Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Hamburg. 
wurden 566,550 Depeschen aufgegeben 
und 639,089 empfangen. 
F i n a n z e n. Das Wachstum der Stadt, 
wie in ihrer Bevölkerungsziffer so auch in 
ihrem Vermögen und ihren Handelsum 
sätzen, beweist nachstehende Zusammen 
stellung nach offiziellen Quellen. Es find 
hierbei die Jahre 1871 (vor der Gründer 
periode) und 1878 gewählt worden, da 
für 1879 vollständige Ausweise noch nicht 
vorliegen. 
1871 1878 
Bcvvlkcruuqszahl. . 338974 417239 
Murk Mark 
Grundsteuer . . . 3852579 0 204004 
Einkommensteuer. . 2982 784 3 870000 
Jmmobilienabgabe . 020801 1345000 
Tonneiineld. . . . 320089 478092 
Konsumtionsabgabe. 1420038 1 908549 
Stempelabgabe . . 1144002 1274872 
1879 llnd 1880 waren alle Posten, über 
welche Ailöwcise vorliegen, ganz erheb 
lich gestiegen, obschon nirgends eine Ver 
änderung der Steuersätze eintrat. Das 
Budget für 1880 balanciert in Ein 
nahme lind Ausgabe mit 31,349,290 Mk. 
Die Einnahmen sind faktisch aber nur ans 
28,693,809 Mk. veranschlagt, das Defizit 
ist aus Überschüssen früherer Jahre ge 
deckt. Hauptposten der Einnahmen sind: 
Steuern 16,993,610 Mk. (Grundsteuer 
6,344,000, Einkommensteuer 3,880,000 
Mk.), aus dem Staatsvermögen 8,279,439 
Mk.; derAusgaben: Staatöschnld7,335,000 
Mk., Matrikularbeitrag 3,600,000 Mk., 
1881:792,583 m. ' 
Die Staatsschuld belief sich Anfang 
1880 auf 126 Mill. Mk. nebst einer immer- 
währendcn Rente von 110,843m. Es be 
trugen nach deil Finanzvoranschlägen die 
Einnahme» 
1872: 17250000 Mark 
1873: 19050000 - 
1874 : 21540000 - 
1875: 23578200 - 
1870 : 24123300 - 
1877: 25291700 - 
1878 : 20011000 - 
1879: 27092000 - 
1880 : 28093809 - 
Ausgaben 
1872: 18000000 Mark 
1873: 20017000 - 
1874 : 22380000 - 
1875 : 24914000 - 
1870: 25770000 - 
1877: 27178300 - 
1878 : 28443500 - 
1879: 30157200 - 
1880 : 31349200 - 
Die jährlichen Defizits wurden teilweise 
durch erhöhte Einnahmen gedeckt. 
Konsulate unterhalten hier: Argen 
tinien, Belgien, Bolivia, Brasilien, Chile, 
Costarica, Dänemark, Ecuador, Frank- 
rcich, Griechenlaiw, Großbritannien, Gua 
temala, Hawaii, Hayti, Honduras, Ita 
lien, Kolumbien, Liberia, Merito, Nica- 
ragua, Niederlande, Österreich, Paraguay, 
Persien, Peru, Portugal, Rußland, Santo 
Domingo, Schweden-Norwegen, Schweiz, 
Spanien, Türkei, Uruguay, Venezuela, 
Vereinigte Staaten; von deutschen Staa 
ten : Anhalt, Baden, Bayern, Hessen,Lippe- 
Detmold, beide Mecklenburg, Oldenburg, 
Sachsen, Sachsen-Weimar, Schaumburg- 
Lippe, beide Schwarzburg, Württemberg. 
Kreditwesen. Die Reichsbankhaupt 
stelle hatte 1880 einen Geschästsumsatz von 
8586 Mill. Mk., davon Wechselverkehr 
721,8 Mill., Giroverkehr 7795,2 Mill. 
Mk. Die Norddeutsche Bank (Kapital: 45 
Mill. Mk.) hatte einen Totalumsatz von 
6016,6 Mill. Mk., die Vereinsbank in 
H. (Kapital: 12 Mill. Mk.) einen solchen 
von 11.700,1 Mill. Mk., die Kommerz- 
unb Diskontobank (Kapital: 16,5 Milt. 
Mk.) von 4505,8 Mill. Mk. Andre hier 
bestehende Banken sind: dieJnternationalc 
Bank, Gewerbe - und Diskontobank, Hypo 
thekenbank, Anglo-Dclltsche Bank, Mäk- 
lcrbank, Wechslerbank, Warenkreditan 
stalt, St. Pauli-Kreditbank. 
Die Platzgebräuchc sind sehr man 
nigfaltig. Tara wird meist durch Über 
einkunft festgesetzt; bei rohem Rüböl rech 
net man die reine Tara, bei Butter wird 
eine Vergütung von 16 Pfd. für die Drit 
teltonne gewährt. Gutgewicht gewährt 
man bei Waren, die für 1 Psd. verkauft 
werden, Va Proz., bei solchen (auch Roh 
zucker), die für 100 Psd. verkauft werden, 
1 Proz., kein Gutgewicht bei raffiniertem 
Zucker, keine Vergütung bei Papier. Ver 
käufe meist gegen bar, auch auf 2 Monate 
Ziel. Bei Barzahlungen (1 Tag nach 
Empfang) gew'ährt man dem Käufer 1 
Proz. Dekort, bei Hamburger raffinier 
tem Zucker aber Va, Tabak 1 Va, Quer 
citron 2, Seide 3 Proz. —Der Wech 
selverkehr betrug im Durchschnitt der 
Jahre 1871—75: 1,539,500,000 Mk., 
1878 indes nur 1,396,500,000 Mk., also 
143 Mill. Mk. weniger. In jener Periode 
der Gründungen wurden aber Wechsel in
	        
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