Full text : Lexikon der Handelsgeographie

Finnland.

181

Auf  lOOOEinw.  kommen  150Pferdc,  586
Stück  Rindvieh,  529  Schafe  und  105
Schweine.  Ausgeführt  wurden  1879  :

Fleisch  und  Speck  .
Häute  und  Felle  .
Butter
Pferde
Lebendes  Vieh  .  .

.  20  093  Etr.
4730  -
.  144599  .
2971  Stück
.  51054  .

Butter  geht  in  großen  Quantitäten  nach
Deutschland  und  England,  die  andern
Produite  nach  England.  —  Die  Fischerei ­
  hat  ihre  Bedeutung  einesteils  darin,
daß  ihre  Produkte  Hauptnahrungsmittel
  der  Bevölkerung  find,  andernteils
m  der  ansehnlichen  Ausfuhr  (1878:
"(,685  Etr.)  nach  Rußland.  —  Ungleich
wichtiger  als  alle  andern  Produkte  sind
Aber  ble  be*  %B(iíbe9  (ßülftc  be*  Bert*
oer  ganzen  Ausfuhr),  von  dem  sich  etwa
drei  Viertel  der  Bevölkerung  direkt  oder
indirekt  nähren.  Die  Verschwendung  ist
urdes  eine  ungeheure;  schätzt  man  doch  den
Konsum  der  Bevölkerung,  die  2  Mill,
ģ  erreicht,  auf  800  Mill.  Kubikfuß
Whrlich.  Die  wichtigsten  Holzplätze  sind:
Wrborg.Kotka  und  Björneborg.  Hauptabnchmcr
  sind:  England  (50  Pro;.),  Niedcr-Deutschland,
  Frankreich,  Spanien.
18(9,  daö  eine  bedeutende  Abnahme  gegen
1877  lind  1878  zeigte,  wurden  ansgefnhrt:
  34,156,884  Kubikfuß  Planken,
Bretter  re.,  3,058.389Kubikfuß  Stämme,
138,730  Ton.Tcer,  160,433  Faden  Brennholz, ­
  Baumrinde  u.  a.  —  Der  Bergbau
ist  ilnbedeutend.  Die  Wäschereien  des
Goldes,  welches  1868  an  beu  Ufern  des
Jwalojoki  entdeckt  wurde,  habeil  in  jüngster ­
  Zeit  sehr  abgenommen;  1871  wurden ­
  55,074,25  g,  aber  1878  nur  noch
5758  g  Gold  gefunden.  Die  Eisengruben
wurden  sehr  schnell  erschöpft;  1858  förderte ­
  man  69,567  metr.  Etr.  aus  16  Werren ­
  ,  1877  gab  es  nur  noch  ein  Werk,  aus
welchem  11,520  metr.  Etr.  kamen.  Doch
wird  ziemlich  viel  Sumpfeisen  gewonnen.
Auch  der  Abbau  von  Kupfer  ist  zurückgegangen; ­
  1862  wurden  1748  Etr.  Rosettenrnpfer,
  1876  nur  noch  210  Etr.  geliefert.
Unter  den  Industrien  nimmt  die
,Zauinwollindnstrie  den  ersten  Rang  ein.
ja-.stesaß  1877:  3  Baumwollspinnereien
mit  2,414,127  Mule  und  382,156  WaprSStS


banmwolle  belief  sich  1879  auf  54,684
Etr.,  und  der  Wert  der  Produkte  mag
8—10  Mill.  Mk.  im  Jahr  betragen.  Jjz
zweiter  Linie  stehen,  dem  Umfang  der
Produktion  nach,  die  mechanischen  Werkftätten
  und  Eisengießereien,  welche  durchschnittlich
  jährlich  für  5  —6  Mill.  Mk.
produzieren.  Die  Produktion  der  Zuckerraffinerieu
  beträgt  ca.  4,i  Mill.  Mk.  im
Jahr.  Alle  diese  Jiidnstrieir  verarbeiten
nur  ausländisches  Material.  Brauchbares
Rohmaterial  finden  im  Land  selbst  die  Papier-, ­
  Holzmasse-  und  Zündhölzerfabriken,
die  Leinweberei  und  Gerberei.  Sämtliche
Jndnstrien  sind  auf  den  russischen  Markt
angewiesen;  daher  bat  auch  das  Fallen  der
russischen  Valuta  die  sinnische  Industrie
schwer  gefährdet.  Von  finnischen  Produkten ­
  wurden  1879  crportiert:
Garn  4168  Ctr.
Eisen-  und  Stahlwaren.  414702  -
Papier  187544  -
Zündhölzer  9413  Kisten
Gewebe  596376  Ctr.
Der  Einfuhrhandel  wird  charakterisiert ­
  durch  die  Beträge  der  Zollcinnahmen.
  Dieselben  stiegen  1868  —  75  von
4,6  Mill,  auf  9,2  Mill.  Mk.  und  sanken
dann  1878  auf7,8  Mill.  Mk.  Von  den  finnischen ­
  Häfen  ist  Helsingfors  als  Jmportplatz
  weitaus  der  bedeutendste,  demnächst ­
  folgen  Wiborg  und  Abo.  '  An  dem
Jmporthandel  sind  vornehmlich  Rußland, ­
  Deiltschland  und  England  beteiligt.
Deutschlands  Einfuhr  nach  F.  besteht  vornehmlich ­
  in  Spirituosen,  Weilt,  Kolonialwaren ­
  (besonders  Kaffee),  Zucker,
Geweben,  Kurzwaren.  Zwei  Drittel  des
Gesamtbetrags  dieser  Einfuhren  kommen
alls  Deutschland.  Der  Export  sinnischer
Produkte  (Butter  und  Holz)  nach  Deutschland ­
  mag  ein  Fünftel  bis  ein  Drittel  des
Werts  der  Einfuhr  betragen.  Der  Handel ­
  wird  vornehmlich  durch  Lübeck  vermittelt. ­
  England  importiert  fast  ausschließlich ­
  Eisen  -  und  Stahlwaren
Baumwolle  und  Steinkohle.  Hanptcinfuhrartikel
  außer  den  schon  genannten-Maschinen,
  Petroleum,  Salz^  Roheisens
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.