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Deutschland (Textilindustrie: Baumwolle, Wolle).
Baumwollspinnereien mit (1875) 5,100,000
Spindeln. Mülhausen im Elsaß hat 14,
Ehemnitz 40 Anstalten mit je 400,000
Spindeln; demnächst kommt Augsburg.
Die Zahl der Webstühle war 250,000,
derer mit mechanischen Stühlen 1100.
Nach derGewerbezählung von 1875 waren:
Wattenfabriken, Spinne- Betriebe Arbeiter
reten, Zwirnereien. . . 1597 00675
Webereien 97588 203489
Bleichereien, Färbereien,
Druckereien 968 20277
D. ist genötigt, seinen Bedarf an Roh
baumwolle einzuführen uild zwar vor
nehmlich aus Amerika, zum kleinern Teil
aus Ostindien. Dieser Handel ist kolossal
gewachsen; er betrug (in Tausenden Ton-
iun ')* Einfuhr Ausfuhr
1860 : 82,6 15,8
1870: 104,0 23,2
1880: 148,6 11,9
Nach Neumann - Spallavi beläuft sich
der durchschnittliche Konsum von Roh
baumwolle in D. pro Jahr auf 249,i
Mill. Pfd., d. h. 5,83 Pfd. pro Kopf, der
Konsuln von ans England zngeführten
Geweben, Gariten re. auf 65,2 Mill. Pfd.
d. h. 1,52 Pfd. pro Kopf, somit also der
Gesamtverbrauch auf 914,3 Mill. Pfd.
oder 7,35 Pfd. pro Kopf.
Wie die Verarbeitung der Rohbaum
wolle gestiegen ist, ergibt sich aus der Be-
trachtlmg, daß man bei der Gründung
des Zollvereins in dessen Gebiet etwa
600,000 Spindeln zählte, 1867 schon 2
Mill, und nach Einverleibung des Elsaß
5,i Mill, (wovon 2,1 Mill, im Elsaß).
Während 1852—67 die Zunahme der
Spindeln in D. 122 Pro;, betrug, stieg
sie in England um 88, in der Schweiz
um 78, in Belgien um 56, Frankreich
um 51, Österreich nur um 7, in den
Vereinigten Staaten um 27 Proz. Die
Leistungsfähigkeit jeder Spindel wuchs
auf das Dreifache. 1836 verarbeitete jede
Spindel in D. durchschnittlich 24,3 Pfd.,
1852:50,6 Pfd., aber 1867 nahe an 70 Pfd.
Indes bezicht D. immer noch die höhern
und wertvollern Numniern der Garne
ans England. Doch hat es D. immer
mehr verstanden, seine Spinnereien lei
stungsfähiger und sich selbst damit vom
Ausland unabhängiger zu machen. Nach
offiziellen Ausweisen war der Handel mit
Baumwollgarn (in Millionen Tonnen):
Einfuhr Ausfuhr
1860 : 23,8 2,3
1870: 14,3 3,o
1880: 13,1 11,6
Die Einfuhr von Baumwollgarn (Twist)
aus England sank 1877 —'79 von 44,c
Mill. engl. Pfd. auf 31,5 Mill. Pfd., die
Werte von 51 Mill, auf 36,8 Mill. Mk.
Wenn aber D. hier immer noch einzu
führen gezwungen ist, so vermag cs da
gegen von den fertigen Produkten bedeu
tende Mengen dem Ausland zuzuführen.
Der Handel mit Baumwollwaren gestal
tete sich 1880 wie folgt (in Tonnen):
Einfuhr Ausfuhr
Zeugwaren 781 13913
Strumpfwaren ... 44 517
Posamenten .... 35 146
Gardinen, Spitzen u. a. 526 576
Die Einfuhr kommt zum größten Teil
ans England, sic zeigt aber in den jüng
sten Jahren einen sehr bedeutenden Rück
gang: 1877 : 78 Mill. Pards im Wert von
26 dm. %nr., 1879 mir 53,59m.
im Wert von 19,2 Mill. Mk. Die Aus
fuhr von Strumpfwarcn geht hauptsäch
lich über Hamburg und Bremen, ebenso
die von Zeugwaren, die aber in ebenso
starkem Maße sich nach Frankreich, Bel
gien und Holland, sodann nach Österreich
und der Schweiz wendet. Der Handel mit
baumwollenen Waren betrug(in Tonnen) :
Einfuhr Ausfuhr
I860: 543 8310
1870: 1300 8840
1880: 1386 15152
Die Einfuhr 1879 wertete 15,500,000
m, Muss# 95,260,000 3Rf.
2) Wolle. Die Gesamtproduktion
Deutschlands an Wolle berechnet man
auf 70 Mill. Pfd., hierzu kommt nun
der Überschuß des Imports über den Ex
port, welcher sich 1880 (Import: 68,755
Ton., Export 14,325 T.) auf 54,430 T.
belief; es waren also in diesem Jahr
über 170 Mill. Pfd. da, welche D. in
seinen Fabriken verarbeitete. Nach der
Gewcrbezählung von 1875 gab es: