Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Norwegen (Finanzen, Kreditwesen re.). - 
Warangerfjord, im Winter nur bis Ham- 
merfest. Im Innern ist das Reitpferd 
oder der zwciräderige Postkarren, für wel 
chen die' Bauern entlang der Poststraße 
Vorspann zu liefern haben, das gewöhn 
liche Beförderungsmittel. 1879 wurden 
in 904 Postämtern 13,311,909 Briefe, da 
von 924,612 Wertbriefe mit 205,072,000 
Mk., und 9,862,495 Journale befördert. 
Die Einnahmen beliefen sich ausi,638.788, 
die Ausgaben auf 1,807,718 Mk. N. ge 
hört zum Weltpostverein.—Die Staats 
telegraphen hatten Endel879:127 Sta 
tionen, ¿610 km Linien und 15,756 km 
Drahte, auf welchen 1879 befördert wur 
den 436,779 interne, 111,445 interna 
tionale Depeschen; vom Ausland wurden 
empfangen 128,206, im Transit 3465, 
im ganzen also 679,895 Depeschen. Die 
Einnahmen beliefen sich auf 918,699, die 
Ausgaben auf 1,043,394 Mk. Die Eisen 
bahntelegraphen hatten Ende 1879: 115 
Telegraphenämter, 1104km Linien, 2125 
km Drähte und beförderten 27,435 De 
peschen. Durch Kabel ist N. von Arendal 
über Sylt mit Deutschland und von Eger- 
sund mit Schottland (Peterhead) verbun 
den. Die Länge der eignen unterseeischen 
Linien ist 367 km mit 408 km Drähten. 
Schiffswesen. Die bedeutende Aus 
dehnung der Fischereien und die günstige 
Konfiguration des Landes haben es dahin 
gebracht, daß N., ein so dünn bevölkertes 
Land, hinsichtlich desTonncngehalts seiner 
Schiffe unter allen europäischen Staaten 
den zweiten Rang einnimmt. Ende 1877 
war der Stand der Handelsmarine: 
Dampfer . . 306 von 51674 Tonnen 
Segelschiffe . 7942 - 1475015 » _ 
Schiff»: 8248 von 1526689 Tonnen 
Man sieht, daß die norwegische Flotte aus 
einer großen Zahl kleiner Schiffe besteht 
'lud di'e Zahl der Dampfer, noch niehr der 
Tonnengehalt derselben, ein verhältnis 
mäßig geringer ist. Der Reingewinn der 
ÄcebeTci möbjüM auf 20 3m. 3Rf. 
geschäht. Gegenwärtig und schon fett länge 
rer Zeit wirft aber die Reederei keinen oder 
doch nur einen sehr geringen Verdienst ab. 
— Der Schiffsverkehr 1878 war: 
eingelaufen 11387 Schiffe von 1998054 Ton. 
ausgelaufen 12281 - - 1919042 - 
handelsgeographie. 
Bedeutende DampfschiffahrtSgescllschaftcn 
sind die Bergenske og Nordenfjeldske 
Dampskibselskab zu Bergen und die Sön- 
denfjeldske Dampskibselskab zu Christia 
nia. Konsulate unterhält Deutschland 
in: Christiania (Bernfskonsulat),Arendal, 
Bergen, Christiansand, Drammen, Dront- 
heim, Hammerfest, Stavanger, Tromsö, 
Wadsö; Vicekonsulate in: Aalesund, Bodö, 
Christiansund, Frederikshald, FrederikS- 
stad, Grimstad, Kragerö, Laurvig, Lille 
sand, Molde, Moß, Namsos, Porögrund, 
Sanncfund, Tönsberg,Wardö; außerdem 
sieben Konsularagenturcn. 
IV. Finanzen, Kreditwesen re. 
Staatshaushalt. Vom 1. Juli 
1878 bis 30. Juni 1879 beliefen sich die 
wirklichen Einnahmen auf 45,6 Mill. Mk., 
die Ausgaben auf 54,4 Mill. Mk. Die 
Einnahmen bestanden vornehmlich aus 
direkten Steuern (fast 80 Proz. der or 
dentlichen Einnahme) und zwar: Zölle 
(Einfuhr und Ausfuhr, namentlich Holz) 
13,8 Mill., Branntweinsteuer 3,3 Mill., 
Malzsteuer 2,9 Mill., ferner Eisenbahnen 
3,2Atill., Eisenbahnanlcihe 10,8 Mill. Mk. 
Unter den Ausgaben waren die bedeutend 
sten Posten Ersenbahnbanten 13,i Mill, 
und Armee 7,8 Mill. Mk. Das Budget 
hat lvie 1877—78 mit einem Defizit abge 
schlossen, während die Vorjahre immer 
Überschüsse ergaben. — Die Staats 
schuld belief sich 30. Juni 1879 auf 111,5 
Mill. Mk., davon 10,i Mill. Mk. innere 
Schuld. Den Passiven stehen Aktiva im Be 
trag von 94,3 Mill. Mk., meist in Staatö- 
eisenbahnaktien, gegenüber. 
Kreditwesen. Das alleinige Recht 
zur Notenausgabe hat die N o r w c g i s ch e 
Reichs bank zu Drontheim, außerdem 
bestehen eine Hypothekenbank, eine Dar- 
lehns- und Diskontobank sowie andre 
Privatbanken. Die Norwegische Reichö- 
bank, 1816 unter Garantie der Reichs- 
stände gegründet, hat ein Kapital von 
13,620,000 Mk. Sie gibt Papiergeld ans, 
welches Zwangsumlauf hat und das fast 
ausschließliche Nmlaufsmittel des Landes 
bildet, in Abschnitten zu 400,200,40,20,4, 
2 und ^/k Krone. Die Bank ist Leib-, Giro-, 
Diskont-, Depositen- und Zettelbank. 
Geld, Maße und Gewichte. Mün- 
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