Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Österreich--Ungarn  (Kohlen-  und  Hüttenproduktion).

in  der  jüngstenZeit  mächtig  gestiegen  ;  1865
hatte  dieselbe  nur  50,693,030  Ctr.  geliefert, ­
  1879  betrug  die  Förderung  vonBraunkohle
  158,118,704  Ctr.,  von  Steinkohle
107,572,098Ctr.,einkvlossalerAufschwu»g
gegen  die  Vorjahre.  Die  Steinkohlenreviere ­
  liegen  längs  einer  Linie,  welche  bei
Pilsen  an  der  bayrischen  Grenze  beginnt
und  bis  nach  Galizien  an  die  russische
Grenze  reicht.  Doch  sind  die  Lager  wenig
ausgedehnt  und  häufig  schwer  abzubauen.
Die  Braunkohle»,  unerschöpflich  und  leicht
abzubauen,  eignen  sich  für  die  verschiedensten ­
  industriellenZwecke  wie  für  den  Hausbedarf. ­
  Das  ausgedehnteste  Becken  dehnt
sich  am  südlichen  Abhang  des  Erzgebirge«
aus  und  nimmt  mit  seiner  jährlichen  Forderung ­
  von  4,8  Mill.  metr.  Ton.  unter
allen  Kohlenrevieren  Österreichs  den  ersten
Rang  ein.  An  den  Steinkohlenbergwerken
waren  beschäftigt  399  Dampfmaschinen,
an  den  Braunkohlenbergwerken  475.  Wie
sehr  die  Monarchie  vom  Ausland  für  die
eine  Art  der  Kohle  abhängig  ist,  während
sie  die  andre  verschickt,  zeigeil  die  nachstehenden ­
  Ziffern  für  1880:
Einfuhr  Ausfuhr
Braunkohlen.  .  72024  27054516
Steinkohlen  .  .21602453  3117039
Koks  386252  177042
Das  böhmische  Braunkohlenbecken,  in
welchem  auch  viel  englisches  und  belgisches
Kapital  investiert  ist,  mit  den  Produktionscentren
  Karbitz-Mariaschein  und
Dux-Ossegg  hat  sein  Hauptabsatzgebict
vornehmlich  in  Norddeutschland,  aber  sogar ­
  in  der  Schweiz  und  im  Elsaß.  1880
wurden  nach  Deutschland  3,066,546  Ton.
ausgeführt.  Weder  Verkokung  der  Braunkohle ­
  noch  der  Steinkohle  haben  bisher  sehr
günstige  Nesilltate  geliefert,  doch  erzeugt
die  Donau  -  Dampfschiffahrtögescllschaft
für  ihren  eignen  Bedarf  Briquetts  aus
Fünfkirchner  Steinkohle,  und  auch  in
Ostrau  werden  Briquetts  fabriziert.  Auch
Torflager  werden  in  Tirol,  Böhmen
und  Salzburg  ausgebeutet  und  liefern  nennenswerte ­
  Beiträge  zur  Ausfuhr.  Die
Gesamteinfuhr  von  Kohle  und  Koks  betrug ­
  1880:  44,3  Mill.  Mk.  gegen  eine
Ausfuhr  von  72.2  Mill.  Alk.  Der  Geldwert ­
  der  Produktion  von  Eisenerzen  und

Kohle  wird  für  1879  auf  80,7  Mill.  Ml.
berechnet.
Die  Hüttenproduktion  hat  indes
mit  dem  großen  wirtschaftlichen  Aufschwung ­
  des  letztenJahrzehntS  nichtSchritt
gehalten.  Die  Anzahl  der  Hohöfen  im  Betrieb ­
  sank  stufenweise  von  121  in  1874
auf  75  in  1879;  im  letzten  Jahr  wurden
5,119,062Ctr.Frischroheisen  und  597,723
Ctr.  Gußroheisen,  zusammen  für  41,«Mill.
Mk.,  hergestellt.  Auch  in  den  übrigen  Zweigen ­
  ist  kein  Fortschritt  erkennbar.  Die  Produktion ­
  war  (in  metrischen  Centner»):
1878  1870
Quecksilber  ...  3700  4  285
Blei  56112  59803
Glätte  35425  32012
Zink  36226  32807
Bemerkenswert  ist  der  Aufschwung,
den  in  kurzer  Zeit  die  Erzeugung  von
Bessemer-  und  Martinstahl  genommen
hat.  1864  wurden  erst  3057  Ctr.  Martinstahl ­
  in  2  Werken  hergestellt.  1878
lieferten  11  Werke  1,035,904  Ctr.  Die
Produktion  von  Martinstahl  ist  noch
jünger,  sie  datiert  von  1870.  Damals
lieferten  2  Werke  2986  Ctr.,  1878  stellten
5  Werke  258,886  Ctr.  her.  Nach  der
offiziellen  Statistik  bestanden  1876  in
Österreich  crkl.  Ungarn  folgende  Anlagen:
Anlagen  Kessel

Hohöfen  27  107
Eisenwerke  29  265
Eisengießereien  ....  28  30
Eisen-,  Stahl-,  Walz-  und
Puddlingswerke  ...  53  508

An  Salz  ist  die  Monarchie  außerordentlich ­
  reich.  Unerschöpfliche  Steinsalzlager
  existieren  in  den  Karpathen,  namentlich ­
  zu  Wieliezka  und  Bochnia  in  Galizien,
Marinaros  in  Ungarn  ;  Salz  gewinnt  man
auch  aus  der  künstlichen  Sole  in  den  Alpen ­
  und  der  natürlichen  in  Galizien,  Bukowina, ­
  Ungarn,  Meersalz  an  deristrischen
und  dalmatischen  Küste.  Die  Salzproduktion ­
  durch  9017  Arbeiter  wertete  1879:
43,3  Mill.  Mk.  und  zwar  (in  Centnern):
Steinsalz  .  1093276  Seesalz  .  .  780174
Sudsalz.  .  2966444  j  Zndnstriesalz  252764
Gewinnung  und  Verkauf  sind  Staatömonopol,
  nur  die  Erzeugung  von  Seesalz
  ist  Privaten  freigegeben,  lvelche  aber
            
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