Full text : Lexikon der Handelsgeographie

Japan  (Eisenbahnen,  Finanzen,  Kreditwesen).

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Co.  und  der  Messageries  maritimes  sowie
die  deS  Österreichisch  -  ungarischen  Lloyd
u.  a.,  deren  Linien  in  Jokohama  endigen.
Die  erste  Eisenbahn  wurde  12.  Juni
1872  zwischen  Jokohama  und  Tokio  eröffnet, ­
  1879  waren  121  km  im  Betrieb  und
zwar:  Tokio-Jokohama  29  km,  Kobe-Osaka
  mit  der  Zweiglinie  nach  Adjikawa
32  km,  Osaka-Kioto  13,4km;  traciert  und
zum  Teil  im  Bail  sind  229  km,  projektiert
728  km.  —  Po  sto  crkehr  wurde  1872
zwischen  Nagasaki  nndJokohama  eingerichtet, ­
  und  seitdem  ist  daö  Postwesen  auf  das
ganze  Land  ausgedehnt  worden.  Mitte
1879  zählte  mau  3927  Postämter,  163
Annahmestellen  und  1916  Briefmarkenagenturen ­
  ;  1877—78  wurden  26,042,838
Briefe,  10,037,456  Postkarten,  996,395
portofreie  Korrespondenzen,  9,715,082
Zeitungen,  400,515  Warenproben,  Bücher ­
  rc.bcfördert,also  zusammen47,192,286
Stück  (1878—79:  55,775,206  Stück).
Der  Wert  der  Geldsendungen  belief  sich
auf  11,2  Mill.  Mk.,  die  Einnahmen
auf  3,255,112  Mk.,  die  Ausgaben  auf
3,073,980  Mk.  —  Die  Telcqraphenlittieii
  haben  (1880)  eine  öänge  von
6380  km  mit  14,260  km  Drähten  und
bestehen  aus  den  Strecken:  Tokio-Nagasaki, ­
  Tokio-Sendai,  Saykio-Oodzu,  Kawagutsi-Osaka,
  Saga-Kumamotu,  Sendai-Siribesi,
  Buyo-Tokushima,  Mitajiri-Jamaguchi.
  1877  wurden  410,150  Depeschen ­
  befördert.  Mittelst  Kabels  ist
Nagasaki  mit  Schanghai  (1871)  und
Wladiwostok  verbunden,  1874  wurde  auch
ein  Kabel  bis  Hakodade  auf  Jesso  gelegt,
imb  1879  wurde  amerikanischen  Bankfirmen
  die  Konzession  zur  Legung  eines  Kabels ­
  zwischen  Jokohama  und  San  Francisco
  erteilt.  Die  Negierung  übernahm
1878  den  Betrieb  der  Great  Northern  Telegraph ­
  Company.
Finanzen.  Daö  Budget  für  das  30.
Juni  1880  abgeschlossene  Finanzjahr  balancierte ­
  in  Einnahnle  und  Ausgabe  mit
250,4  Mill.  Mk.  Von  den  Einnahmen
sind  die  bedeutendsten  Posten:  Zölle  9,8
Mill.,  Grundsteuer  187,2  Mill..  Steuer
dwf  Branntwein  u.  dgl.  20,s  Mill.,  Stemhel-,
  Patentstcuer  u.  dgl.  12,5  Mill.,  Eisenbahnen ­
  7,7  Mill,  und  Münze  2,2  Mül.
Hcnidelsgeographie.

Mk.  Unter  den  Ausgaben  beansprucht
die  Staatsschuld  eineAusgabe  von  954
Mill.  Mk.  und  zwar  die  innere  Staatsschuld ­
  87,75  Mill.,  die  äußere  7,56  Mill.
Mk.  Für  Kolonisation  waren  ausgesetzt
6,75,  für  die  Förderung  der  Industrie  und
die  Postverwaltung  je  4,5Mill.  Mk.—Die
Staatsschuld  ist  in  den  letzten  Jahren
enorm  gestiegen,  1.  Juli  1879  m\  1634,8
Mill.  Mk.,  nämlich:  innere  verzinsliche
Schuld  1028,8  Mill.,  innere  unverzinsliche ­
  Schuld  42,3  Mill.,  Papiergeld  510,3
M.,  Äußere  ©#%  53,4  SW.  m.
Dagegen  gab  es  Aktiva  im  Betrag  von
262,8  Mill.  Mk.,  so  daß  sich  die  ungedeckte
Schuld  auf  1372  Mill.  Mk.  bezifferte.
Eine  neue  Anleihe  für  verschiedene  Bauten ­
  wiirde  Ende  1879  aufgcnoniineii.
Kreditive  seil.  Von  fremden  Banken ­
  haben  Zweigaustaltcu  die  in  allen
wichtigern  Plätzen  Ostasiens  ansässigen
Hongkong  and  Schanghai  und  Oriental
Bank.  Diese  besorgen  die  Geldgeschäfte
der  Ausländer.  Dazu  kommt  eine  chinesische ­
  Bank  zur  Besorgung  deö  Geldverkehrs ­
  zwischen  Japanern  und  Ausländern,
woran  die  vorgedachten  Institute  nicht
partizipieren.  Die  Hongkong  and  Shanghai ­
  Bank  gibt  Noten  aus  und  ebenso  die
japanesischeu  Banken  sowie  die  Handelsgesellschaft ­
  in  Jesso.  Die  Anzahl  der  japauesischen
  Banken  war  1879  auf  142  gestiegen ­
  mit  Kapitalien  von  80  Mill,  bis
600,000  Mk.,  welche  daö  Recht  haben,  für
125  Mill.  Mk.  Noten  auszugeben.  Mit
Fremden  machen  diese  Banken  wenig  Geschäfte. ­
  —  P  o  st  sp  a  r  ka  s  s  c  u  wurden  1875
wesentlich  nach  englischem  Muster  organisiert; ­
  Ende  1878  gab  es  schon  11,811  Einzahler ­
  mit  einem  Guthaben  von  954,000
gegen  274,860  Mk.  in  1877,  wo  die  Einlagen ­
  an  Zinsen  zusammen  8914  Mk.  ergaben. ­
  —  Handelsgebräuche.  Ein  Kredit
hat  sich  im  Verkehr  zwischen  Japanern
und  Fremden  noch  nicht  gebildet;  Einfuhren ­
  und  Ausfuhren  werden  bar  bezahlt.
Fremde  pflegten  ihre  Geschäfte  durch  Vermittelung ­
  von  in  I.  ansässigen  Chinesen ­
  (Compradore,  vgl.  China,  S.  98)
zu  betreiben,  und  es  ist  auf  diese  Weise
dahin  gekommen,  daß  letztere  den  Handel
vollkommen  beherrschen.  Der  Zinsfuß
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