Perser, Athen.
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wohl die größte Flotte besaß, können wir nun, da es politisch
immer mehr hervortritt, die Wirkungen der industriellen und kommerziellen
Entwicklung deutlich beobachten. Der Sieg über die
Perser hatte die Bedeutung einer guten Flotte gezeigt und deutlich
vor Augen geführt, daß die griechischen Staaten eine größere
Macht repräsentierten, als sie selbst geahnt hatten; ein einzelner
Staat konnte nun mit Recht den Versuch wagen, die Herrschaft
über ganz Hellas anzutreten. Die Notwendigkeit, die jonischen Städte
gegen die Perser dauernd zu schützen, drängte zur Schaffung einer
griechischen Flotte, zu welchem Zweck sich eine große Zahl der griechischen
Staaten zum Delischen Bunde vereinigte, in dem Athen als
erste Seemacht die Leitung übernahm, nachdem sich Sparta, das
wesentlich Landmacht war, schon vorher zurückgezogen hatte. Da
von den beteiligten Staaten nur ein Teil Schiffe stellte, der andere
lieber Gelder zahlte, die Athen verwaltete, so trat die wirtschaftliche
Übermacht dieser Stadt immer mehr hervor. Alles geschah,
um die Flotte zu vermehren und den gewaltigen Kriegshafen
im Piräus auszubauen. Diese Machtstellung im Ägäischen und
Schwarzen Meer konnte nur dann völlig gefestigt werden, wenn
die Konkurrenten entweder dienstbar gemacht oder vernichtet wurden.
So mußte z. B. Ägina fallen, das sich lange vor Athen kommerziell
entwickelt hatte (S. 50). Es beherrschte den Saronischen Golf,
so daß es Athen leicht gefährlich werden konnte — auch konnte,
wer Ägina besaß, den Handel von Korinth empfindlich schädigen.
Hatte Athen ursprünglich dasselbe Münzsystem wie Ägina gehabt,
so ging es im 6. Jahrhundert, wohl vorwiegend aus Opposition
gegen Ägina, zum euböischen über. Kriegerische Angriffe folgten
bald, in denen die Insel den Athenern oft übel mitspielte. Da die
Perserkriege eine endgültige Entscheidung hinderten, konnte die
reiche Handelsstadt erst 456 überwältigt werden und mußte als
Mitglied des Delischen Bundes, der früheren Feindschaft wegen,
die höchste Tributsnmme zahlen. Da aus derartigen Gründen die
Tributsummen häufig erhöht wurden, während aus besonderer
Gunst, oder weil man einen Abfall fürchtete, eine Herabsetzung der
Tribute stattfand, kann man die vorhandenen Tributlisten nur mit
Vorsicht zu einer genaueren Charakterisierung der damaligen wirtschaftlichen
Lage der einzelnen Staaten verwenden. Nach weiteren
Konflikten zwang Athen die Ägineten auszuwandern und besiedelte
die Insel mit attischen Kolonisten, wodurch die Konkurrentin radikal
beseitigt wurde. Es half Ägina nicht viel, daß es 404 nach