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Österreich - Ungarn (Verkehrswesen).
In den obigen Summen sind Edelmetalle
nnd Münzen nicht inbegriffen; ihr Wert
betrug 1880 : in der Einfuhr 57,6 Mill.
Mk. (Gold 42,7, Silber 13,9), in der Aus-
¡#37,2«. m. ((Mb 6,5,@iiber 30,c).
Das österreichischeWcchselrecht istbiö
arif einige unwesentliche Änderungen das
allgemeine deutsche. — Konsulate. Das
Deutsche Reich unterhalt in Budapest einen
(Berufs-) Generalkonsul, dessen Ressort
ganz Ungarn ist, Handelskonsuln in Bo
zen, Fiume, Brünn, Nagusa; in Triest
sind ein Generalkonsul undVicekonsul,in
Wien einKonsul und Vicekonsul angestellt.
V. Verkehrswesen.
1) Die Lange der Landstraßen be
trug 1876 in der ganzen Monarchie 93,600
km, davon: Österreich 53,651, Ungarn
39,948. Staatsstraßen waren 21,644,
andre öffentliche Straßen 71,955 km.
2) Die Wasserstraßen hatten eine
Länge von 9063,7 km und zwar:
Schiffbare Flüsse . 7716,80 Kilom.
Kanäle .... 702,94
Seen 643,98
Davon waren mit Dampfschiffen befahren
in Österreich 704,i km, in Ungarn 2749,o
km, zusammen 3454 km. Die wichtigste
Wasserstraße ist dieD o n a u(s.d.),von deren
Lauf 1350 km dem Kaiserreich angehören ;
ihre schiffbaren Nebenflüsse sind links: die
March, Waag, Gran, Eirel, Theiß, Bega,
Temes, Aiuta, Sereth, Prnth : rechts: Inn,
Traun, Enns, Leitha, Naab, Sarviz, Dran
und Save. Die Elbe (s. d.), in Österreich
entspringend, nimmt dort die von Bud-
weis an schiffbare Moldau (s. d.) auf.
Von dem in Österreich 538 km langen
Lauf der Weichsel (s. d.) sind 254 km
schiffbar. Die Etsch ist von Bozen ab
schiffbar. Auch der Dnjestr, welcher
Galizien in einer Länge von 455 km durch
strömt, ist im untern Teil seines Laufs
schiffbar und wird seit Ende 1880 mit
Dampfern befahren.
3) Eisenbahnen. Im März 1880
standen 18,300 km im Betrieb, davon:
Gemeinsame österreichisch-unga
rische Eisenbahnen .... 5318 Kilo»,.
Österreichische Eisenbahnen . . 8641
Ungarische Eisenbahnen . . . 4341
Auf dem ganzen Bahnnetz wurden 1879
36,3 Mill. Personen und 45,6 Mill. Ton.
Güter befördert; die Einnahmen betrugen
402,i Mill. Mk. Durch die Zinsgaran-
tien, welche der Staat Eisenbahngesell
schaften gewährt (1880:42,i Mill. Mk.),
ist derselbe so belastet worden, daß die Ne
gierung in Österreich den Betrieb der Krön =
Prinz Rudolf-Bahn, welche in elf Jahren
(1868—78) 85 Mill. Mk. Zuschüsse er
forderte, 1. Jan. 1880 übernahm. Die
Waagthalbahn wurde 1879 von der un
garischen Negierung angekauft. Drei neue
Anschlüsse an das Ausland: in Ponta-
fel, Predeal und Orsova-Verciorova, wur
den 1879 gewonnen. In Bosnien wurden
drei Bahnstrecken : Brod-Busud, die Boöna-
bahn von Busud biö Zenica und Banja
luka-Doberlin, zusammen 298,6 km, er
öffnet. Um einen direkten Weg nach der
Schweiz zu gewinnen, wurde der Ban der
Arlbergbahn (s. d.) unternommen. Nach
dem österreichisch-ungarisch-serbischen Ver
trag ist Ö. verpflichtet, die Anschlußbahnen
an die zu erbauende serbische Bahn bin
nen drei Jahren zu vollenden.
4) Die Post hatte 1878: 5986 Anstal
ten, davoll 4006 in Österreich und 1980 in
Ungarn. 1878 wurden von Briefen, Post
karten, Drucksachen und Zeitullgen beför
dert in Österreich: 319,980, in Ungarn:
117,870 Mill. Die finanziellen Resultate
waren folgende (in Millionen Mark):
Österreich Ungarn
Einnahmen . . 30,4 11,2
Ausgaben. . . 28,6 9,3
5) Telegraphen. 1880betrugdie Länge
der Linien in Österreich 34,626 kni, in Uil-
garn 14,502 km, die Länge der Drähte
aber 90,999, resp. 52,918 km, so daß die
gesamten Telegraphen 49,128 km Linien
und 143,917 km Leitungen hatten, die
unterirdischen Linien eine Länge von 26
km mit 488 km Leitungen, die unter-
meerischen 177 km mit 187 km Drähten,
die pneumatischen Röhren 12 km Länge.
Aufgegeben wurden 1878: 8,190,803 De
peschen, davon 6,358,476 Privatdepeschen.
Die Einnahmen betrugen 8,96 Mill. Mk.,
die Ausgaben aber 10,2 Mill. Mk. Mit
dem 1. April 1879 trat der Worttarif in
Kraft, was eine Verminderung der An-