Deutschland (Urproduktion: Flachs, Hanf, Hopfen, Tabak). 127
Für 1879 betrug der Wert des Handels
mit Ölen (in Tausenden Mark):
Einfuhr Ausfuhr
Baumöl .... 9810 450
Leinöl 16600 251
Petroleum. . . . 49000 4480
. (! ) Der Flachsbau nimmt zwar noch
c>ne achtungöwcrte Stelle ein, ist aber in
den letzten Jahreil enorm zurückgegangen.
Wenn 1875 noch 214,910 ha dieser Kul-
tui ' ñewidmet waren, so sank diese Zahl
sìuf 133,147 ha in 1879. Weitaus am
bedeutendsten ist er noch immer in Ost
preußen, demnächst in Schlesien, Hanno
ver, Bayern diesseit des Rheins, West-
lalen. Auch hier genügt die einheimische
Produktion den Anforderungen der In
dustrie nicht. Die gesamte Ernte 1879
war: 47,843 Ton. Samen und 85,107 T.
Mt; daher mußte D. 1879: 54,931 T.,
1880 : 33,369 %. (31,673 %. aus
«snd) einführen, während es 1880:23,230
f: erportierte. 1879 wertete die Einfuhr
14 Mill., die Ausfuhr 28,6 Mill. Mk.
(I) Noch weit unbedeutender ist die H a n f -
r"ltu r. Mit Ausnahme von Württem-
berg, Baden, Elsaß-Lothringen, einem
Teil von Bayern und Rheinland wird sie
nirgends besonders beachtet. Die gesamte
Ernte von 1879 war: 4825 Ton. Samen
und 10,961 T. Bast. Daher bedarf die
deutsche Industrie auch hier noch einer
erbeblichen Einfuhr und zwar 1880 von
40,689 T. gegen eine Ausfuhr von 23,541
T. Der Wert des gesamten Handels mit
Flachs und Werg belief sich 1879 in der
Einfuhr auf 24 Mill. Mk., in der Aus
fuhr auf 11,5 Mill. Mk.
Wenn schon bei den obengenannten
Pflanzen der Anbau sich auf einzelne Ge
biete beschränkte, so ist dies bei Hopfen
mst noch mehr der Fall. Auch wird der Au
pan dieser wichtigen Handelöpflanze lveit
Mtensiverbetrieben, er beanspruchte 1879:
40,699 ha, wovon über die Hälfte ans
Bayern (diesseit deS Rheins) fällt; nächst
en wird der Anbau in Württemberg,
Maß-Lothringen, Baden, auch in den
Provinzen Posen und Sachsen stark bctrie-
,, n. Die Ernte 1879 hatte einen Ertrag
s°n 17,104 Ton. Hier ergibt sich nun eine
günstige Handelsbilanz für D., das
seinen Hopfen in alle bierbrauenden Län
der, namentlich nach England, ausführt.
Einfuhr Ausfuhr
1879: 1941 Tonnen, 7931 Tonnen
1880: 1426 - 10876
Man schätzte für 1879 den Wert der Ein
fuhr auf 5,i Mill. Mk., den der Ausfuhr
auf 22,3 axm. gtf.
e) Der Tabakbau war ehedem weit be
deutender. Es waren mit Tabak bepflanzt :
1873—74: 30501 Hektar! 1877—78: 17915.hcktar
1875—76: 24294 - 11879—80: 17273 -
Der Ertrag, der 1873—74 : 54,070 Ton.
betrug, siel 1879—80 auf 23,409 T. und
damit der Geldertrag der Ernte von 23,57
Mill, auf 21,4 Mill. Mk. Doch stand der
Dnrchschnittsertrag der Ernte 1879:1239
Mk. pro ha, wie der Tonne Tabakblätter,
754 Mk., niemals gleich hoch. Bon der
Gesamternte produzierten: die Rheinpfalz
allein 39 Proz., Elsaß-Lothringen 14,7,
Baden 11,3, die Ukermark 13,7, die Gegend
von Nürnberg 3,3, alle andern Gegenden
18 Proz. Die Produktion hat dem Bedarf
niemals genügt; die Menge der in der
deutschen Fabrikation verwendeten Noh-
tabake betrug 1878— 79: 109,810 Ton.,
wovon 92,027 T. fremde (1879—80 nur
30,202 T., davon 11,045 T. fremde), aus
denen 66,363 T. Rauchtabak, 29,484 T.
Cigarren, 8032 T. Schnupftabak und
196 T. Kautabak hergestellt wurden. Der
Wert des inländischen Verbrauchs an Ta
bakfabrikaten berechnet sich ans 353 Mill.
Mk., d. h. 8,i Mk. pro Kopf, wovon an
Stenern und Zöllen 26,383,966Mk., d. h.
61 Proz. pro Kopf der Bevölkerung,
(1879 - 80: 9,154,967 WK.) ^#0
den. Der Import hat sich in 20 Jahren
nahezu verdreifacht, während der Export
in den günstigsten Jahren niemals ein
Viertel der Einfuhr erreichte. Der Handel
mit Rohtabak betrug (in Tonnen):
Einfuhr
1860 : 29300
1865: 31300
1870: 31000
1875: 43600
1880 : 9203
Ausfuhr
1860 : 4250
1865 : 5960
1870 : 8560
1875: 10100
1880: 206
Die außerordentlich schwache Zufuhr von
1880 hat ihren Grund in der um so stär
kern (83,623 Ton.) des Vorjahrs. Die