  so  vercjicieiien
  weiten  zugesprochen  wird.  Im  Verbände  selber  ist
^11^'  bug  Udheil  übei'  ben  %ed(j  ^n(^^er  @e^i^^bc  bei  ben
'eitiîct)ìiiei’it  merklich  kühler  als  bei  der  Gründung  des
Hochgerichts,  bei  den  Arbeitgebern  eher  wärmer  geworden.

Als  eine  der  ersten  Verbandsaufgaben  bezeichnete  die
Delegirtenversammlnng  vom  14.  Juli  1885  die  Regelung
in  y  F  e  r  g  germes  e  N  s.  Die  Stellung  des  Ferggers  in  der
Z  luterei,  als  Arbeitsvermittler  ans  Provision  zwischen  Einzelfticfei
  und  Kaufmann,  ist  schon  im  vorhergehenden  Kapitel
Weben.  Bie  nüe  fo^e  ^nnei',  nbei'  %eiinidinnag,
itüitbe  bot  auch  er  zahlreiche  Lockungen  zu  unloyalen  Geschäftslnissen,
  sei  es,  daß  der  Fergger  den  Sticker  mit  der  Provision
,pl  libervortheilen  suchte,  oder  daß  er  dem  Arbeitnehmer  das
Garn  2c.  zu  hoch  anrechnete.  Ohne  dem  Stand  als  solchem,
ber  genug  auch  viele  ehrenwerthe  Männer  besitzt,  zu  nahe
zu  treten,  war  seine  ganze  Beschaffenheit  doch  derart,  daß
uuch  dubiose  Elemente  sich  mit  einiger  Borliebe  ihm  zuwandten, ­
  weil  sie  in  ihm  eine  fette  Weide  suchten  und  fanden.
Die  Gerechtigkeit  erfordert  aber  anderseits,  zu  betonen,  daß
bie  Fergger  stets  zwischen  zwei  Feuern  sich  befanden.  Ent-Regclung


des  Ferggerwesens.

            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.