Full text: Lexikon der Handelsgeographie

226 Großbritannien 
wachsen. Der Export betrug 1879: 
959,644 Ton. im Wert von über 41 Mill. 
Mk. Hauptabnehmer für englisches Salz 
waren 1879: Nordamerika 272,270 T., 
Ostindien 309,340 T., Britisch-Nordame- 
rika 80,891 T., Rußland 54,910 T., 
®euli#nb 43,870%., (Belgien 52,070%. 
III. Industrie. 
In keinem Land steht dieselbe so hoch 
wie hier, und es gibt keinen Zweig der 
selben, der nicht zu hoher Vollkommenheit 
gebracht worden wäre. Das ausgebildete 
Maschinenwesen erspart teure Handar 
beit, und die günstige Lage für den Welt 
verkehr erleichtert den Absaß der Fabrikate, 
mit denen G. die ganze Welt versorgt. 
Zur Förderung der gewerblichen In 
dustrie bestehen in London die Gesellschaft 
zur Aufmunterung der Künste und das 
South Kensington-Museum. ES besteht 
völlige Gewerbefreiheit, doch ist dieselbe 
gewissen geschlichen Beschränkungen un 
terworfen; auch die Verhältnisse zwischen 
Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie 
die Arbeiten in den Fabriken sind durch 
besondere Gesetze geregelt. Nach Fairbairn 
arbeiten sämtliche Dampfmaschinen des 
Landes mit 11 Mill. Pferdekräften, und 
da 7 Mcnschenkräfte — 1 Pferdekraft, so 
verrichten sämtliche englische Dampfma 
schinen eine Arbeit, zu welcher 77 Mill. 
Männer nötig wären, was den: manns 
kräftigen Teil einer Bevölkerung von 250 
Mill. Menschen entspräche. 
A. Textilindustrie. 
In keinem cutbcni Land hat dieser 
Erwerbszlveig eine gleiche Ausdehnung. 
Nach einer Schätzung exportierten die vier 
Industriestaaten : Frankreich,Deutschland, 
Österreich und Belgien 1875—76 rund 
für 2113,2 Mill. Mk.,G. zu derselben Zeit 
für 2585 Mill. Mk., also um 472 Mill. 
Mk. inehr als jene. Das Anwachsen der 
englischen Textilindustrie ist ein außer 
ordentliches gewesen: 
Etablissements . . 
Spindeln . . . . 
Mechanische Stühle. 
Männliche Arbeiter. 
Weibliche Arbeiter . 
Arbeiter insgesaint. 
1850 1874 
4330 7294 
25638710 45793107 
298916 667711 
246867 394044 
349215 611641 
596082 1 005665 
(Textilindustrie). 
Es uahm also die Zahl der Etablisse 
ments um 68,4 Proz. zu, die der Spindeln 
um 78,6, der mechanischen Stühle um 
123,4, der Arbeiter um 68,7 Proz., wobei 
die verhältnismäßig lveit stärkere Zunahme 
der weiblichen Arbeiter zu bemerken ist. 
1)B a um w o l li n d u st r i e. Nicht allein 
unter allen Zweigen der Textilindustrie, 
arlch unter allen Industrien, die für den 
Export arbeiten, überhaupt nimmt die 
Baumwollindustric den erstell Rang ein. 
Von dem gesamten Quantum von Roh- 
baumwolle, das aus den verschiedcneil Pro 
duktionsgebieten dem europäischen Markt 
zugeführt wird, empfängt England in sei 
nen beiden großen Einfuhrhäfen, London 
und Liverpool, weit über die Hälfte. Frei 
lich hat diese Einfuhr nicht unwesentlich 
abgenommen, sie sank von 3,708,030 
Ballen 1875 stetig auf 3,015,840 Ballen 
1878 und hob sich erst wieder 1879 auf 
3,359,230 Ballen oder bei einem Durch 
schnittsgewicht deö Ballen« von 195 kg 
cuts ca. 655 Mill. kg. Und während in 
den letzten 17 Jahren die Arbeitskraft der 
englischen Fabriken um 10 Vs Mill. Spin 
deln wuchs, stieg dieselbe in den nichteng 
lischen um 12 Ätill. In ähnlicher Weise 
hat sich das Verhältnis deö verarbeiteten 
Rohstoffs geändert. In Prozenten ent- 
sielcn auf die Baumwollfabrikcn von: 
1870 1877 — 78 
Großbritannien.... 47,9 40,s 
Europäischer Kontinent . 31,4 33,7 
Vereinigte Staateil . . 19,3 22,o 
Indien 1,4 3,i 
Bei einem absolut höher» Verbrauch, 
2,988,000 9Men 4870 gegen 2,983,000 in 
1878, ist relativ ein Rückgang um 9 Proz. 
eingetreten, in welchen Prozentsatz sich die 
drei Gebiete ziemlich gleichmäßig teilen. 
In jüngster Zeit hat freilich der Konsum 
von Baumwolle durch englische Spinne 
reien eher ab- als zugenommen. Es betrug 
die Koilsumtion: 
1875 : 3105120 Ballen 
1876: 3095070 - 
1877: 2997540 - 
1878: 2705310 Ballen 
1879: 2717370 
1880: 3 067370 - 
1879 entfielen alls Liverpool 2,651,150, 
auf Loildou 66,220 Ballen. In ganz 
gewaltiger Weise sind aber die Export-
	        
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