Full text: Lexikon der Handelsgeographie

146 Deutschland (wirtschaftliche Bedeutung der Metallindustrie). 
Der Handel mit diesen Waren ist ziemlich 
bedeutend; ausgenommen Zinn, wovon 
1880: 5167 Ton. (aus England und Hol 
land) ein - und 1104 T. ausgeführt wur 
den, ist D., wie schon gezeigt, imstande, 
beträchtliche Mengen zu versenden. Die 
Fabrikation von Kupferwaren aller Art: 
Dräbten. Blech re., Waren aus Alumi 
nium, Nickel, Alfenide rc. wird besonders 
gepflegt in den preußischen Provinzen Sach 
sen und Westfalen, im Harz, in Berlin 
iiiib im Königreich Sachsen; Bleiwaren 
werden besonders in Leer, Münden und 
am Harz gefertigt; die Zinkindustrie hat 
ihre Hauptsitze in Berlin und Schlesien, 
wib in der Zinnindustrie zeichnen sich vor 
nehmlich Nürnberg und Fürth, Hannover, 
Berlin, Köln, Ludwigsburg und Plauen 
aus. Der Handel mit diesen Metallwaren 
zeigt eine erhebliche Mehrausfuhr bei 
Blei-, Zinn- und Zinkwaren, bei Buch 
druckerschriften; für die wichtigern Posten 
war 1880 (in Tonnen) : 
Kupferschmiede- und Gelb- Einfuhr Ausfuhr 
gießerwaren .... 837 3044 
Kupferblech 212 1520 
Kupferdraht 357 420 
Waren aus Aluminium, 
Alfenide rc 176 1130 
Bon der Einfuhr kommt der größte Teil 
aus Frankreich, England, Holland; die 
Ausfuhr geht in erster Linie nach Holland, 
Österreich, Rußland. 
Einen Einblick in die w i r t s ch a f t l i ch e 
Bedeutung derMetallindnstrie er 
gibt die nachstehende Zusammenstellung 
des Handels mit sämtlichen Produkten, 
woraus die zunehmende Emancipation 
vom Ausland sowie das stetig wachsende 
Bordringen auf dem auswärtigen Markt 
zu erkennen sind (in Millionen Mark): 
Jahr 
1872 
1873 
1874 
1875 
1876 
1877 
1878 
1879 
Nohmetalle 
Eiu- Aus 
fuhr fuhr 
140.1 
149.7 
113.7 
107,5 
89,8 
72,5 
65,4 
57,3 
57,8 
63.1 
68.4 
78.1 
81.0 
77.4 
82.1 
83.2 
Halbfabrikate 
Eiu- Aus 
fuhr fuhr 
25.3 
52.8 
19.0 
16.4 
10.8 
29,8 
21.0 
15,7 
46.7 
42.8 
44.8 
47,7 
51.0 
75.9 
86.0 
97,5 
Metallwarm 
Ein 
fuhr 
33,5 
52.8 
38,0 
30.9 
25.4 
30,9 
25,2 
18.4 
Aus 
fuhr 
53,3 
44,6 
49.8 
47.8 
51,i 
58.5 
60.5 
58.5 
Fassen wir das Ergebnis der drei Han 
delsartikel in eine Summe zusammen, 
so finden wir, daß D. 1879 an Metallen 
und Metallwaren für 91,4Mill. Mk. ein-, 
dagegen für 239,2 Mill. Mk. ausführte, 
llm ein vollständiges Bild von der Metall 
industrie und dem Handel mit den Fa 
brikaten derselben zu geben, müßte man 
noch die Verwendung ins Auge fassen, 
welche die Metalle in der verschiedensten 
Weise in Maschinen, Fahrzeugen rc. fin 
den. Nach der Gewerbezählung von 1875 
waren beschäftigt im Deutschen Reich: 
Haupt- Pcr- 
betriebe souen 
mit der Weiterverarbeitung von 
Eisen und Stahl .... 149785 354973 
mit der Fabrikation von Ma- 
schiueu, Werkzeugen, Trans 
portmitteln, Waffe», Instru 
menten rc 83635 307 705 
In den verschiedenen Gewerben (wozu 
die Landwirtschaft nicht gerechnet wurde) 
arbeiteten, mit Ausschluß von Lokomotiven 
und Dampfmaschinen, welche bei der Ar- 
mceverwaltung und Kriegsmarine Ber- 
wendnng finden, 1. Jan. 1879: 
Gegenstand 
Dampf- Dampf 
kessel Maschinen 
Feststehende 
Bewegliche u. Lokomobilen 
Auf Schiffen 
49511 
9085 
1462 I 
44447 
1099 
Die Gesamtleistungssähigkeit der be 
weglichen Kessel und Lokomobilen betrug 
73,647 Pferdekräfte; deutschen Ursprungs 
waren 5277, fremden Ursprungs 3713. 
Verwendet wurden bei der Landwirtschaft 
allein 3926. Von den feststehenden Dampf 
maschinen hatten 32,154 eine Leistungs 
fähigkeit bis zu 20 Pferdekräften, 9198 
von über 20—100 und 2342 von über 
100 Pferdckräften. Die Dampfschiffe hat 
ten einen Nettoraumgehalt von 197,447 
Ton. und zwar die Seedampfer 171,930, 
die Flußdampfcr 25,517 T. Die Leistungs 
fähigkeit der Maschinen betrug 179,280 
Pferdekräfte. Die Gesamtkrast aller 
Dampfmaschinen läßt sich auf ca. 3 MiÜ- 
Pferdekräfte berechnen. Von der Gesamt 
zahl der feststehenden Dampfkessel, die 
49,511 betrug, fanden Verwendung:
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.