Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Großbritannien (Bergbau: Kohlen, Erze, Salz). 
großer Entseriiung von den Kohlengruben 
und den Lagerstätten der kalkhaltigen Zu 
schläge. Der Quantität der Förderung 
nach geordnet, kommen zuerst die Clcve- 
lauderze in Yorkshire, die Thon- und 
Kohleuciseusteine in Schottland, Stafford 
shire, Yorkshire, Wales und Shropshire, 
der Brauneisenstein in Devonshire, Glou 
cester, Wiltshire, Northamptonshire und 
Shropshire, Roteisenstein in Lancashire 
und auf der Insel Man, Spateiscnstcin 
"l Northumberland, Durham und So- 
niersetshire. Die Gesamtproduktion an 
Elsenerzen betrug: 
I860: 8,ir> Mill. Ton. 49,2 Mill. Mk. 
1870: 14,oo - - 98,8 . 
1872: 16,85 - - 155,6 - 
1875: 16,07 - - 119,4 - 
1878: 15,98 - - 112,2 - 
Dazu importiert England bedeutende 
Mengen aus Spanien, Elba, Algerien, 
uamentlich Sorten, welche sich zur Her 
stellung von Bessemerstahl eignen, wäh 
lend cs wenig ausführt; eö zieht vor. die 
Bodenschätze als Fabrikate mit Preisauf 
schlag für Arbeitü- und Kapitalrente zu 
exportieren. 1879 betrug die Ausfuhr 
49,536 Ton. gegen eine Einfuhr von 
1,085,045 T. im Wert von 21,003,340 
Mark. 
Weit weniger beträchtlich ist der Ertrag 
der übrigen Bergwerke. Zinnerze finden 
sich in Cornwall, Devon und Somerset, 
Kupfererze ebenda, weniger in andern 
Grafschaften, Bleierze hauptsächlich in 
Wales und Shropshire und im nördlichen 
England, Zinkerze namentlich auf der 
Insel Man und in Wales und Shrop 
shire. Der Ertrag sämtlicher Bergwerke, 
Salinen und Steinbrüche war 1878: 
1125,289,000 Mk.; davon kamen (in 
Tausenden) auf: 
Steinkohle. 928255 Kupfererz. . 4029 
Eisenerz. . 112190 Zinkerz . . 1611 
Bleierz . . 16028 Solz . . . 26839 
Zinnerz. . 10615 Thon . . . 13557 
Dabei importiert die britische Hüttenin 
dustrie noch große Mengen von Erzen aus 
Australien, Südamerika, Spanien, um 
dieselben in ihren Hüttenwerken zu ver 
arbeiten. Die wichtigsten Importe waren 
% (in ÜW): 
Handclsgeographie. 
Kupfererz . . 40,o 
Manganerz. . 0,8 
Schwefelkies . 21,o 
Schwefel . . 4,o 
Silbererz . . 14,5 
Kalisalpeter . 5 (8 
Natronsalpeter 30.g 
Bleierz ... 3,7 
Bergbau nnb Hüttenbetrieb haben indes 
infolge des Fallens der Preise und durch 
ausländische Konkurrenz gewaltig gelit 
ten. So betrug 1878 das stiominaltapital 
von 45 Aktiengesellschaften 349 Mill. Ml., 
hatte aber einen Kurswert von nur 222 
Mill.Mk., stand also 36 Proz. unter pari, 
während cs 1874 noch 23 Proz. Prämie 
erzielte. 1873 kostete die Tonne schottisches 
Roheisen 145 Mk., 1879 nur 47 Mk. 
bricht die Menge der Erträge, wohl aber 
der Preis nahm ab. Die aus britischen 
Erzen erzeugten Metalle hatten 1873 
einen Wert von 428 Mill. Mk., 1875 
von 370 Mill., 1878 von ca. 366 Mill. 
1878 waren Erträge und Werte: 
Roheisen 6381000 Tonnen 323099840 Mark 
Blei 
Zinn 
Kupfer 
Zink 
Silber 
Gold 
58020 
10106 
3952 
6309 
13362 Kilogr. 
22 
19449820 
13261600 
5420840 
2460500 
1890440 
56960 
Zusammen: — 365640000 Mark 
In der Eisenindustrie standen Ende Fe 
bruar 1880: 597 Hohöfen im Betrieb, aber 
Ende September standen 41 wieder kalt, 
und nur der Rest wurde betrieben. (Da 
die Statistik in den Einfuhr- und Aus- 
fuhrlisten zwischen Metall und Metall- 
waren nicht immer genau unterscheidet, 
so geben wir die Handelsbewegung unter 
den Fabrikaten weiter unten.) 
Salz wird namentlich in Cheshire, 
Worcestershire und Staffordshire gewon 
nen; doch scheint die Industrie erst in 
ihrer eigentlichen Entwickelung begriffen 
zu sein. Die Zahl der Sudpfauuen betrug 
1867 : 752, 1876 aber 1311, imb 1875. 
wo 1261 Sudpfanuen arbeiteten, wurden 
35,600,000 Ctr. Sudsalz geliefert, wäh 
rend die Produktion von Steinsalz in 
Cheshire 3,161,000 Ctr., in Carrickfergus 
(Irland) 661,000 Ctr. ergab. Da die 
Salzgewinnung völlig freigegeben und nu- 
bcstcuert ist, so ist die Produktion sehr billig 
und der Außenhandel begünstigt. Derselbe 
ist demgemäß auch von Jahr zu Jahr ge- 
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