Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Deutschland (Urproduktion: Bergbau, Salinenweseu). 
In diese Summen sind aber auch Stuhl 
rohr, Korkplatten, vegetabilische wie ani 
malische Schnitzstosse eingeschlossen. Ans 
die Hauptartikel verteilte sich der Handel 
1879 (in Tausenden Tonnen): 
Einfuhr Ausfuhr 
Balken von Hartholz . . 138,o 235,9 
Balken von Weichholz. . 440,i 395,o 
Bohlen, Bretter, Latten, 
Faßholz 1014,8 469,7 
Der Wert der Einfuhr betrug bei diesen 
drei Artileln 125,9 Mill. Mk., bei außer 
europäischen Tischlerhölzern 7,6 Mill. Mk. 
I). Bergbau und Salinenwesen. 
Berg- und Hüttenwesen blühen 
vor allem im Rheinland, in Westfalen, 
Schlesien, Königreich u. Provinz Sachsen. 
Aber auch dieser Erwerbszweig hatte unter 
der Ungunst der Zeitverhaltnisse zu leiden, 
und obschon die Menge der Produktion 
ohne Aufhören zunahm, wurden die Geld 
erträge jährlich geringer. 1873 erreichte 
die Sllmmc aller Bcrgwerksprodukte ihren 
höchsten Wert mit 535,742,337 Mk.; in- 
nerhalb sechs Jahren steigerte sich zwar die 
Produktion um7,559,749 Ton., der Wert 
sank aber zugleich um 217,673,383 Mk., 
eine Erscheimlng, welche vornehmlich der 
starken Entwertung der Eisenerze zuzu 
schreiben ist. Einschließlich des zum deut 
schen Zollgebiet gehörigen Luxemburg, das 
Eisenerze liefert (1879: 1,614,393 T. im 
Wert v. 3,551,222 Mk.), betrug die Pro 
duktion der deutschen Bergwerke: 
Tonnen Wert in Mark 
1873 : 54008387 535742337 
1875: 54338879 416874923 
1877: 55481432 333457911 
1879: 61568136 318068954 
D. liefert die verschiedensten Mineralien, 
aber alle überragt die Steiitkohle, auf 
welche zwei Drittel des Gesamtwerts 
der Bergwerksproduktion entfallen. Ihr 
schließen sich, mit weit geringern Werten, 
Braunkohle, Eisen, Blei, Zink, die Kali 
salze, Silber und Gold an. 
1) Mineralkohlcn nnd Bitumen. 
Die Ausdehnung der Steinko h le li 
fe ld er im Deutschen Reich wird ans 
170 geogr. QMeilen veranschlagt. D. 
würd in Europa hierin nur von Eng 
land übertrofsen, dessen kohlenführcndes 
Areal allerdings nahezu dreimal so groß 
ist. Die bedeutendsten Kohlenbecken fin 
den wir in Westfalen, Rheinland und 
Schlesien. Demnächst schließen sich das 
Königreich Sachsen, Elsaß-Lothringen, 
Hannover an; gering sind die in den Pro 
vinzen Hessen-Nassau und Sachsen sowie 
die in Schaumburg-Lippe, Baden und 
Thüringen gefundenen Mengen. Man 
spricht in der Regel von sechs großen 
Kohlenbecken: dem nicdcrrheinisch-westfä- 
lischen (auch »Rubrbeckcn« genannt), dem 
Kohlenbecken bei Aachen (Inde- und 
Wormbccken), dem Saarbeckcn (Revier von 
Saarbrücken), dem oberschlesischen, dem 
niedcrschlesischcn und dein Steinkohlen 
becken von Sachsen (Reviere von Zwickau 
und Lugau). In der Mitte des 18. Jahrh, 
betrug Deutschlands Kohlcuproduktion 
wohl nicht mehr als 150,000 Ton., für 
1800 mag sie auf 500,000 T. zu schätzen 
sein, 1879 hatte sie beiß 80fache jener Pro 
duktion überschritten. Die Produktion 
von Steinkohle betrug (in Millionen): 
1870: 
1871: 
1872: 
1873: 
1874: 
Ton. Mark 
26.4 163,5 
29.4 218,1) 
33.3 296,7 
36.4 403,ß 
35,9 387,2 
1875: 
1876: 
1877: 
1878: 
1879: 
Ton. Mark 
37.4 297,5 
38.4 263,7 
37.5 217,u 
39.0 207,9 
42.0 205,7 
Aber wie ein Blick auf vorstehende Ta 
belle zeigt, hielten die Werte mit dieser 
Produktion nicht Schritt. Das verhäng 
nisvolle Jahr 1873 bildete den Gipfel 
punkt, von dem die schnell gestiegenen 
Werte bald heruntergingen. Trotz einer 
um 13 Mill. Ton. höher» Produktion 
stehen sie tiefer als 1871. Auf die einzel 
nen Hanptproduktionögebiete verteilt sich 
der Gewinn des Jahrs 1879 wie folgt: 
Tonnen Mark 
Westfalen. . . . 13,5 Milt. 56,4 Mill. 
Rheinland . . . 12,5 - 67,s - 
Schlesien.... 11,2 - 47,o - 
Königreich Sachsen. 3,3 - 22,o - 
Die Gewinnung der Steinkohle beschäf 
tigte 1879 in 489 Betrieben 170,509 Ar 
beiter, davon 135,759 unter Tage. 
An Braunkohle ist D. fast ebenso 
reich; oft ist freilich die Qualität so gering, 
daß die Verwendung nur eine lokale ist, 
oder daß die Kohle gar nicht gewonnen
	        
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