Full text: Lexikon der Handelsgeographie

Chihuàhua — Chile. 
Chihuahua (spr. ischi.), Hauptstadt des 
gleichnamigen Staats in Mejiko; (isso) 
16,000 Einw. Deutsches Vicekonsulat. 
Chile (spr. tschNe), Freistaat ander West 
küste von Südamerika, ein etwa 1855 km 
langer und 260 km breiter Küstenstrich 
Zwischen dem Stillen Ocean und den Kor 
dilleren; mit Einschluß von Aragonicn 
und Chiloc 321,162 qkm (5838 QM.) 
mit (1878) 2,400,396 Einw., zum großen 
Teil Indianer, Abkömmlinge von Spa 
niern, auch viele Deutsche (Kolonien 
zwischen Valdivia und Puerto Monti). 
Nach der Zählung voit 1875 waren: 
Deutsche . . 4678 Italiener . . 1983 
Engländer. . 4267 Spanier. . . 1223 
Franzosen . . 3314 Nordamerikaner 931 
ferner Österreicher, Portugiesen, Schwe 
den und Norweger. —Das Land hat vier 
Zonen. Die nördlichste unfruchtbare hat 
Bergbau und Hüttenwerke, die nächste 
Berg- uild Ackerbau, die dritte ist Region 
der Fruchtbäume und des Getreides, die 
vierte südlichste hat Acker, Weidegründe 
und Wälder. Letztere enthalten vorzüg 
liche Nutz- und Bauhölzer. — Der Acker 
ball erzeugt besonders Weizen, der als 
Mehl einen bedeutenden Exportartikel bil 
det; doch sind in jüngster Zeit die Ern 
ten mißraten, auch führen frühere Ab 
nehmer, lvie Argentinien, bereits selbst 
aus; 1878 kam zum erstenmal Getreide 
von Kalifornien nach C. Viehzucht 
wird in großem Uinfang betrieben; 1868 
zählte man: 196,174 Pferde, 586,073 
Rinder, 1,183,591 Schafe und Ziegen. 
Gedörrtes Fleisch (Charqui) bildet einen 
wichtigen Ausfuhrartikel; auch Hörner, 
Häute, Felle werden exportiert. Die Aus 
fuhr der Produkte des Ackerbaus und der 
Blehzucht wertete 1874: 63,4Mill., 1878: 
torn die wichtigste Erwerbsquelle, namcnt- 
uch auf Kupfer und Silber, auch Stein 
kohle, Eisen, Gold und Blei. Kupfer ge 
foult man in den Proviilzen Atacama, 
^vquimbo (Tamayagrube), Aconcagua; 
Silber um Copiapo, beiChanarcillo, Treö 
Puntas, Dolores, Caracoles; Kohlen bei 
X Coronel, Colchura. Ausgeführt wur- 
93 
Ausnahme der Mühlen- und Hüttenwerke 
sowie der Gerberei unbedeutend. — Der 
Handel hat seinen Mittelpunkt in Val 
paraiso; nächst wichtig sind: Coquimbo, 
Coronel, Caldera. Der Gesamtwert der 
bezifferte sich 1878 (in Milli one,i Mark)^ 
Einfuhr Ausfuhr 
Gmeralhaudel .... 115,2 140,4 
Specialhaudcl .... 101,3 126,8 
Küstcnhandel .... 136,4 272,8 
Hauptpostcn bei der Einfuhr loaren Nah- 
“Ä’ÄSî 
licit je. Deutschland nimmt nach England 
und Frankreich die dritte Stelle ein. Die 
%usMt pmeiltc 1(4 1878 cms folqcubc 
WWiete (SBW i,t gmionrn BW)- 
England 
Peru. . 
Bolivia. 
67,o 
18.4 
10.4 
Frankreich . . 
Deutschland. . 
Verein. Staaten 
v.2 
5.8 
2,2 
Doch ist der Handel in den letzten Lab 
ren bedeutend zurückgegangen. Die Ein 
fuhrwaren bestehen in allen Arten voll 
Fabrikaten, Zucker, Tabak, Maschinen, 
Papier (1,25 kg) u. a. — Im Schiffs 
verkehr liefen 1878 ein (in alle Häfen)- 
Segel 
schiffe 
Tonnen 
Dam 
pfer 
Tonnen 
Lange Fahrt 713 358653 794 1014736 
Kiistenfahrt. 1843 495004 2170 1 748916 
Die Handelsflotte zählte 1877: 106 
Segelschiffe von 30,733 T. nnd 30 Dam 
pfer von 9022 T. — Natürliche Ver 
kehrsmittel sind die Flüsse: Mäule, 
Biobio, Rio de Valdivia nur im untern 
Lauf. Eine Anzahl von Pässen vermittelt 
den Verkehr mit Argentinien. DieEisen- 
b ahn en hatten 1880 eine Länge von 1689 
km ; davon Staatsbahnen 951 km, Privat 
bahnen 738 km. Die Post (C. gehört seit 
1. April 1881 zum Weltpostverein) beför 
derte 1878 durch 343 Ämter 15,637,230 
Sendungen; Einnahmen 1,191,436 Mk 
7162 km, 11t 89 Ämtern wurden 138,179 
Artikel, tic unter E vermißt werde», sind unter K nachzuschlagen.
	        
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