Full text : Lexikon der Handelsgeographie

240

Hamburg.

wurden  566,550  Depeschen  aufgegeben
und  639,089  empfangen.
F  i  n  a  n  z  e  n.  Das  Wachstum  der  Stadt,
wie  in  ihrer  Bevölkerungsziffer  so  auch  in
ihrem  Vermögen  und  ihren  Handelsumsätzen, ­
  beweist  nachstehende  Zusammenstellung ­
  nach  offiziellen  Quellen.  Es  find
hierbei  die  Jahre  1871  (vor  der  Gründerperiode) ­
  und  1878  gewählt  worden,  da
für  1879  vollständige  Ausweise  noch  nicht
vorliegen.
1871  1878
Bcvvlkcruuqszahl.  .  338974  417239
Murk  Mark
Grundsteuer  .  .  .  3852579  0  204004
Einkommensteuer.  .  2982  784  3  870000
Jmmobilienabgabe  .  020801  1345000
Tonneiineld.  .  .  .  320089  478092
Konsumtionsabgabe.  1420038  1  908549
Stempelabgabe  .  .  1144002  1274872
1879  llnd  1880  waren  alle  Posten,  über
welche  Ailöwcise  vorliegen,  ganz  erheblich ­
  gestiegen,  obschon  nirgends  eine  Veränderung ­
  der  Steuersätze  eintrat.  Das
Budget  für  1880  balanciert  in  Einnahme ­
  lind  Ausgabe  mit  31,349,290  Mk.
Die  Einnahmen  sind  faktisch  aber  nur  ans
28,693,809  Mk.  veranschlagt,  das  Defizit
ist  aus  Überschüssen  früherer  Jahre  gedeckt. ­
  Hauptposten  der  Einnahmen  sind:
Steuern  16,993,610  Mk.  (Grundsteuer
6,344,000,  Einkommensteuer  3,880,000
Mk.),  aus  dem  Staatsvermögen  8,279,439
Mk.;  derAusgaben:  Staatöschnld7,335,000
Mk.,  Matrikularbeitrag  3,600,000  Mk.,
1881:792,583  m.  '
Die  Staatsschuld  belief  sich  Anfang
1880  auf  126  Mill.  Mk.  nebst  einer  immerwährendcn
  Rente  von  110,843m.  Es  betrugen ­
  nach  deil  Finanzvoranschlägen  die

Einnahme»
1872:  17250000  Mark
1873:  19050000  -
1874  :  21540000  -
1875:  23578200  -
1870  :  24123300  -
1877:  25291700  -
1878  :  20011000  -
1879:  27092000  -
1880  :  28093809  -

Ausgaben
1872:  18000000  Mark
1873:  20017000  -
1874  :  22380000  -
1875  :  24914000  -
1870:  25770000  -
1877:  27178300  -
1878  :  28443500  -
1879:  30157200  -
1880  :  31349200  -

Die  jährlichen  Defizits  wurden  teilweise
durch  erhöhte  Einnahmen  gedeckt.
Konsulate  unterhalten  hier:  Argentinien, ­

  Belgien,  Bolivia,  Brasilien,  Chile,
Costarica,  Dänemark,  Ecuador,  Frankrcich,
  Griechenlaiw,  Großbritannien,  Guatemala, ­
  Hawaii,  Hayti,  Honduras,  Italien, ­
  Kolumbien,  Liberia,  Merito,  Nicaragua,
  Niederlande,  Österreich,  Paraguay,
Persien,  Peru,  Portugal,  Rußland,  Santo
Domingo,  Schweden-Norwegen,  Schweiz,
Spanien,  Türkei,  Uruguay,  Venezuela,
Vereinigte  Staaten;  von  deutschen  Staaten ­
  :  Anhalt,  Baden,  Bayern,  Hessen,Lippe-Detmold,
  beide  Mecklenburg,  Oldenburg,
Sachsen,  Sachsen-Weimar,  Schaumburg-Lippe,
  beide  Schwarzburg,  Württemberg.
Kreditwesen.  Die  Reichsbankhauptstelle ­
  hatte  1880  einen  Geschästsumsatz  von
8586  Mill.  Mk.,  davon  Wechselverkehr
721,8  Mill.,  Giroverkehr  7795,2  Mill.
Mk.  Die  Norddeutsche  Bank  (Kapital:  45
Mill.  Mk.)  hatte  einen  Totalumsatz  von
6016,6  Mill.  Mk.,  die  Vereinsbank  in
H.  (Kapital:  12  Mill.  Mk.)  einen  solchen
von  11.700,1  Mill.  Mk.,  die  Kommerzunb
  Diskontobank  (Kapital:  16,5  Milt.
Mk.)  von  4505,8  Mill.  Mk.  Andre  hier
bestehende  Banken  sind:  dieJnternationalc
Bank,  Gewerbe  -  und  Diskontobank,  Hypothekenbank, ­
  Anglo-Dclltsche  Bank,  Mäklcrbank,
  Wechslerbank,  Warenkreditanstalt, ­
  St.  Pauli-Kreditbank.
Die  Platzgebräuchc  sind  sehr  mannigfaltig. ­
  Tara  wird  meist  durch  Übereinkunft ­
  festgesetzt;  bei  rohem  Rüböl  rechnet ­
  man  die  reine  Tara,  bei  Butter  wird
eine  Vergütung  von  16  Pfd.  für  die  Dritteltonne ­
  gewährt.  Gutgewicht  gewährt
man  bei  Waren,  die  für  1  Psd.  verkauft
werden,  Va  Proz.,  bei  solchen  (auch  Rohzucker), ­
  die  für  100  Psd.  verkauft  werden,
1  Proz.,  kein  Gutgewicht  bei  raffiniertem
Zucker,  keine  Vergütung  bei  Papier.  Verkäufe ­
  meist  gegen  bar,  auch  auf  2  Monate
Ziel.  Bei  Barzahlungen  (1  Tag  nach
Empfang)  gew'ährt  man  dem  Käufer  1
Proz.  Dekort,  bei  Hamburger  raffiniertem ­
  Zucker  aber  Va,  Tabak  1  Va,  Quercitron ­
  2,  Seide  3  Proz.  —Der  Wechselverkehr ­
  betrug  im  Durchschnitt  der
Jahre  1871—75:  1,539,500,000  Mk.,
1878  indes  nur  1,396,500,000  Mk.,  also
143  Mill.  Mk.  weniger.  In  jener  Periode
der  Gründungen  wurden  aber  Wechsel  in
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.