fullscreen: Tonkunst, Bildende Kunst, Dichtung, Weltanschauung (E,1.1902)

Weltanschauung. 
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Dämmernde, Unheimliche, Ungeheure, Symbolische, Mystische, im 
Falle stärkerer Erregtheit die unbestimmte Empfindung der Angst, 
der Furcht und verwandter Gefühle. Sollen nun diese Zu— 
stände der Unlust aufhören — falls sie nicht etwa perverser 
Weise als Lust empfunden werden — so bedarf es ihrer selbst— 
thätigen Auslösung durch die Phantasie dessen, der ihnen 
unterworfen ist, und diese Auslösung erfolgt in der Art, daß 
sich der bloße, beinahe rein nervöse Reizvorgang nun mit 
gegenständlicherem Inhalte anfüllt. 
Dies ist das eigentlich Charakteristische, und hieraus er— 
klärt es sich, wenn die moderne Kunst nicht mehr nach ihrem 
positiven, stofflichen Vorstellungsgehalte bestimmt werden kann, 
sondern mehr nach ihrem psychologischen und neurologischen 
Wesen, nach einer also fast nur innerlichen und gleichsam 
formalen Bedingtheit: daher kein Gefühl, sondern Stimmung, 
keine Willensäußerung mit Willensgehalt, sondern Vorgang des 
Wollens an sich, Trieb, Streben; und ebenso nicht Denkinhalt 
zunächst, sondern Denkvorgang. Wie es Bahr einmal ausgedrückt 
hat: „Vordem begnügte sich die Litteratur mit den Thatsachen 
der Gefühle, deren Wesen und Weise vorausgesetzt wurden, und 
deren bewegende Kraft nur die Handlung führen und die 
Charaktere bestimmen sollte. Aber das Gefühl selber wurde 
gar niemals durchforscht, untersucht, zergliedert, um ihm den 
Prozeß zu machen und seinen Steckbrief aufzunehmen. Jetzt ist 
es umgekehrt. Was jenen die Hauptsache war, die Spannung 
rascher, reicher und bewegter Handlung und die Versammlung 
seltener und bizarrer Charaktere, das achten wir gering. Das 
Werkzeug von einst zur Gestaltung des Gegenstandes ist selber 
jetzt Gegenstand geworden, das Mittel zur Bewegung und 
Leitung des Vorwurfes selber Vorwurf, und eine neugierige, 
unerbittliche, rastlose Enquete ist eröffnet worden über alle Ge— 
fühle in der Brust des Menschen, wie sie sind, wie sie wachsen 
und wechseln, wie sie verlaufen.“ So erklärt sich der Charakter 
der neuen Phantasiethätigkeit, wie wir diese in Musik, bildender 
Kunst und Dichtung gefunden haben. Die Musik wirkt durch 
den Übergang zum vorwiegend Chromatischen und ein Heer 
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