Full text : Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

77

gewisse»  Grade  heute  noch  geblieben,  indem  sie  auch  jetzt  noch
nicht  ganz  unbedeutender  Arbeitnehmer  vou  Seite  schweizerischer ­
  Arbeitgeber  auf  dem  Wege  des  Veredtuugsverkehrs  ist.
Ueberwog  früher  eher  dieses  Verhältniß  zwischen  Sachsen  und
der  Ostschweiz,  so  schälte  sich  mit  der  Reihe  der  Jahre  —
"ls  natürliche  Entwicklung  eines  Werdeprozesses  —  immer
111#  bei-  ßmifummt  ^11110.  Sud#  inni-  in  kn  s#m
^ a ^ reu  ungleich  mehr  Konkurrent  und  weniger  Arbeitnehmer
von  hiesiger  ^eite  geworden,  so  zwar,  daß  man  von  Seite
dortiger  Kaufleute  heute  auf  Beseitigung  des  Veredtnngsver-'ehrs.mit
  der  schweizerischen  Stickerei  trachtet,  um  die  noch
sur  re  Schiveiz  arbeitenden  Maschinen  ganz  in  eigene  Hand
und  Gewalt  zu  bekommen,  was  jedoch  kaum  im  Interesse  der
W,citn#icŗ  mge.  3)ic  Börse  ing
nullt  in  der  gualitativen  Produktion,  —  obwohl  in  einzelnen
l^ieures  Tüchtiges  geleistet  wird  —  sondern  vermöge  eines
anspruchsloseren  Arbeitermaterials  mit  ziemlich  weit  unter  den
hiesigen  Durchschnitt  heruntergeschraubten  Existenzbedingungen
in  der  Billigproduktion,  welche  zwar  auf  dem  Weltmärkte
wieder  eine  Schranke  in  dem  Umstände  fand,  daß  der  sächsische
%M'tenr  ein  ^€111!^  #^8  Benefice  für  fies)  „#101  Qewohnt
  ist  als  der  schweizerische.  Demgemäß  wurde  Sachsen  als
Konkurrent  für  den  Konsum  nach  Unten  am  allersnhlbarsten.
Mit  dem  successiven  Frontwechsel  des  Verhältnisses  zwischen
der  sächsischen  und  der  schweizerisch-vorarlbergischen  Stickerei
vollzog  sich  auch  ein  Wechsel  der  Schulmeinungen  —  wenn
das  Wort  gestattet  ist  —  über  dasselbe.
Bis  vor  wenig  Jahren  galt  als  ziemlich  unverrückbarer
Glaubenssatz,  daß  Sachsen  von  hier  aus  rege  zu  beschäftigen
sei,  damit  es  abhängig  bleibe  und  weder  Zeit  noch  Sehnsucht
besitze  für  Emanzipation.  Wer  den  leisen  Einwurf  wagte,  dieser
Weg  könnte  vielleicht  doch  auch  dazu  führen,  der  dortigen
Industrie  die  Emanzipation  eher  zu  erleichtern,  galt  als  nicht
einsichtig.  Heute  ist  diese  Lehrmeinung  gründlich  beseitigt  und
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.