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Frankreich (Leinen, Jute, Baumwolle, Wolle).
„ Die Leinenfabrikation, einer der
ältesten Zweige, hat ihren Hauptsitz im De
partement Nord (ein Drittel aller Web-
stühle) ; außerdem haben die Departements
Sarthe, Maincet-Loire, Niederseine, Cal
vados, Ille-et-Vilaine größere Bedeutung.
In der Juteweberei nimmt in neuester
Zelt Dünkirchen eine hervorragende Stel
lung ein. Man schaßt den Gesamtwert
qmnÄ^nd Leinenfabrikate auf 240
..'uU. Ml. Garn u. Leinwand werden auch
aus England importiert (1878:1,723.000
Pfd. Leinengarne und 0.951,000 Ellen Lei
nenstoffe), dagegen gehen weiße und halb-
weiße Leinwand nach den Kolonien, Batist
nach England und Amerika. Der Handel
nut Deutschland ergibt einen ansehnlichen
Uberschuß zu Giinsten Frankreichs; an Ge
weben u. Posamentierwaren aus Flachs u.
Hanf wurde 1878 eingeführt für 260,500
à, aiisgeflihrt für 1,323,400 Mk.
Bon Leinengarn ist F. noch nicht im-
Einfuhr Ausfuhr
1878: 8,9 4,o
1879: 9,2 5,1
1880 : 6,1 4,8
Dagegen exportiert cö von Leinwandstof-
şon sebr bedeutend.Şfrüher allerdings mehr
(Idch fur 28,4 Btill. Atk.); in den letzten
Jahren war (in Millionen Mark) die
Einfuhr Ausfuhr
1878: 9,o 19,5
1879: 9,4 19,8
1880 : 8,o 23,2
In neuerer Zeit hat die Jute indu
strie, für welche 1878 Rohmaterial im
Wert von 8 Mill. Atk. eingeführt wurde,
bedeutende Fortschritte gemacht. Hauptsitz
furSpinnerei und Weberei istDünkirchen.
Die Baumwollindustric ist beson
ders zu Haus in der Gegend von Rouen
(daher man die Gewebe »Rouennerieö«
nennt), St. Quentin und den Bvgesen,
Erster in Paris, St. Denis, Lyon, St.
Etienne u. a. DieJndustriehateinenzwar
infamen, doch stetigen Fortschritt gehabt.
*o7o zählte man schon 1163 Etablisse-
ments mit 117.109 Arbeitern, 4,653,479
beschäftigten sotvie 221,845 stehenden
Spindeln und 50,028 beschäftigten nebst
195
ppHÜi
dere Posten aus Ostindien über Marseille
zu importieren. Der Handel mit Roh
baumwolle zeigt in den letzten 18 Jahren
ane auffallende Stabilität, ja die Einfuhr
A sear cher heruntergegangen; es betrug
(in Millionen Mark) die
Einfuhr Ausfuhr
1878: 156,7 63,1
1879: 163,5 53,5
1880: 163,1 51,8
Die Hauptprodukte sind Kalikos zum
Drucken; Paris und die nördlichen De
partements liefern daö Garn für Rouen
^t. Quentin it. a. ; die für Bobbinct
notigen femern Nummern werden aus
%%%,%%%
diesem Zweig tritt F. nicht exportfähig auf,
von Baumwollgarnen importiert es sehr
bedeutend, und bei Baumwollstoffen ba
lancieren Einfuhr und Ausfuhr nahezu.
Gar,, Stoffe
Einfuhr Ausfuhr Einfuhr Ausfuhr
1878: 33,0 2,0 54,4 45 2
1879: 28,1 1,9 49,8 50,7
1880 : 25,s 2,9 50,8 61,2
Waö speciell den Verkehr mit Deutsch
land angeht, so betrug 1878 der Handel
mit allen Sorten Baumwollwaren in
Einfuhr 19 Mill., Ausfuhr 1,8 Mill. Mk.
, Die Wollmanufaktur ist dagegen
eine sehr exportfähige Industrie. Sowohl
Spinnerei und Weberei von wohlseilen
als von den feinsten Tuchen, Teppichen,
Shawls und allen andern Stoffen und
Waren ist eine sehr vervollkommnete.
Garne, aber noch weit mehr Stosse wer
den in sehr bedeutenden Mengen ausge
führt. ES wertete (in Millionen Mark):
Garu Stoffe
Einfuhr Ausfuhr Einfuhr Ausfuhr
1878: 14,9 29,8 54,9 250,2
1879: 11,6 34,9 54,5 247,2
1880: 12,6 35,9 61,8 283,9
Von Deutschland wurde an Wollwaren