Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Deutschland  (Viehzucht,  Viehhandel).

Zunahme  bei  allen  Gattungen,  außer  bei
Schafen,  deren  Zahl  überhaupt  in  ganz  D.
erheblich  zurückgegangen  ist;  in  Bayern,
Württemberg,  Hessen,  Mecklenburg  und
Oldenburg  ein  Rückgang  fast  in  allen  Kategorien; ­
  Sachsen  und  Baden  sind  nahezu
stabil  geblieben;  Braunschweig,  die  thüringischen ­
  Staaten  und  Elsaß  haben  ihren
Bestand  unerheblich  vermehrt.  Nach  der
Viehzählung  vom  10.  Jan.  1873  war  der
Bestand  der  Viehgattungen:
Pferde  .  .  3352231  Schweine.  .  7124088
Rinder.  .  15  770  702  Ziegen.  .  .  2320002
Schafe  .  .  24999400
Die  Rindviehzucht  ist  für  Ostfrieöland,
  die  Marschländer  an  der  Nordsee,
Mecklenburg,  Pommern,  Franken,  besonders ­
  Unter  -  und  Mittelfranken,  für  das
Glanthal  jenseit  des  Rheins,  für  die
Alpenreviere,  namentlich  den  Algäu,  aber
auch  für  Württemberg,  die  Berglandschaften ­
  Thüringens  und  Hessens  Haupterwerb.
  Bedeutende  Viehmärkte  im  S.
sind:  Schweinfurt,  Münnerstadt  und
Neustadt.  —  Die  Pferdezucht  wird  besonders ­
  stark  betrieben  in  Ostpreußen,
Schleswig-Holstein,  Mecklenburg,  Oldenburg, ­
  Hannover,  Braunschweig,  Lippe,
Elsaß-Lothringen,  Württemberg  und  im
südlichen  Bayern.  Unter  den  G  estüten
nimmt  das  zu  Trakehnen,  das  sich  eines
Weltrufs  erfreut,  die  erste  Stelle  ein  ;  außerdem ­
  besitzt  Preußen  zwei  andre  Hauptgestiite,
  zu  Neustadt  a.  d.  Doste  und  zu  Grabitz, ­
  mit  welchen  11  Laudgestüte  verbunden
sind.  Die  bedeutendsten  Pferdemarkte
sind  die  vonTilsit(30.Sept.),  Insterburg,
Wehlau,  Königsberg,  Neuteich,  Jastrow,
Celle,  Güstrow.  —  Die  Schafe  sind  besonders ­
  zahlreich  in  Pommern,  dann  in
Mecklenburg,  Posen,  Provinz  Sachsen,
Westpreußen,  Brandenburg,  Schlesien,
Braunschweig  und  Anhalt.  Von  den
19,666,794  Schafen  in  Preußen  waren
8,160,189  Merinos,  1,827,919  veredelte
Fleischschafe,  9,636,650  andre,  darunter
757,895  Heidschnucken  (meist  in  Hannover). ­
  —  Schweine  werden  am  meisten
gezogen  in  den  Regierungsbezirken  Merseburg ­
  und  Erfurt,  in  Thüringen,  Königreich ­
  Sachsen,  Posen,  Pommern,  Hannover. ­
  Westfalen  ist  durch  seine  Schinken ­

  berühmt.  —  Die  Gänsezucht  wird
in  Pommern,  der  llkermark  und  Westpreußen ­
  in  großem  Maßstab  betrieben  und
liefert  namentlich  Federn  und  Gänsebrüste ­
  in  den  Handel.
Der  Viehhandel  betrug  an:

Einfuhr

1860
1865
1870
1875
1880
Ausfuhr
1860
1865
1870
1875
1880

Pferde  Rindvieh  Schafe  Schweine

35455
42694
66570
68059
59720

99083
112624
186623
357605
130280

91400
93287
119857
344413
173677

617293
624871
718973
1075545
1272816

8543  119106  361818  101923
8663  170796  610215  181972
28437  236716  1629807  291488
28059  318734  991890  346950
17960  220304  1256584  468035
D.  bedarf  für  seine  Armee,  aber  auch
für  seinen  Ackerbau  rlnd  für  industrielle
Zwecke  stets  einer  Zufuhr  von  Pferden,
und  wenn  ein  Blick  auf  die  erste  Zahlenreihe ­
  in  der  Ausfuhr  seit  1870  ein  bedeutendes ­
  Anwachsen  zeigt,  so  ist  dieser  Umstand ­
  mehr  auf  Rechnung  einer  größcrn
Einfuhr  zu  schreiben  als  auf  eine  Vergrößerung ­
  des  Pferdebestauds,  der  eher
eine  rückgängige  Bewegung  nahm,  denn
Preußen  (im  Umfang  nach  1860)  zählte
1867:2,279,337,1875:2,264,031  #rbc.
In  den  ältern  (vor  1866  zugehörigen)
Provinzen  hatte  sich  allerdings  die  Zahl
dieser  Tiere  von  1,849,127  auf  1,867,612
gehoben,  und  auch  in  allen  andern  Teilen
Deutschlands,  mit  alleiniger  Ausnahme
von  Hessen,  begegnen  wir  derselben  Erscheinung. ­
  Die  wichtigsten  Bezugsländer
für  Pferde  sind  Dänemark  und  Belgien.
Rinder  zeigen  eine  starke  Zunahme,  in
Preußen  1867—75  von  7,996,596  Stück
auf  8,612,150  Stuck;  auch  in  Mecklenburg, ­
  Oldenburg,  Braunschweig,  Thüringen, ­
  Elsaß-Lothringen  ist  eine  Vermehrung ­
  dcö  Bestands  wahrzunehmen,  während ­
  derselbe  anderswo  konstant  blieb.
Hier  hat  D.  nun  nicht  unbedeutend  an
das  Ausland  abgeben  können,  namentlich
an  England  über  Hamburg  undTönning.
Noch  ansehnlicher  ist  die  Ausfuhr  von
Schafen  gewachsen,  obschon  sich  der
Schafstand  ganz  bedeutend  verringerte;
            
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