I
134
Deutschland (Urproduktion: Bergbau, Salinenweseu).
In diese Summen sind aber auch Stuhlrohr,
Korkplatten, vegetabilische wie animalische
Schnitzstosse eingeschlossen. Ans
die Hauptartikel verteilte sich der Handel
1879 (in Tausenden Tonnen):
Einfuhr Ausfuhr
Balken von Hartholz . . 138,o 235,9
Balken von Weichholz. . 440,i 395,o
Bohlen, Bretter, Latten,
Faßholz 1014,8 469,7
Der Wert der Einfuhr betrug bei diesen
drei Artileln 125,9 Mill. Mk., bei außereuropäischen
Tischlerhölzern 7,6 Mill. Mk.
I). Bergbau und Salinenwesen.
Berg- und Hüttenwesen blühen
vor allem im Rheinland, in Westfalen,
Schlesien, Königreich u. Provinz Sachsen.
Aber auch dieser Erwerbszweig hatte unter
der Ungunst der Zeitverhaltnisse zu leiden,
und obschon die Menge der Produktion
ohne Aufhören zunahm, wurden die Gelderträge
jährlich geringer. 1873 erreichte
die Sllmmc aller Bcrgwerksprodukte ihren
höchsten Wert mit 535,742,337 Mk.; innerhalb
sechs Jahren steigerte sich zwar die
Produktion um7,559,749 Ton., der Wert
sank aber zugleich um 217,673,383 Mk.,
eine Erscheimlng, welche vornehmlich der
starken Entwertung der Eisenerze zuzuschreiben
ist. Einschließlich des zum deutschen
Zollgebiet gehörigen Luxemburg, das
Eisenerze liefert (1879: 1,614,393 T. im
Wert v. 3,551,222 Mk.), betrug die Produktion
der deutschen Bergwerke:
Tonnen Wert in Mark
1873 : 54008387 535742337
1875: 54338879 416874923
1877: 55481432 333457911
1879: 61568136 318068954
D. liefert die verschiedensten Mineralien,
aber alle überragt die Steiitkohle, auf
welche zwei Drittel des Gesamtwerts
der Bergwerksproduktion entfallen. Ihr
schließen sich, mit weit geringern Werten,
Braunkohle, Eisen, Blei, Zink, die Kalisalze,
Silber und Gold an.
1) Mineralkohlcn nnd Bitumen.
Die Ausdehnung der Steinko h le life
ld er im Deutschen Reich wird ans
170 geogr. QMeilen veranschlagt. D.
würd in Europa hierin nur von England
übertrofsen, dessen kohlenführcndes
Areal allerdings nahezu dreimal so groß
ist. Die bedeutendsten Kohlenbecken finden
wir in Westfalen, Rheinland und
Schlesien. Demnächst schließen sich das
Königreich Sachsen, Elsaß-Lothringen,
Hannover an; gering sind die in den Provinzen
Hessen-Nassau und Sachsen sowie
die in Schaumburg-Lippe, Baden und
Thüringen gefundenen Mengen. Man
spricht in der Regel von sechs großen
Kohlenbecken: dem nicdcrrheinisch-westfälischen
(auch »Rubrbeckcn« genannt), dem
Kohlenbecken bei Aachen (Inde- und
Wormbccken), dem Saarbeckcn (Revier von
Saarbrücken), dem oberschlesischen, dem
niedcrschlesischcn und dein Steinkohlenbecken
von Sachsen (Reviere von Zwickau
und Lugau). In der Mitte des 18. Jahrh,
betrug Deutschlands Kohlcuproduktion
wohl nicht mehr als 150,000 Ton., für
1800 mag sie auf 500,000 T. zu schätzen
sein, 1879 hatte sie beiß 80fache jener Produktion
überschritten. Die Produktion
von Steinkohle betrug (in Millionen):
1870:
1871:
1872:
1873:
1874:
Ton. Mark
26.4 163,5
29.4 218,1)
33.3 296,7
36.4 403,ß
35,9 387,2
1875:
1876:
1877:
1878:
1879:
Ton. Mark
37.4 297,5
38.4 263,7
37.5 217,u
39.0 207,9
42.0 205,7
Aber wie ein Blick auf vorstehende Tabelle
zeigt, hielten die Werte mit dieser
Produktion nicht Schritt. Das verhängnisvolle
Jahr 1873 bildete den Gipfelpunkt,
von dem die schnell gestiegenen
Werte bald heruntergingen. Trotz einer
um 13 Mill. Ton. höher» Produktion
stehen sie tiefer als 1871. Auf die einzelnen
Hanptproduktionögebiete verteilt sich
der Gewinn des Jahrs 1879 wie folgt:
Tonnen Mark
Westfalen. . . . 13,5 Milt. 56,4 Mill.
Rheinland . . . 12,5 - 67,s -
Schlesien.... 11,2 - 47,o -
Königreich Sachsen. 3,3 - 22,o -
Die Gewinnung der Steinkohle beschäftigte
1879 in 489 Betrieben 170,509 Arbeiter,
davon 135,759 unter Tage.
An Braunkohle ist D. fast ebenso
reich; oft ist freilich die Qualität so gering,
daß die Verwendung nur eine lokale ist,
oder daß die Kohle gar nicht gewonnen