Full text : Lexikon der Handelsgeographie

r

Österreich-Ungarn  (Finanzen).

371

zahl  der  Depeschen,  aber  eine  Erhöhung
der  Einnahmen  zur  Folge  hatte.
6)  Die  Handelsflotte  bestand  1.
Jan.  1881  alls  536  Seeschiffen  von
283,461  Ton.,  1470  großen  Küstenfahrern ­
  von  7507  T.,  7586  kleinen  Schiffen
"nd  Fischerbarken  von  40,467  T.,  zusammen ­
  8192  Fahrzeugen  von  331,438  T.,
davon  113  Dampfschiffe  von  63,970  T.
und  zwar  75  Dampfer  langer  Fahrt  von
62,101  T.—Der  Verkehr  der  österreichischungarischen ­
  Handelöflottc  in  fremden  Ländern ­
  war  1879:

Eingelaufen
Schiffe  I  Tonnen
3137
4519

1118345
3844865

7656  4963210

Ausgelaufen
Schiffe  I  Tonnen

3130
4520

1108247
3845993

7650  4  954240

Schiffe
Skgclschiffe.
Dampfer  .
Zusammen:
7)  S  ch  i  f  S  v  e  r  k  c  h  r.  Unter  sämtlichen
Häfen  der  Monarchie  (93  im  österreichischen, ­
  11  im  ungarischen  Staatsgebiet)
nimmt  Triest  die  bei  weitem  erste  Stelle
ein.  Andre  wichtige  Hafen  sind:  Pola,
Görz,  Gradisca,  Lussin  piccolo,  Pirano,
Frume,  Zara,  unter  welchen  Fiume  als
eigentliches  ungarisches  See-Emporium
größere  Bedeutung  hat.  Die  wichtigste
Seeschiffahrtsunternehmung  ist  der  Österreich.-Ungar.
  Lloyd  (s.  T  r  i  e  st).Schiffsverkehr
  aller  Häfen  der  Monarchie  war  1879:

Schiffe

Angckoninicn
Schiffe  I  Tonnen

Abgegangen
Schiffe  I  Tonnen

Segelschiffe.  31216  1097879  31051  1088251
Dampfer  .  17488  4395403  17493  4402166
Zusammen:  48  7041  5493282  48544  ¡5490417
Davon  waren  österreichische  im  Eingang
39,577  Schiffe  von  4,731,498  T.,  deutsche
56  ooii  24,446  %.
VI.  KllllNM.
1)  Staatshaushalt.
Jede  Neichshälfte  hat  für  die  eignen
Angelegenheiten  ein  besonderes  Budget,
für'die  gemeinsamen  Angelegenheiten  ein
gemeinsames  Budget.  Von  dem  nach  Abzug ­
  der  gemeinsamen  Zollgefälle  verbleibenden ­
  Bedarf  haben  die  im  Rcichsrat
vertretenen  Länder  70  Proz.,  Ungarn  30
Proz.  aufzubringen.  Die  Finanzverhaltnisse

  sind  sowohl  in  Österreich  als  in  Ungarn ­
  unbefriedigend;  nur  1872  und  1873
hatte  Cisleithanien  kein  Defizit.  Allerdings ­
  sind  in  beiden  Neichshälften  sehrgroße
  Summen  für  Eisenbahnzlvecke  verwendet ­
  worden.  Das  Budget  der  Gesamtmonarchie
  für  1880  balanciert  in  Einnahme ­
  und  Ausgabe  mit  232  Mill.  Mk.,
wovon  147,7  Mill.  Mk.  durch  Matrikularbeiträge
  der  österreichischen,  67,6  Mill.
Mk.  durch  solche  der  ungarischen  Länder
zu  decken  sind.  Für  das  Heer  allein  wurden
203,2  Mill.  Mk.  erfordert.  —  Das  Budget ­
  der  im  Rcichsrat  vertretenen
Länder  für  1880  gibt  die  Ausgaben  auf
825,5  Mill.,  die  Einnahmen  auf  800
Mill.  Mk.  Das  resultierende  Defizit  ist
durch  Steuer-erhöhung  zu  decken.  Die  Einnahmen ­
  aus  denselben  beliefen  sich:  direkte ­
  Steuern  182,2  Mill.,  indirekte  132,2
Mill.  Mk..  ferner  Tabaksmonopol  118
Mill.  Mk.  Von  den  Ausgaben  beansprucht
die  Staatsschuld  allein  236  Mill.  Mk.  —
In  den  Ländern  der  ungarischen
K  r  o  «  e  wurde  für  1880  die  Einnahme  auf
472  Mill.,  die  Ausgabe  auf  506  Mill.  Mk.
veranschlagt.  Unter  den  Einnahmen  sind
die  Grundsteuer  mit  77,6  Mill.  Mk.  und
das  Tabaksmonopol  mit  55,9  Mill.  Mk.
Die  bedeutendsten  Posten  unter  den  Ausgaben ­
  sind  für  die  ungarische  Schuld  86,7
Mill.,  österreichische  Schuld  60,s  Mill.
Mk.  Für  Zinsvorschüsse  an  Eisenbahnen
find  20,4  Mill.  Mk.  angesetzt.  Von  den
in  Kroatien  und  Slawonien  erhobenen
direkten  und  indirekten  Steuern  fließen
55  Proz.  in  den  gemeinschaftlichen  ungarischen ­
  Staatsschatz,  wovon  das  Königreich ­
  45  Proz.  zur  Bestreitung  der  Ausgaben ­
  für  innere  Angelegenheiten  wieder
zurückerhält.  1878  war  dieser  Betrag  6,3
Mill.  Mk.,  während  sich  die  Gesamteinnahme, ­
  der  eine  etwas  geringere  Ausgabe
gegenübersteht,  auf  6,6  Mill.  Mk.  belief.
2)  Staatsschuld.
Die  österreichische  Schuldgeschichte  ist
für  daö  Land  keine  ehrenvolle.  Von  1811
bis  1868  erfolgten  nicht  weniger  als  drei
verhüllte  Staatöbankerotte.  Beim  letzten
(1868)  wurde  eine  Konvertierung  ber
gewöhnlichen  Staatsobligationen  angeordnet ­
  mit  'einem  Abzug  am  Zinsertrag
24*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.